Überlassen wir die Experten getrost ihrem Stellungskrieg, und wenden wir uns wieder dem Vorwurf zu, bundesdeutsche Jungjuristen seien weitgehend eine Betrügerbande. Dazu fallen allerdings die Stellungnahmen der zur Sache vernommenen Juraprofessoren mitunter reichlich flau aus: Sicher bestünden gewisse Verdachtsmomente, in der Tat gäbe es Hinweise, Anzeigen in Fachzeitungen etwa. Aber eindeutige Anschläge am Schwarzen Brett? Nein – das nun doch nicht. Der Verkauf von fertigen Arbeiten sei vermutlich die Ausnahme. Verbreiteter seien gegenseitige Hilfestellungen, Unterstützungen aus dem fachlich versierten Freundeskreis und dergleichen. Das sei vielleicht nicht ganz korrekt, aber auch nicht ausgesprochen illegal. Unternehmen könne man jedenfalls dagegen wenig.
Ein gewisses Mißtrauen sei angesichts der Tragweite des Problems an dieser Stelle gestattet. Sollten derartig lahme Reaktionen damit zusammenhängen, daß einige der Befragten sich an die Entstehungsgeschichte ihrer eigenen Arbeit erinnert fühlen? Sabine Etzold