Montag, 28. Oktober 2013

Heute hatte ich eine Diskussion mit einem Freund,
er ein versierter Versicherungsfachmann, fragte mich Chris was würdest du eigentlich heute tun, wenn gestern dein Beruf kaputt gegangen wäre?
also du nicht mehr Arbeitsfähig bist?
Ich muss zugeben, zunächst war ich ratlos, denn darüber habe ich mir Nie wirklich Gedanken gemacht und Flaxte mit den Worten Auswandern oder den Strick nehmen.

Aber mal ehrlich, habt ihr euch schon mal darüber Gedanken gemacht?
Ich jedenfalls werde mich mit ihm zusammensetzen und einmal darüber sprechen, welche Möglichkeiten ich denn noch habe.

**Hilfe, wenn meine Gesundheit an meiner Karriere nagt. Kranker Jobsucher sucht kranke Nebenbeschäftigung.**

Eine Grauenhafte Vorstellung oder? Krank und Job los ?
Ich denke darüber sollte sich jeder im Klaren sein, es kann schnell geschehen und dann?
Wer Interesse hat dem kann ich gerne mal die Kontaktdaten zu Werner geben und sich selbst darüber Informieren was geht und was nicht.

HIV im Vollzug..


Grausam aber wahr.

heute hatte ich einen Menschen kennengelernt, der wohl nicht mehr Lange zu Leben hat. Er ein vermeintlicher Drogen Junkie, der unter anderem wegen Diebstahl, Körperverletzung und Verstoß gegen das BTMG im Knast sitzt, schrieb mich an und erzählte mir aus seinem Leben.
Nach langen hin und her bekam ich eine Besuchserlaubnis um ihn in einer Vollzugsanstalt nähe Stuttgart zu besuchen.
Als ich dort ankam und das Besuchszimmer betrat, wurde ein hagerer von Krankheit gezeichneter Mann in den Raum geführt, der selbst nur noch an Gehilfen langsam laufen konnte. Es stellte sich heraus, dass er HIV hat und wohl nur noch bis zu einem Jahr zu leben hat.
Er erzählte mir aus seiner Kindheit und Jugend und ich war sehr betroffen.
Seine Haftzeit wird noch ungefähr 2 Jahre andauern und ich habe das Mulmige aber doch sehr konkrete Gefühl, das er diese nicht Überleben wird
Er ein Mann gezeichnet und gebrochen durch seine Drogensucht, der sich kaum noch aufrecht halten kann, hat schon viele Stellen angeschrieben und versucht dort ein wenig Hilfe zu bekommen, jedoch wurde er stets zurückgewiesen.
Nach einem Gespräch mit einer Regionalen Aids Hilfe, wurde mir gesagt, dass dieser längst kein Einzelfall mehr ist und solche Menschen solange in Haft behalten werden, bis es nicht mehr geht um dann schnell noch vor dem Tod in einer Blitzaktion Entlassen werden, damit die Statistik aber auch der Vollzug selbst nicht leidet und vielleicht in Negative Schlagzeilen gerät. Ich bin schon einige Zeit mit der Thematik Strafvollzug – Resozialisierung und Jugend Arrest vertraut, aber selbst mir war es bisher unbekannt, wie mit Todkranken dann doch verfahren wird.
Informationen zur Buchreihe Im Dschungel der Justiz auch auf den    Facebook Seiten
Nun überall im Handel erhältlich, der Fünfte Band aus der Buchreihe Im Dschungel der Justiz.
Wie immer Kritisch aber doch auch Objektiv, die Justiz und alle ihre Facetten beleuchtet und im besonderen die Jugend Delinquenz wie auch das Jugendstrafrecht behandelt.
Eine Rückschau auf gewesenes und ein Ausblick in die Zukunft unter Mitwirkung meiner Co Autorin Martina Reuss, die mit sehr viel Sachverstand sich mit einbrachte.

Band Im Dschungel der Justiz
oder der Umgang mit Jugend Delinquenz und Verwahrung.
Ein gemeinsames Werk mit meiner Co-Autorin Martina Reuss die bereits am vierten Band Mitgearbeitet hatte.
So berichtet Sie unter anderem von der Arbeit von Streetworkern in Wien und deren manchmal aussichtslosen Kampf für Kinder und Jugendliche.
Dieser Band ist auch eine Zusammenfassung und Aktualisierung aus dem dritten Band dieser Buchreihe und knüpft an die vorherigen 4 Bände an.
Es war eine spannende und wirklich tolle Zusammenarbeit mit meiner Co Autorin, der ich an dieser Stelle, herzlich für ihre Unterstützung danke sage.
ISBN: 9763710397744 united p.c.
weitere Infos zur Buchreihe auch auf den Facebook Seiten

Samstag, 26. Oktober 2013

Persönliches..

Zu meiner Person,
ich schreibe seit 2007 über gesellschaftliche Themen, so auch über den Strafvollzug und Jugendkriminalität.
Ich habe unter anderem eine Buchreihe mit dem Titel
Im Dschungel der Justiz mit bis dato 5 Bänden in Buchform
Publiziert und im besonderen den Strafvollzug thematisiert.
Ich bin seit 2011 Mitglied im Arbeitskreis Kritischer Strafvollzug e.v. und wirke unter anderem in Arbeitsgemeinschaften mit, die aus Mitgliedern dieses AKS aber auch anderen Interessierten bestehen.
Diese sind die von mir betitelten Arbeitsgemeinschaften Strafvollzug und die Programmkommission Jugendstrafvollzug in Baden-Württemberg.
Ich bin Mitglied im Autoren und Schriftstellerverband in Verdi seit 2011
.
Ich tätige auch unter anderen immer wieder Vorträge zu den Themen “Strafvollzug – Jugendkriminalität” bei Interessierten Vereinen, Organisationen oder Gruppen und Diskussionsrunden.
Meine Publikationen in diesem Bereich sind Erschienen in den Verlagen Deutsche Literaturgesellschaft und united p.c. Verlag. Diese werden gemeinhin als Book and Demand Verlage bezeichnet, alle meine Publikationen bei diesen Verlagen wurden ohne Finanzielle Eigenbeteiligung getätigt.
Prinzipiell ist es mir auch egal, ob eine Publikationen als Book and Demand bezeichnet werden oder nicht, dies ist für mich nicht Relevant.
Es wurde unter anderem Kritisiert, das auf meiner Homepage die Bezeichnung “Experte” verwendet wird,
diese Bezeichnung kam nach einigen Interviews und Mitarbeit für TV und Rundfunkproduktionen zustande und stammt nicht von mir selber. Ich erkenne auch keine Relevanz die eine solche Bezeichnung als Irreführend darstellen würde.
Bei solchen Medien, wird man öfter als Experte oder als Kenner einer Materie benannt und hat keinen Rückschluss auf Qualifikationen wie auch immer diese betrachtet werden.
Fakt ist, dass ich immer wieder gebeten werde, Stellungnahmen abzugeben und oder zu Kommentieren, wie auch bei der Produktion, oder der Vorbereitung einer solchen, als Vermittler oder Berater mitwirke.
Auch dies stellt keine besondere Qualifikation dar und soll auch nicht als solche wirken oder darauf hinweisen.
Die Diskussionen über meine Arbeit, meine Publikationen und Person, verstehe ich auch nicht als Angriff, auch wenn des öfteren hier mir Selbstdarstellung oder anderes unterstellt wird, halte es aber doch für angebracht, hierzu einmal Stellung zu nehmen. Eine wie auch immer geartete Beurteilung steht mir nicht zu und Maße ich mir auch nicht an, halte es aber doch manchmal für sehr unsubstantiiert, auch wenn es von manch anderen anders betrachtet wird.
Ich leide auch nicht unter einer Selbstdarstellung oder ähnliches, dies liegt mir fern, meine Arbeit und meine Publikationen, machen mir sehr viel Freude und deren Ergebnisse muss nicht ich beurteilen, oder im besonderen hervorheben. Dies überlasse ich uneingeschränkt meinen Lesserinnen und Lesern, sowie meinen Kritikern.
Wer Fragen zu den Publikationen oder meiner Person hat, darf sich gerne mit mir in Kontakt setzen, ich werde sehr gerne diese dann auch beantworten.
Christian Lukas-Altenburg
Autor und Publizist.

Freitag, 25. Oktober 2013

Eine Gescheiterte Existenz. Jugend braucht

Jugendliche nach ihrer Gefühlslage befragt, schildern die gleichen Sorgen, Probleme und Ängste. Da wird berichtet über “Dauerstress mit den doofen Eltern, Liebeskummer, die ersten sexuellen Erfahrungen, Schul- bzw. Ausbildungsprobleme, teure Klamotten, höhere Taschengeldforderungen, Rauchen, Musik, hohe Telefonrechnungen…”
“Meine Alten quatschen mir ständig in alles rein” meint Lena, 14 Jahre alt und die anderen Mitglieder ihrer Clique im Jugendzentrum nicken heftig dazu. “Ich find’s total nervig, dass ich nichts allein entscheiden darf.”
In der Pubertät entwickelt sichein neuartiges Bewusstsein für die eigene unverwechselbare Identität.
Gleichzeitig werdenTeenager immer sensibler in der Wahrnehmung der eigenen seelischen und auch körperlichen Verletzlichkeit. Die Jugendlichen leiden in dieser Zeitspanne der Selbstfindung unter einem starken Unsicherheitsgefühl, was sich in extremen Gefühlsausbrüchen widerspiegelt. Mal gibt es Zeiten totalen Hochgefühls, dann wiederum tiefe emotionale Abgründe. Es gibt Phasen, in denen sie apathisch herumhängen, sich zurückziehen und sich tödlich langweilen. Diese Phasen können nahtlos abgelöst werden durch Phasen voller Energie und Lebensfreude.
Um die eigene Unsicherheit zu kompensieren, geben sich Teenager gerne großspurig. Man will die Welt davon überzeugen, dass man selbstbewusster und stärker ist, als man sich eigentlich fühlt.
Teenager lieben das Risiko. Sie müssen experimentieren, Grenzen ausloten – ihre eigenen Grenzen und die anderer Menschen. Damit sind Konflikte vorprogrammiert. Das gehört zu dem langwierigen Lernprozess, zu dem Versuch, das eigene Leben in den Griff zu bekommen und für sich selbst Entscheidungen zu treffen
Pubertät … der ganz normale Wahnsinn!
Mit 12 die erste Zigarette, nur noch blöde Sprüche und die Eltern sind sowieso zum Kotzen! Alles scheint außer Rand und Band zu geraten. Wenn die eben noch lieben Kleinen zu “Monstern” werden und die Revolution im Kinderzimmer ausrufen, ist sie da, die von so vielen Eltern beklagte schwierige Lebensphase der Pubertät – die Zeitspanne, in der das Kind kein Kind mehr aber auch noch kein Erwachsener ist. Gerade wenn Sie denken, es wäre angenehmer einen Kaktus zu umarmen und sich am liebsten genervt und gestresst zurückziehen möchten, ist Ihr Engagement und elterlicher Rückhalt wichtiger denn je.
Selbstbewusste und gefestigte Jugendliche.
Ihr Kind entwickelt eigene Lebensbereiche, die Ihnen verschlossen bleiben, in denen Sie ihm wenig oder gar keinen Schutz geben können.
Erwachsene pochen auf das Recht einer Privatsphäre. Auch Teenager haben einen Anspruch darauf.
Ohne Wahrung der Privatsphäre kann sich keine selbstständige Persönlichkeit entfalten. Jugendliche brauchen ihr Territorium. Das eigene Zimmer ist Tabuzone für die Eltern. Sie müssen sich damit abfinden, nicht mehr über jedes Detail aus dem Leben ihres Kindes Bescheid zu wissen.
Auch die Entwicklung der beginnenden Sexualität kann sich nur in ungestörter Privatsphäre gesund vollziehen.
Wichtig ist bei aller Gelassenheit dass nicht das Gefühl entsteht, Sie wären Ihrem Kind gegenüber gleichgültig geworden. Auch wenn es dadurch immer wieder zu Reibungen kommt, brauchen die angehenden Teenager nach wie vor klare Ansagen der Eltern, die Orientierung liefern und Sicherheit vermitteln.
Einer 14-jährigen nicht klar zu sagen, wann sie wieder zuhause sein muss, wird nicht unbedingt als Großzügigkeit der Eltern verstanden, sondern womöglich als Gleichgültigkeit ausgelegt. “Denen ist ja völlig egal, wann ich nach Hause komme, ich bin denen sowieso gleichgültig!”
Es ist immer wichtig, Sachverhalte zu benennen: “Du sollst um 22.00 Uhr zu Hause sein. Ich will nicht, dass du nach hause trampst!” Also klare Vorgaben, die auch eingehalten werden müssen. Appell-Sätze provozieren dagegen Widerstand und ungewünschtes Fehlverhalten: “Komme ja nicht zu spät wie beim letzten Mal!” oder: “Ich bestimme, wann du zu Hause bist!”
Auch wenn aus Sicht der Teenager die Eltern am besten “unsichtbar” wären, bleiben sie ein elementarer Bezugs- und Orientierungspunkt, der doch jederzeit greifbar sein muss.
Das zeigt, wie bedeutsam trotz aller Bockigkeit und Distanz der Rückhalt der Eltern auch in Form klarer Richtlinien und Absprachen für die Jugendlichen ist, Zuviel Liberalität kann auch überfordern.
Jede Generation ist mit der Erziehung von Kindern und Teenagern immer aufs Neue herausgefordert. Heute sind wir allerdings mit Veränderungen konfrontiert, die für Eltern bisher unbekannte Herausforderungen schaffen.
Beispielsweise sind uns die Kinder und Jugendlichen im Umgang mit dem Computer oft meilenweit voraus. Hinzu kommen gesellschaftliche Veränderungen, die einen grossen Einfluss auf die Jugend haben. So etwa nimmt das Freizeitverhalten für jung und alt einen immer höheren Stellenwert ein.
Rebellierendes und ablehnendes Verhalten ist häufig bei Teenagern – was auch völlig normal ist, denn sie machen einen Ablösungsprozess durch. Für Eltern heisst das, dass man sich nicht alles bieten lassen muss. Trotzdem: ein allzu strenger Erziehungsstil mit sehr vielen Regeln, wenig Flexibilität und wenig Mitspracherecht ist problematisch. Ebenso der Stil des Laisser-Faire. Beide Extreme haben einen erwiesenermassen schlechten Einfluss auf die Entwicklung der Teenager und auch auf die Eltern-Teenager-Beziehung.
Es geht darum, einen Weg zu finden, um gezielt mit den veränderten Ansprüchen und Verhaltensweisen der Jugendlichen umzugehen. Einen gesunden Mittelweg, bei dem der Teenager ernst genommen wird in seinem reifer werdenden Denken und Handeln. Zugleich darf und soll man den wachsenden Freiheitsforderungen der Teenanger auch mehr konkrete Anforderungen und zu erfüllende Aufgaben gegenüberstellen.
Teenanger wollen grundsätzlich gefordert werden. Zentral dabei sind richtige Aufgaben, die im realen Leben einen Effekt haben – also wirklich Babysitten, wirklich die Verantwortung für ein Haustier tragen, wirklich ein Fahrrad reparieren. Unsere Teenager sind heute mit sehr vielen Denkaufgaben konfrontiert, gestellten Aufgaben aus der Schule, die zu wenig Praxisbezug zum realen Leben aufweisen.
Teenager möchten zeigen was in ihnen steckt,. Das Problem liegt darin, das sie genau dazu nur wenig Möglichkeiten haben. Viele wären motivierter zu lernen und sich zu engagieren, wenn sie in echt gefordert würden. Dann würden sie auch in der Freizeit ihre Kräfte weniger aggressiv messen müssen.
Ich will Ihnen keine Erziehungsratschläge geben, denn davon gibt es bereits mehr als genug. Nein ich möchte Sie anhalten sich ihre eigenen Gedanken zu machen um zu Erkennen, ihr Kind braucht Sie, ob nun als Eltern, Freund oder einfach nur als Wegbegleiter.

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Hier mal eine Empfehlung ^^auch Ihre Webseite ist immer einen Besuch wert......

Mutter, Partnerin, Autorin, Schriftstellerin, Publizistin und Lektorin, Mein liebster 24Stunden Job.....
Autor: 

Samstag, 19. Oktober 2013

Die Friedrich-Ebert-Stiftung verleiht jährlich den Preis "Das politische Buch". Durch den Preis wird die große Bedeutung des politischen Buchs für die lebendige Demokratie gewürdigt.

Er wird verliehen an herausragende Neuerscheinungen, die sich in kritischer Auseinandersetzung gesellschaftspolitischen Fragestellungen annehmen, diese auf der Höhe der Zeit durchdringen und einem breiten Publikum verständlich machen. Ausgezeichnet werden Bücher, die richtungsweisende Diskurse anstoßen und wichtige Impulse für die Auseinandersetzung mit zentralen politischen Fragen geben. Die prämierten Bücher sollen politisches Interesse stärken und gesellschaftspolitisches Engagement befördern.

Im Dschungel der Justiz IV Chance oder Untergang.
wurde für den Preis das Politische Buch 2014 der Friedrich-Ebert Stiftung vorgeschlagen....
weitere Informationen über diese Buchreihe auch auf den Facebook Seiten.
Irgendwann hat sich die Redeweise eingebürgert, vom Paradies der Kindheit zu sprechen. Die Erwachsenen blicken zurück auf ihre Kinderjahre und pflegen diese zu verklären. Dabei verdrängt man aber vieles, was in jener Lebensphase an Nöten, Schwierigkeiten und Tragik enthalten ist.
Nur selten strahlt über dem Kinderland überwiegend der Sonnenschein, und viel häufiger ist es, dass Kinder im Verlaufe ihres Wachsens und Werdens mit gravierenden Problemen konfrontiert werden. Vor allem die Tiefenpsychologie sowie die Kinder- und Jugendpsychiatrie haben mit dem Mythos der sorglosen Kindheit gründlich aufgeräumt. Wir wissen heute, daß die ersten Lebensjahre bis hin zur Pubertät und Adoleszenz schwierige Entwicklungsaufgaben eine masse für Kinder und Jugendliche bereithalten.

Jahrzehnte psychologischer Kinderbeobachtung haben ergeben, daß viele Kinder neurotische Phasen oder gar handfeste Neurosen durchmachen, ohne dass die Eltern oder Lehrer das immer sachgemäß registrieren. Man spricht dann bestenfalls von “Kinderfehlern” und “Entwicklungshemmungen” , ohne zu wissen, daß hierbei die Gefahr eines gesamtmenschlichen Scheiterns besteht. Oft verschwinden zwar die Symptome im Laufe der Jahre, aber das neurotische Grundmuster bleibt bestehen. Wenn im späteren Leben Kalamitäten und Konflikte in dieselbe Kerbe schlagen, die schon in der Kindheit strukturiert wurde, können oft wie aus scheinbar heiterem Himmel seelische Erkrankungen ausbrechen. *Gerhard Danzer*

Warum aber laufen so viele Kindesentwicklungen schief? Das liegt an der erzieherischen Unbeholfenheit von Eltern und Lehrern ebenso wie an den kulturellen Rahmenbedingungen. Eltern und Lehrer sind selbst bisweilen nur mangelhaft erzogen und seelisch gestört. Man kann aber den Kindern nicht mehr geben, als man hat; und wenn die Erzieher nicht gut mit den eigenen Lebensaufgaben zu Rande kommen, werden neurotische Traditionen über Generationen hinweg weitergegeben. Wie sehr solche Defizite – verbunden mit mangelhaften Schul- und Ausbildungssituationen sowie einer von Nihilismus und Beliebigkeit geprägten Kultur – Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung behindern und sie in Lebensatmosphären der Einsamkeit und manchmal auch Verzweiflung bringen, kann man unter anderem in den Büchern von Philippe Ariés Geschichte der Kindheit (1960) und von Lloyd de Mause Hört Ihr die Kinder weinen? (1977) nachlesen. Es gibt über die Jahrhunderte hinweg eine schwarze Pädagogik, die mit fabelhafter Sicherheit Kinderneurosen, Kindersychosomatosen und sogar Kinderpsychosen hervorrief.

Diese Störungen und Erkrankungen wurzeln im Charakter des Menschen. Andere Begriffe für Charakter sind stabiles Verhaltensmuster und Lebensstil. Darunter ist zu verstehen ein Insgesamt von Gewöhnungen, Einstellungen, Gesinnungen, Verhaltensweisen, Stimmungen und Weltanschauung. Der Charakter entsteht in der Auseinandersetzung des Kindes mit seinen biologischen Gegebenheiten und seiner Umwelt. Dabei kommt auch ein schöpferisches Element zum Tragen.
Keine Charakterentwicklung kann kausal nur aus der Biologie oder nur aus dem Milieu hergeleitet werden. Es kommt darauf an, wie das Kind Einflüsse aufnimmt und verarbeitet.
Darin besteht ein Freiheitsspielraum, den man nicht unterschätzen soll.

Neurotische Charakterzüge sind in der Regel durch Affekte gestützt und radikalisiert. Wie schon der Begründer der Individualpsychologie Alfred Adler in seinem Hauptwerk Über den nervösen Charakter (1912) umfassend darstellte, geht man nie fehl, wenn man bei neurotischen Kindern oder Erwachsenen nach zugespitzten und von Affekt untermalten Eigenschaften sucht, welche die Einfügung ins soziale Leben empfindlich erschweren. Als solche nervöse Charakteranomalien beschreibt Adler z.B. Überempfindlichkeit, Ängstlichkeit, Trauer, Neid, Ehrgeiz, Eitelkeit, Geiz, Eifersucht, Hass, Pessimismus, Verstimmungen usw. Begründet aus Vernachlässigung, Zurückweisungen, Lieblosigkeit und Herabsetzungen.
Ich habe in der Buchreihe Eine gescheiterte Existenz, vieler solcher Gründe ausführlich dargelegt und betrachtet.


  1. Ein toller Erfolg...
  2. Nur noch bis Jahresende in dieser Version erhältlich.
    Eine Neue Version in einem Neuen Style und aktualisiert kommt ab Januar 2014 in den Handel.

    Ein außergewöhnlich Erfolgreiches Buch, dass darüberhinaus sehr viel Interesse erhalten hat und gar mehrfach in den Top 10 der Sachbuch Bestsellerliste gestanden hat.
    Jetzt wird es von einem Neuen Verlag im Neuen Style und aktualisiert Neu aufgelegt.

    An dieser Stelle sagen Martina Reuss und ich selbst, an alle unsere Leserinnen und Leser, danke für eure Treue zu uns.
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Dienstag, 15. Oktober 2013

Jugendstrafvollzug ?


Der Vollzug der Freiheitsstrafe wandelte sich im Laufe der Jahrhunderte vom reinen Verwahrvollzug (Vergeltungs- und Rachegedanke) zum Behandlungs- bzw. Erziehungsvollzug, der in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts seinen Ursprung hatte.
In England richtete man 1555 auf Schloss Bridewell ein Arbeitshaus ein, in dem Diebe und Landstreicher an die Arbeit gewöhnt werden sollten, um sie somit in die Gesellschaft wieder eingliedern zu können.
Es folgten “Zuchthäuser” in Holland und Deutschland ( u.a. 1609 in Bremen), sowie die Einrichtung eines separaten Zuchthauses für “missratene Kinder” (1603). Die bisherigen Vollzugsformen mit reinem Vergeltungscharakter blieben darüber hinaus bestehen.
Während des 30-jährigen Krieges (1618-1648) gingen die ersten Ansätze des Resozialisierungsgedanken wieder verloren. Wieder von England ausgehend, fanden im 18. Jahrhundert Reformbewegungen statt, die noch vor der Jahrhundertwende dazu führten, dass man Kinder und Jugendliche während der Strafverbüßung als Erziehungsbedürftig behandelt.
Diese Reformideen fanden ihre Umsetzung in Deutschland in der Einführung eines gesonderten Jugendstrafvollzugs. In Wittlich wurde 1912 das erste Jugendgefängnis eröffnet und der Reichstag verabschiedete 1923 das erste Jugendgerichtsgesetz (RJGG).
Es flossen erzieherische Gesichtspunkte bei der Auswahl der Maßnahmen oder der Strafe mit ein.
Das Jugendgerichtgesetz in der Fassung vom 04.08.1953 (JGG) beinhaltete die Strafaussetzung zur Bewährung, sowie die Bewährungshilfe. In §91 JGG wird der Jugendstrafvollzug ausdrücklich als Erziehungsvollzug definiert.
In §2 des Strafvollzuggesetzes (StVollzG) vom 16.03.1976 heißt es über die Aufgaben des allgemeinen Strafvollzugs: “…im Vollzug der Freiheitsstrafe soll der Gefangene fähig werden, künftig in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen (Vollzugsziel)”, aber weiterhin “der Vollzug der Freiheitsstrafe dient auch dem Schutz der Allgemeinheit vor weiteren Straftaten.”
Es wird hier im Ansatz bereits ein Interessengegensatz deutlich: Behandlung- bzw. Resozialisierung auf der einen, Sicherungsverwahrung auf der anderen Seite.
Der Jugendstrafvollzug stellt als “letzte Instanz” der zur Verfügung stehenden Erziehungsmittel für einen jungen Straftäter eine Möglichkeit dar, durch geschultes Personal und geeignete Einrichtungen, “künftig in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen.” (StVollzG, § 2).
Ein großes Problem, hinsichtlich der Umsetzung dieses Ziels (Vollzugsziel), zeigt sich in Untersuchungen in den siebziger Jahren, die zu dem Ergebnis kamen, dass die Folgen der Haft die Voraussetzungen für eine soziale Existenz des Gefangenen “draußen” eher verschlechtern.
(vgl.KERSTEN/v. WOLFFERSDORF, 1980, S. 280 f.).
Dies kann zum Beispiel auf jugendliche zutreffen, die zum ersten Mal in Kontakt mit dem Strafvollzug geraten und zunehmend im Verlauf ihrer Freiheitsstrafe von Hafterfahrenen Gefangenen negativ beeinflusst werden.
Zudem kann sich ein kaum mehr zu beseitigender Teufelskreis aus abweichenden Verhalten (Kriminalität) und sozialer Ächtung bilden, da der Vollzug der Freiheitsstrafe zu einer “Stigmatisierung” führt.
Im reformierten Strafvollzug wird aber durch die erzieherischen Maßnahmen versucht, solchen Prozessen entgegenzutreten, den Integrationsgedanken in den Vordergrund zu stellen und somit den negativen Einflüssen des Strafvollzugs entgegenzuwirken.
Bei aller Liberalisierung des Strafvollzugs sollt man dennoch bedenken, dass er sich aus einer vehementen Rechtsgutverletzung anderer Bürger heraus ergibt und als letztes Erziehungsmittel gewählt wurde, da andere bereits verhängte Strafen keinen Erfolg zeigten.

Es erweißt sich aber für wichtig, dass Strafe und Erziehung in einen, für die Gesellschaft akzeptablen und den jugendlichen Gefangenen förderlichen, Zusammenhang zu bringen, um das Auftreten abweichenden Verhaltens in Zukunft zu verhindern.
Informationen zur Buchreihe Im Dschungel der Justiz
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Respekt ? was ist das überhaupt ?  Respektlos erscheint so manches mal Handeln und das daraus resultierende Unterlassen, nicht nur Kinder s...