Donnerstag, 30. Mai 2013

Eine gescheiterte Existenz V. dissoziale Persönlichkeitsstörung

Die antisoziale oder auch dissoziale Persönlichkeitsstörung bei Kindern (APS) ist gekennzeichnet durch eine Missachtung sozialer Normen und mangelndes Einfühlungsvermögen in die Gefühle anderer.

Zwischen dem Verhalten und den herrschenden sozialen Normen besteht eine erhebliche Diskrepanz. Das Verhalten erscheint durch nachteilige Erlebnisse, einschließlich Bestrafung, nicht änderungsfähig. Es besteht eine geringe Frustrationstoleranz und eine niedrige Schwelle für aggressives, Verhalten; weiterhin eine Neigung, andere zu beschuldigen, oder vordergründige Rationalisierungen für das Verhalten anzubieten, durch das die betreffende Person in einen Konflikt mit der Gesellschaft geraten ist. Laut DSM-IV sind drei Prozent der Jungen und ein Prozent der Mädchen davon betroffen..
Vordergründige Ursachen sind:
Die antisoziale Persönlichkeit macht sich im Kindes- und Jugendalter durch Missachtung von Regeln und Normen
(z. B. Schuleschwänzen, Vandalismus, Fortlaufen von Zuhause, Stehlen, häufiges Lügen) und die Unfähigkeit aus Erfahrung zu lernen, bemerkbar. Im Erwachsenenalter führen Betroffene ihr Verhalten fort durch, Gereiztheit und körperlich aggressives Verhalten, Rücksichtslosigkeit und Drogenkonsum. Nicht selten landen sie dabei im Gefängnis. Kriminalität ist allerdings nicht notwendig für die Diagnose von APS, denn es gibt auch viele angepasste APs, die beruflich erfolgreich sind. In der Berufswelt kann die APS zum Vorteil werden: Ergebnisse einer Studie weisen darauf hin, dass Führungspersonen von Unternehmen häufiger von dieser Störung betroffen sein könnten. Auch darf man nicht den Fehler begehen, bei jedem delinquenten Menschen von einer APS auszugehen. Es gibt viele Gründe für Delinquenz, und die APS ist nur einer davon.
Häufig führen Kindheitserlebnisse, wie Zurückweisungen, Ablehnung und Demütigungen in der Familie, durch Eltern oder auch ältere Geschwister zu formen von APS.
Personen mit einer APS sind impulsiv, leicht reizbar und planen nicht voraus. Darüber hinaus zeigen sie keine Reue für Missetaten.
Ihre gefühlsmäßigen Beziehungen zu Personen sind so schwach, dass sie sich nicht in Personen hineinversetzen können und keine Schuldgefühle oder Verantwortungsbewusstsein kennen.
Dadurch fällt es ihnen schwer, Personen abzugrenzen und auf sie Rücksicht zu nehmen. Ihr eigenes Gefühlsrepertoire (besonders das für negative Gefühle) kann beschränkt sein, weswegen sie Gesten von anderen Personen imitieren. Gefühle anderer hingegen nehmen sie gut wahr und können sie manipulierend ausnutzen.
Sie können aber auch eine spielerische Leichtigkeit ausstrahlen und bei guter intellektueller Begabung unter Umständen recht geistreich, witzig und unterhaltsam sein.
Bowlby konnte einen Zusammenhang zwischen APS und fehlender Väterlicher oder mütterlicher Zuwendung feststellen. Glueck und Glueck stellen bei den Müttern der Personen mit APS einen Mangel an Zuwendung und eine Neigung zur Impulsivität fest.
Außerdem neigten sie zum Alkoholismus.
Antisoziale Persönlichkeiten kommen häufig aus zerrütteten Elternhäusern, in denen entweder Gewalt vorherrschte oder in denen sie vernachlässigt wurden. Dazu kommt ein Mangel an Liebe und Fürsorge, der zu fehlender Orientierung seitens des Kindes führt. In vielen Fällen gab es familiäre Konflikte.
Viele antisoziale Persönlichkeiten sind in einer Großfamilie auf engem Raum aufgewachsen, erfuhren uneindeutige Erziehungsstile der Eltern, die prosoziales Verhalten nicht oder selten beachtet haben. Ein sicherer Vorbote für das im Erwachsenenalter feststellbare antisoziale Verhalten ist das Vorhandensein dissozialer Verhaltensauffälligkeiten im Kindesalter.
C. weist in vielen Charakter und Verhaltensweisen übereinstimmende Merkmale auf, die im besonderen auf seine Erfahrungen aus der Kinder und Jugendzeit zurückzuführen sind.
Dauerndes Demütigen, Herabsetzen und andauernde Zurückweisungen durch den Vater, sind wohl als ein Haupt Indikator zu betrachten.
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Montag, 27. Mai 2013

In Deutschland werden jährlich Millionen neuer Ermittlungsakten angelegt. Millionen Bürger -sei es bei einer Unfallflucht, einem Diebstahl, einer Beleidigung oder einem Betrug sind konfrontiert mit der undurchsichtigen Maschinerie staatsanwaltschaftlicher
Ermittlungstätigkeit oder richterlicher Tätersuche. Der Strafprozess ist heute nicht mehr die exklusive Beschäftigung der Justiz mit kriminellen Außenseitern der Gesellschaft. Die explosionsartige Ausweitung des Strafrechts auf alle Gebiete gesellschaftlichen Lebens durch den modernen Gesetzgeber -vom Umweltstrafrecht bis zum Steuerrecht – lässt nahezu jeden Bürger zum potentiellen Beteiligten eines Strafverfahrens werden.


Der Betroffene des Strafverfahrens, der in existenziellen Fragen mitreden und denken will, hat nur selten ein jahrzehntelanges Jurastudium absolviert, das ihm den souveränen Umgang mit den Prozessregeln erlauben würde. Er kann sich auf die Hoffnung beschränken, sein Fall sei bei Verteidigern oder gar Richtern in guten Händen. Er kann aber auch als Laie versuchen, ein Grundverständnis für seine Rechte zu gewinnen und hierum zu kämpfen.

Leider muss man immer wieder beklagen, dass die Staatsanwaltschaften ihrer Pflicht zur Objektivität nur selten nachkommen und viel lieber aus gründen der Arbeitsüberlastung und oder eines Persönlichen Ressentiment gegenüber dem Beschuldigten, in Ihrer Ermittlungstätigkeit an Gründlichkeit und zum teil auch Rechtsstaatlichkeit missen lassen.
§160 abs. 2 der Strafprozessordnung, quasi das Grundgesetz eines jeden Staatsanwaltes, verpflichtet diesen oder diese zur absoluten Objektivität und verlangt von diesem eine Gründliche Wahrheitsfindung.

Leider haben dies die Vertreter dieser Schwarzen Zunft scheinbar Vergessen, man erinnere sich an den Fall Kachelmann oder an den 17 Jährigen Schüler in der Mordsache Lena, wo auf eine unglaubliche art und Weise geschlampt und Vertuscht wurde. Solche Praktiken finden wir von Süd bis Nord , von Ost bis West überall in Deutschland und lassen an der Rechtsstaatlichkeit in diesem Land kein gutes Haar.

Die Polizeibehörden ob nun der Allgemeine Streifendienst aber auch die Spezialisten oder solche die es sein sollten Verstärken dann dieses Negative Bild, welches sich überall darstellt, durch ihre Unzulänglichkeiten, wo beispielsweise bei Hausdurchsuchungen der betroffene Beschuldigte in unglaublicher art und Weise erniedrigt wird und dessen Rechte ignoriert werden oder nur unter großen Protest des selbigen nach und nach gebilligt werden.

Der Rechtsstaat zeigt sich hier von seiner Dunklen Seite und lässt nur erahnen, welche Praktiken im Verborgenen bleiben. Den einzigen halt den man noch zu finden hofft, ist der Richter der ja Unabhängig , Objektiv und Unvoreingenommen darüber befinden soll ob nun eine Schuld vorhanden ist oder nicht.
Die Verteidiger sind manches mal nur Statisten in einem solchen Verfahren und auch deren Rechte werden so manches mal einfach Ignoriert oder nur wohlwollend zur Kenntnis genommen.
Es bedarf dringend einer Innere Revision in der Deutschen Justiz, mehr Kontrolle und unbedingte Objektivität, denn der Staatsanwalt oder die Polizei sind nicht der Staat im Staate und haben sich wie jeder andere an die Rechtsnormen eines Demokratischen Rechtsstaates zu halten.

Überlange Ermittlungen in einem Verfahren, die scheinbar nur eines zum Zweck haben, egal zu welchem Preis eigenes Versagen zu Kaschieren. Leider kein Einzelfall in der Justiz und leider auch immer währendes Verletzen Verfahrensrechtlicher Grundsätze.

Staatsanwaltschaft begründen dies dann, mit dem hinweis, das ihr Hilfsorgan "Polizei" noch nicht oder aber sehr spät, ihre Ermittlungsergebnisse diesen vorlegen würde.
Einerseits bestimmt auch Nachvollziehbar, andererseits hat auch die Ermittlungsbehörde Staatsanwaltschaft, die Pflicht darauf zu drängen, das einem Beschuldigten in einem angemessenen Zeitrahmen ihre Ermittlungen gegen diesen darlegen.

Es wäre ja im großen und ganzen Erträglich, so ein Betroffener, wenn denn die Staatsanwaltschaften ihrer Objektivität gemäß den Einschlägigen Rechtsvorschriften hier dem § 160 Abs. 2 StPO nachkommen würde. Dies allerdings ist nur selten gegeben und lässt an mancher Staatsanwaltlicher Handlungsweisen zweifeln und gar die Verletzung essenziellen Rechtsgutes, als Normativ erscheinen. Dann wenn zum beispiel dem Verteidigern über einen Unverhältnismäßig langen Zeitraum die Akteneinsicht verwehrt wird , oder aus reinen Persönlichen Abneigungen, also "Ressentiment " gegenüber den Verteidigern oder gar dem Beschuldigten selbst, Offen oder unter einer Verschleierungstaktik agiert wird.

Dem Ressentiment liegt regelmäßig das Gefühl dauernder Ohnmacht gegenüber erlittener Ungerechtigkeit und Niederlage oder persönlichen Zurückgesetztseins zugrunde, so ein anderer Betroffener in einem Überlangen Ermittlungsverfahren. Dieser weiter: die letzte Hoffnung in einer solchen Situation, ist ein wirklich Objektiver aber auch Unbedingt Unabhängiger Richter, der dieses manchmal sehr böse Spiel der Ermittlungsbehörden dann auch auch durchschaut.

Ich ging bereits im Vierten Band der Buchreihe Im Dschungel der Justiz auf diese doch leider sehr häufigen und auch vielfach sehr Fragwürdigen Praktiken der Ermittlungsbehörden ein.
Bekam unter anderem von einem Bediensteten des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg, hämische Kommentare und fast schon Zynische Aussagen. Die Staatsanwaltschaften vom beschaulichen Bodensee bis hoch in den Kühlen Norden, setzen sich meist ohne Konsequenzen zu befürchten, über bestehen Rechtsstaatliche Verfahrensgrundsätze hinweg und benehmen sich nicht Selten, wie die sprichwörtliche Axt im walde.

Es gibt aber auch die andere Seite in diesen Ermittlungsbehörden, die überwiegende Mehrheit dieser, strebt wie es die Einschlägigen Rechtsvorschriften und Verfassungsrechtliche Grundsätze dies auch gebieten. nach Rechtsstaatlichkeit und unbedingter Objektivität. Diese sind aber im System Justiz meist doch eher diejenigen, welche sich um Unannehmlichkeiten, Mobbing auch dann nicht zu Wort melden, wenn die Rechtsverletzungen Offensichtlich schon gravierend sind.

Die Vereinigung Deutscher Strafverteidiger, aber auch der Deutsche Richter Bund, wie auch zahlreiche Justiz Kritische Wissenschaftler aus der Jurispndenz, wie auch der Kriminologie selbst, haben schon mehrfach, scharfe Kritik an mancher Handlungsweisen der Ermittlungsbehörden
"Polizei & Staatsanwaltschaft" geäußert und diese in sehr deutlichen Worten ermahnt.
Solche Ermahnungen aber scheinen ins Leere zu laufen und wirft die Frage auf, wer eine Effiziente Kontrolle auf Ermittlungsbehörden ausübt?


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die Psyche wird Unterschätzt


“Wie es in mir drin aussieht? Mmh, ich weiß nicht, so einsam, so leer. Ich vermisse einen Freund, ich vermisse mich selbst, meine Identität, ja auch dich Chris. Das Gefühl etwas zu sein, etwas Gutes. Etwas Normales etwas Menschliches. Das ist es was mir fehlt. Ich kann niemandem Vertrauen außer dir vielleicht noch, bin nichts wert, Niemand liebt mich, Niemand will mich haben!”
Seit ich diese Worte und noch viele andere Aussagen z.B. in der E-Mail von C. an mich las und später daran dachte, dass er an einer Borderline-Störung Erkrankt sein könnte, ist meine Interesse daran stetig gewachsen. Bei meiner Tätigkeit als Autor & Publizist, die mir viel Spaß macht, stoße ich auch immer wieder auf Menschen mit einer solchen Krankheit und ein Freund der selbst einen Borderline Erkrankten als Partner hatte berichtete mir viel darüber. Fragen wie: was sind Anzeichen für eine Borderline-Störung? Wie erkenne ich, dass ein Jugendlicher oder Erwachsener Borderline hat? Welche Ursachen gibt es dafür? haben sich dadurch bei mir ergeben.
Zunächst einmal mein Wissen darüber das Borderline eine psychische Störung ist, hatte mich zunächst sehr erschreckt im Fall von C. und ich fing an mich hierfür sehr zu Interessieren. Auch aus meiner Arbeit war ich ja schon über einiges im Bilde und fing an dieses Wissen wieder abzurufen, aber gleich vorweg es war im Falle von C. kein Borderline sondern eine Psychosomatische Erkrankung, die ihre Ursache in dem erlebten seiner Kindheit und frühen Jugend hatte und noch immer hat.
Auch bei Kindern und Jugendlichen treten psychische Störungen auf, diese können sich jedoch in ihrer Ausprägung und Symptomatik von den Störungen im Erwachsenenalter unterscheiden. Zwei wichtige Gruppen psychischer Störungen im Kindes- und Jugendalter sind in den Kapiteln zu Entwicklungsstörungen und Intelligenzminderung behandelt. In diesem Kapitel werden typische kinder- und jugendpsychiatrische Störungsbilder, die sich nicht als Störung der Entwicklung bestimmter Fertigkeiten oder Funktionen charakterisieren lassen, beschrieben.
Dabei ist zu bedenken, dass die Bedeutung einer Symptomatik als Störung immer vom jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes abhängt. So sind bspw. gelegentliche Alpträume im Vorschulalter ebenso normal wie Ängste und Unsicherheit in der frühen Pubertät. Zur Störung wird eine Problematik erst dann, wenn sie über das im entsprechenden Entwicklungsstadium Normale deutlich hinausgeht und zu Leid führt. Eine weitere Besonderheit der Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP) liegt darin, dass Eltern und Familie bzw. entsprechende Bezugspersonen (auch Lehrer) eine große Bedeutung haben.
Der 14-jährige Andreas wird in der Kinde und Jugendambulanz wegen ständiger disziplinarischer Probleme in der Schule vorgestellt. Er gehe in die dritte Klasse, könne nicht sitzen bleiben und laufe deshalb ständig in der Klasse herum. Er melde sich fast nie, rufe häufig dazwischen und müsse auch wegen seines Schwätzens dauernd ermahnt werden. In den Pausen komme es immer wieder zu Prügeleien. Zu Hause sei Andreas ebenfalls extrem anstrengend, die Hausaufgaben würden sich unter großen Streitereien meist über den ganzen Nachmittag hinziehen. Er habe auch viele Konflikte mit seinen Geschwistern, weil er ihnen auf die Nerven gehe und immer wieder Dinge von ihnen zerstöre, teils aus Versehen, teils im Impuls mit Absicht.
Die ADHS ist gekennzeichnet durch eine extreme motorische (bewegungsbezogene) Unruhe und Getriebenheit, die in vielen Situationen auftritt, z.B. in Form von herumlaufen, reden, lärmen und zappeln. Daneben zeigen die Betroffenen eine gestörte Aufmerksamkeit in Form von extrem leichter Ablenkbarkeit, geringer Konzentrationsfähigkeit und häufigem Wechsel der Tätigkeit. Dazu kommt eine gestörte Impulskontrolle, d.h., die Kinder können sich in jeder Hinsicht schwer „zusammenreißen“ und haben wenig Frustrationstoleranz. Die Symptome beginnen in den ersten fünf Lebensjahren und überdauern zeitlich, bei ca. einem Drittel besteht die Störung auch noch im Erwachsenenalter. Durch die Unaufmerksamkeit kommt es relativ häufig zu Gefährdungen und Unfällen, außerdem bekommen die betroffenen Kinder häufig soziale Probleme, da sie in Konflikte mit Mitschülern, Lehrern etc. geraten. Im Jugendalter verringert sich meistens die motorische Unruhe, während die erhöhte Impulsivität und verringerte Aufmerksamkeit bestehen bleiben, so dass das Risiko für Drogenkonsum, Verkehrsunfälle und Delinquenz erhöht ist.
Etwa 3-5% aller Kinder sind betroffen, Jungen etwa 3 – 8 mal so häufig wie Mädchen. Die Herkunft der Störung ist nicht ganz klar, neben genetischen Faktoren spielen möglicherweise Geburtskomplikationen und Veränderungen in der Familie (Scheidung) wechsel des sozialen Umfeldes, aber auch Traumatisierte Erlebnisse, die entweder noch nicht abgeschlossen oder überhaupt erkannt waren,Therapiert wird die ADHS zum einen durch einen konsequenten Erziehungsstil und entsprechende pädagogische Maßnahmen. Daneben kommt häufig als Medikament Methylphenidat (Ritalin®) zur Anwendung, dies wird aktuell als effektivste Behandlungsmethode betrachtet.
Störung des Sozialverhaltens
Diese Störung ist ein andauerndes Muster von dissozialem, aggressivem oder aufsässigem Verhalten. Die betroffenen Kinder streiten z.B. häufig, auch mit massiven Wutausbrüchen, treten ihren Bezugspersonen gegenüber aggressiv auf, lügen und halten sich nicht an Versprechungen oder sind grausam gegenüber anderen Kindern oder Tieren. Es kann zur absichtlichen Zerstörung fremden Eigentums, absichtlichem Feuerlegen, Diebstahl und disziplinarischen Problemen in der Schule einschließlich Schuleschwänzen kommen. Die Störung des Sozialverhaltens tritt häufig gemeinsam mit anderen psychischen Störungen des Kindes- und Jugendalters wie ADHS, Entwicklungsstörungen oder Drogenmissbrauch auf.
Betroffen sind zwischen 2 und 10% aller Kinder, darunter vorwiegend Jungen, wobei sich die Störung häufig über viele Jahre sehr stabil zeigt. Ein wichtiges Ziel der Therapie besteht darin, Delinquenz, also dem Begehen strafbarer Handlungen und der darauf häufig folgenden Gefängniskarriere vorzubeugen. Therapeutisch können Einzeltherapien der Kinder oder Familientherapien durchgeführt werden, daneben spielen kommunale Maßnahmen (z.B. Jugendarbeit in „Problemvierteln“) eine Rolle.
Die Stabilität der Störung im Sozialverhalten ist sehr hoch. Besonders, wenn die Kinder schon im jungen Alter aggressive Auffälligkeiten zeigen, ist davon auszugehen, dass 40% dieser Grundschüler noch Störungen des Sozialverhaltens im Erwachsenenalter zeigen. In einzelnen Fällen wie beim Vorliegen schwerer impulsiver aggressiver Verhaltensweisen können Medikamente wie z.B. Lithium oder Carbamazepin mit Erfolg eingesetzt werden. Psychosoziale Präventionsmaßnahmen sind zweifellos die entscheidenden Kriterien zur Verbesserung des Schicksals der Kinder.
Angststörungen
Ängste sind v.a. im Kindesalter ein relativ häufiges Phänomen. Viele Kinder aber auch Jugendliche zeigen Angst vor bestimmten Situationen oder Objekten (sog. „phobische Ängste“), z.B. vor Gewittern, vor Hunden oder vor der Dunkelheit. Bei 2 – 9% aller Kinder und Jugendlichen sind die phobischen Ängste so stark ausgeprägt, dass die Diagnose einer Phobie gestellt werden kann. Neben den phobischen Ängsten ist die Trennungsangst die wichtigste Angststörung des Kindes- und Jugendalters, unter der 3 – 5% aller Betroffenen leiden. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen weigern sich, ihre Bezugspersonen zu verlassen bzw. leiden unter großen Ängsten, wenn sie dies doch tun. Das führt in der Regel zum Verweigern des Schulbesuches. Kinder und Jugendliche mit Trennungsangst sind häufig schon im Kleinkindalter sehr anhänglich und gehen z.B. nicht gerne in den Kindergarten. Schwere Trennungsängste werden häufig ausgelöst durch das Erleben eines Verlassenseins (z.B. Verlorengehen im Kaufhaus, ) oder durch schwierige familiäre Situationen (z.B. drohende Trennung der Eltern oder das Empfinden keine Zuneigung zu erhalten oder der angst des Verlassen werden.). Während bei der Trennungsangst die Angst vor der Trennung von den Eltern im Vordergrund steht, haben bei der davon abzugrenzenden Schulangst die Kinder vor der Schule Angst. Sie trennen sich zwar möglicherweise leicht, gehen dann jedoch eher nicht in die Schule. Diese Angststörungen können leicht verwechselt werden, da u.U. bei beiden zunächst die Verweigerung des Schulbesuchs auffällt.
Psychosen
Schizophrene und andere Psychosen beginnen relativ selten (in ca. 4% aller Fälle) schon vor dem 15. Lebensjahr, nur etwa 1% beginnen schon vor dem 10. Lebensjahr. Je geringer das Ersterkrankungsalter ist, desto schwerer sind Psychosen zu erkennen, da sie sich im klinischen Bild stark von den Psychosen erwachsener Patienten unterscheiden. Während im Erwachsenenalter häufig eine „produktive“ psychotische Symptomatik mit Wahn und Halluzinationen auftritt, treten im jüngeren Alter häufiger auch sog. „hebephrene“ Verlaufsformen sowie sogenannte Prodrome auf. Unter Prodromen versteht man eine Symptomatik, die vielen akuten Psychosen – manchmal über Jahre – vorausgeht und sich durch Probleme wir Konzentrationsstörungen, Misstrauen, Leistungsknicks in der Schule, Ängste und sozialem Rückzug äußern. Als „hebephren“ wird eine Psychose bezeichnet, wenn sie sich v.a. darin äußert, dass der Betroffene immer weniger emotionale Teilnahme und wenig Antrieb zeigt, und in der Stimmung zunehmend flach und „läppisch“ wird.
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Samstag, 25. Mai 2013

Nach Fünf Monaten Arbeit, ist es nun Geschafft.Der 5 Band aus der Buchreihe ist nun Fertiggestellt und wird Voraussichtlich schon im September 2013 Erscheinen.Nun ist diese Buchreihe endgültig abgeschlossen.Eine gescheiterte Existenz Vdie Tragik einer Kinder & Jugendzeit..


C. Stationen in seiner Kinder Jugendzeit, hinterlassen bei vielen Offene Fragen.
Fragen im besonderen an seine Leiblichen Eltern, was habt ihr getan?

Fünf Bände füllte diese Unglaubliche aber Wahre Geschichte über C. und sein Leben, seine Kindheit und seine Jugend.
Es war für mich zeitweise sehr schwer, dies alles Niederzuschreiben und hatte so manche Beklemmenden Momente, die mich auch manchmal fast Resignieren ließen und doch habe ich es zu ende gebracht.
Ich wollte mir meine Beklemmung von der Seele schreiben, aber auch Sie verehrte Leserinnen und Leser, an dieser unglaublichen fast nicht Nachvollziehbaren Handlungen der Eltern aber auch vieler anderer Väter und Mütter teilhaben lassen. Damit endlich ein Ruck durch unsere ach so Humanitäre Gesellschaft geht und wir uns gegen solche Psychische Gewallt an Kindern erwehren, es bedarf Mut aber auch Menschlichkeit, sich für diese Einzusetzen und ihnen zu zeigen, es gibt noch Menschen, die an Sie und ihre Fähigkeiten glauben.
Hier nun setze ich den Schlusspunkt unter diese Buchreihe und beende mit diesem 5 Band die Geschichte eines Kindes, das es nicht Verdient hat, als Eine gescheiterte Existenz bezeichnet zu werden, sonder einen Anspruch, ja ein Recht darauf haben Geliebt und Geachtet zu sein, wie jedes andere Kind auch.
Dir C. gebe ich mit auf deinen weiteren Lebensweg, egal was war oder was kommt, ich werde immer an deiner Seite stehen, zu dir Stehen und dich Unterstützen wo, wann und wie auch immer. Du musst Niemanden dankbar sein und Niemanden auch nur im geringsten Rechenschaft über dein Leben abliefern. Denn dieses wurde dir so von deinen Eltern aufgezwungen. Diese alleine tragen die Verantwortung, für das was dir in deiner Kindheit und Jugendzeit widerfahren ist.
Ich werde immer an die Zeit und das Erlebte, was uns beide Verbindet zurückdenken und mir, wie auch dir sagen können: Im großen und Ganzen war diese Zeit für uns beide doch auch eine schöne Zeit.

Eine gescheiterte Existenz V. Eine Extreme Jugend



Als er in die Großstadt kam, wollte er eine Ausbildung beginnen und war zunächst in ein Langzeit Praktikum in einer Hotelkette gegangen, wo er jedoch sehr schnell an seine Grenzen kam.
Die Aussage seines damaligen Vorgesetzten, war alles in einem sehr Ernüchternd. Dieser sagte C. ist nicht geeignet für diesen Beruf und er wäre zum Zeitpunkt auch für eine Ausbildung egal in welche Richtung diese gehen würde, überhaupt noch nicht geeignet. Dies stütze er auf die Offenkundige Unreife von C. zurück, der obwohl schon Volljährig, nicht auf dem Entwicklungsstand eines solchen sei, sondern vielmehr wie ein gerade in die Pubertät gelangter 12-13 Jähriger wirke.
Seiner Überzeugung nach auch seiner Erfahrung als Ausbilder nach, wäre es für C. besser wenn dieser zunächst einer Intensiven Psychologischen aber auch soziologischen Begleitung und Behandlung bedürfe, bevor er überhaupt an eine Berufsausbildung herangehe. C. wa r also wiedereinmal an Sich selbst gescheitert und wirkte auf seinen Vorgesetzten, wie auch auf seine Arbeitskollegen, wie ein Kind das gerade erst in die Pubertät gelangte.
Seine zumeist Abenteuerlichen Dates, die er suchte und auch fand, seine hervorstehende Sexualisierung, wie auch seine Unbedarftheit führten C. an den rand eines Abgrundes. Es war der Abgrund der ihn zum Objekt, ja zum Spielzeug derer machte, die in Ihm nur eine gute Gelegenheit, ja man kann sagen als benutzbaren Gegenstand erkannten und sich daran bedienten.
Seine unzähligen Touren quer durchs Land, immer auf der Suche nach Zuneigung und Liebe, sein fast schon sich selbst ergebendes Wesen, waren zur Normalität seines Dasein geworden und trieben ihn in die Klauen derer, die in Ihm nur ein Spielzeug sahen, das man nach Gebrauch entsorgt.
Er ein Junger “Jugendlicher” Heranwachsender, auf dem Entwicklungsstand eines in die Pubertät gelangten Kindes, keinesfalls aber auf dem eines gerade erst in die Volljährigkeit gelangten Heranwachsenden.
Er und das vielfach bereits geäußerte Feststellung, all derer die Ihn kennengelernt hatten, ist dem zu Erwarteten Entwicklungsstand, weit hinter her und gibt mehr den Anschein eines 14-15 Jährigen denn eines Volljährigen Jungen Menschen.
Davon zeugt auch seine kleine Reise in die Großstadt Berlin, gelockt von einer Datebekanntschaft auf einem Einschlägigen Internetportal für Homosexuelle, machte er sich auf dem Weg in die Große Glitzernde Weltstadt, um dort eines seiner vielen Sex Dates zu treffen.
Getrieben von der Suche nach Liebe, Anerkennung und Zuneigung, reiste er dort hin, im Glauben endlich dies alles gefunden zu haben.
Sein Date, sagte mir in einem Chat folgendes hierzu aus,
ich war sehr erstaunt, das er sich auf diese lange Reise, aus Süddeutschland zu mir nach Berlin begeben hatte, Ich dachte mir aber egal Hauptsache er ist nicht Prüde und ich habe meinen Spaß
Und warum sollte ich solch eine Wahnsinns Gelegenheit, nicht Nutzen sollen?. Er wollte ja zu mir und wusste sehr genau, das es mir nur um den Spaß geht und von Liebe habe ich nie etwas gesagt.
Betrachtet man diese Aussage, kommt man sehr schnell zum Schluss, es war wiedereinmal ein Date bei dem es nur darum ging, einen Unbedarften in seiner Entwicklung schwer beeinträchtigten Jungen haben zu können und nach Gebrauch einfach wieder los zu werden.
Eine weitere Reise führte ihn nach München, wo er seinen vermeintlichen Ex-Freund besuchen wollte und gar schon mit einer Übersiedelung dahin Spekulierte.
Der vermeintliche Ex-Freund ein etwa 21 Jähriger Junger Mann, sagte über diese Episode folgendes aus: Ich kannte C. ja schon und wir hatten auch als dieser gerade 16 Jahre alt war, eine Sexuelle Beziehung. Er glaubte wir wären das perfekte Paar, für mich aber war es immer nur die Gelegenheit meinen Spaß mit ihm zu haben und das sagte ich ihm auch deutlich.
C. erfuhr also wiederum das er nur ein benutzbarer Gegenstand war und nicht die erhoffte Liebe fand, sich dessen bewusst, machte er sich auf den Rückweg und war natürlich über alle Maßen darüber Enttäuscht, dass er wiederum vergeblich Unterwegs war.
Ein anderer sagte nach einem Date folgendes über C. aus:
„was „solls“ er war ja leicht zu haben und wollte benutzt werden. Ein anderer meinte lapidar, ich wäre ja blöd gewesen, eine solche Gelegenheit, die so einfach und Unkompliziert war, mir entgehen zu lassen. Denn schließlich wollte er es ja selbst und tat einfach alles was ich von ihm forderte und erwartet hatte und alles ohne Gegenleistung, besser kann es nicht sein.
Ein weiterer sagte über C. :
warum soll ich diese Gelegenheit nicht ausnutzen, er selbst war ja bereit sich auf ein solches Date einzulassen und wusste ganz genau, das dies nichts mit Liebe zu tun hat, sondern es nur der Spaß am Sex ist und so toll war er auch wieder nicht, hatte schon bessere Dates.
C. war also bei all diesen Menschen nur ein Objekt der Begierde, das man nach Gebrauch und Benutzung einfach wegwirft. Seine unaufhörliche Suche nach Liebe , Aufmerksamkeit und Beachtung, führten ihn und führen ihn noch immer, in die Arme solcher Menschen, die keine Beziehung oder Partner suchen, sondern lapidar nur ihren Spaß mit ihm haben wollten und diesen dann auch bekamen.
C. besuchte nach seinem Fiasko im Langzeit Praktikum, eine Weiterführende Schule mit dem Ziel doch noch einen besseren Schulabschluss zu erlangen. Seine Lehrer aber auch seine Mitschüler, bemerkten sehr schnell, das C. nicht auf dem Erforderlichen und eigentlich angenommenen Entwicklungsstand eines Heranwachsenden war, sondern mehr dem eines in gerade in die Pubertät gelangten 12-13 Jährigen, so deren Aussage über ihn und seine Auffälligkeiten und sein Kindliches Wesen, das er Ausstrahlte.
Eine Mitschülerin kam zu folgender Feststellung:
kaum zu Glauben dass dieser Junge wirklich schon Volljährig ist, er kommt eher wie ein 13-15 Jähriger rüber und hat
ein sehr Kindliches Erscheinungsbild.
Ob seine Eltern irgendwann einmal Begreifen, welche Verantwortung diese dafür tragen? Ich denke eher nicht, denn diese sind nicht einmal bereit, die eigenen Defizite zu erkennen oder Einzugestehen. Diese Kind wurde nachhaltig durch seine Eltern, “Vater wie auch Mutter” in seiner Entwicklung geschädigt und braucht viel Zeit um diese Defizite in seiner Entwicklung aufzuholen.
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Eine gescheiterte Existenz V. Selbstfindung


„Nach allem, was ich über das Wesen der Liebe gesagt habe, ist die Hauptvoraussetzung für die Fähigkeit, lieben zu können, dass man seinen Narzissmus überwindet.“ (Erich Fromm) 
Wie also kann man narzisstisch gestörten Menschen helfen, ihre Verwundungen nach und nach zu heilen? Sie müssen erst einmal akzeptieren, dass die Urbeziehung missglückt ist, dass sie sich entfremdet wurden und tiefe Verlassenheitsgefühle in sich tragen. Wenn sie sich das bewusst machen könnten, dann wären sie eher in der Lage, sich zu fragen, was sie brauchen und wollen, welche Bedürfnisse und Wünsche sie haben und wie sie der Erfüllung näher kommen könnten. Haben sie einmal erkannt, dass sie um ihrer selbst willen gemocht, akzeptiert und geliebt werden wollen, dann bestände der nächste Schritt darin, sich selbst anzunehmen, aber auch spüren zu lernen, dass sie selbst auch zur Liebe fähig sind und viele positive Emotionen in ihnen schlummern.
In einem Buch über Narzissmus fand ich den trefflichen affirmativen Satz: „Ich brauche nichts zu tun, um geliebt zu werden.“ Diese positive und ermutigende Aussage impliziert allerdings, dass die verwundeten Menschen wissen, dass auch sie das verborgene grundlegende Bedürfnis eines jeden Menschen in sich tragen, dass sie ein Recht auf Liebe haben und sich ihre Wünsche zu erfüllen und nicht nur das tun, was anderen gut tut.
C. hat stets versucht anderen Gerecht zu werden, im besonderen “Vater und Mutter” er ringte um deren Zuneigung, Liebe und Aufmerksamkeit. Finden konnte konnte er diese jedoch bei Ihnen nicht wirklich, sein Vater war lediglich daran Interessiert seine Familie zu Dominieren und dieser seinen Willen aufzuzwingen, er war nicht am Seelenzustand seines Sohnes und dessen Bedürfnisse interessiert, sondern nur darum dass dieser seinen Vorstellungen, seinen Werten und seinem Willen entsprach.
Seine Mutter selbst unter der der Dominanz ihres Ex Mannes leidend, war nicht im Stande ihrem Sohn noch gerecht zu werden und entfernte sich von ihm mehr und mehr, um ihr Martyrium endlich aufarbeiten zu können und ihre Wunden aus dieser Ehezeit heilen zu können. Da dies nicht ohne weiteres möglich war, verwandte diese ihre ganze Kraft darauf, sich von dem was Sie belastet hatte zu befreien und verlor dadurch auch den Bezug zu ihrem Sohn, den Sie mehr und mehr sich selbst überlassen hatte.
Die dringend benötigte Selbstakzeptanz findet C. wahrscheinlich am leichtesten (wenn bei dieser Suche überhaupt etwas leicht fällt) in ihm selbst, dies könnte ihm den Sinn im Leben geben, der C. anregt, zuversichtlich auf die Suche nach seinen verborgenen emotionalen Tiefen und verletzten Wesensteilen zu gehen,
er könnte dann sich mit Vertrauen auf die eigenen Stärken und Talente besinnen, die jeder Mensch hat, und einen Neubeginn versuchen. Ja je mehr Vertrauen wir in uns und vielleicht auch unseren Schöpfer, oder wie immer wir die höheren Mächte nennen mögen, entwickeln, umso geringer werden Ängste und Zweifel und umso mehr Zuversicht kann sich entfalten.
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Freitag, 24. Mai 2013

Eine gescheiterte Existenz V. Wunden


Die tiefen Wunden, die in unserer Kindheit geschlagen wurden, sind durch die damaligen Verdrängungsmechanismen (Abwehrformen) nicht geheilt, wenn man sie nicht erinnert, sie sind und bleiben emotional gespeichert. 

Die Erinnerung an diese Schmerzen führt dazu, dass wir später immer wieder in Situationen geraten oder sie auch anziehen, die diese Wunde wieder bluten lassen. Der Zwang zur Wiederholung ist ein psychisches Gesetz.
Den oft zitierten Satz von C.G. Jung „Was du innen leugnest, ziehst du von außen an und nennst es dann Schicksal“ finde ich sehr gut und zutreffend, allerdings kann ein in der Kindheit Verwundeter nicht anders als seine verletzten Gefühlswunden schützen, das heißt, er muss sie leugnen – wie sonst sollte er damit leben?
Wir alle haben aber auch die Möglichkeit, uns in therapeutische Behandlung zu begeben oder uns durch entsprechende Literatur unsere geleugneten Verletzungen bewusster zu machen.
Diese harten Aspekte bedeuten eine Herausforderung, die wir – wie bei allen anderen schwierigen Konstellationen – wohl annehmen sollten.
Ich möchte nun Lukas vorstellen, einem heute 14-jährigen Jungen, dessen Ausgangssituation durch das Drama der Eltern gekennzeichnet war und dessen Entwicklung durch eine narzisstische Verwundung durch beide Eltern zutiefst gestört wurde. Lukas ist das uneheliche Kind einer damals sehr jungen Mutter, die den Vater nicht heiraten wollte, stattdessen diverse Männerfreundschaften einging und schließlich einen weitaus älteren Mann heiratete, der zweifelhaften Geschäften nachging, sehr viel trank und den Jungen mehr als lästig fand. Die heftigen Streitereien in der gemeinsamen Wohnung drangen selten nach außen, allerdings erfuhr die Großmutter über bestimmte Quellen, was sich da abspielte. Lukas wurde in der Schule bald auffällig, litt an Neurodermitis, die oft auf psychische Störungen zurückzuführen ist, an ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom) und Hyperaktivität. Später wurde er auffällig durch kleinere Diebstähle, er kam nicht nach Hause und wenn, dann traf er seinen betrunkenen “Ersatz-Vater” an oder aber es war niemand daheim.
Die Fürsorge schaltete sich ein, und Lukas wurde mit sofortiger Einwilligung der Mutter zu Pflegeeltern gegeben, die schließlich auch überfordert waren.
Nun kam Lukas in ein Heim mit integrierter Schule nach Norddeutschland und fügte sich – mit einigen drastischen Rückschlägen – doch recht gut in die Wohn- und Schulgemeinschaft ein. Seine Mutter kümmerte sich kaum um ihn, und der richtige Vater war ebenso desinteressiert, meldete sich ab und zu mal bei ihm, um dann Monate wieder nichts von sich hören zu lassen. Lukas bemühte sich um telefonischen Kontakt zu seinen Eltern, der aber fast nie zustande kam. Seine sporadischen Wutanfälle sind teils so gefährlich, dass man ihn schon mit Spritzen ruhig stellen musste. Über seinem Bett hat er Fotos von seinen Eltern angebracht, aber die einzigen konstanten Bezugspersonen, die sich liebevoll um ihn kümmern, sind seine Großeltern.
Betrachten wir nun C. und seinen Lebensweg, finden wir einige Parallelen, so die Zurückweisungen durch den Vater, wie auch das Abwenden der Mutter. Es gibt vieler solcher Fälle in Deutschland, die noch Unentdeckt sind und Kinder in einem Martyrium von Angst und Verlassenseingefühlen dahin Vegetieren.
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Mittwoch, 22. Mai 2013

Eine gescheiterte Existenz V. Verwundet und Verlassen


“So wie ich geliebt werde, kann ich mich und andere lieben”

Das Drama des narzisstisch verwundeten Menschen beginnt mit dem Drama der Eltern. Meist sind es Mutter und Vater, die ihrem Kind keine empathischen Gefühle entgegen bringen und es voller Liebe annehmen können, so wie es ist. Auch wenn wir als Kleinstkinder noch keine bewusste Verarbeitungsmöglichkeit unserer Wahrnehmungen haben, so kommen doch alle guten und negativen, verbalen und emotionalen Botschaften und Reaktionen und vor allem auch die Atmosphäre des elterlichen Umfeldes bei uns an und bestimmen fortan unsere gefühlsmäßige und seelische Entwicklung.
Wenn wir nicht erfahren durften, was es heißt, mit liebevoller Freude von der Mutter/Vater/den Eltern angenommen und in unseren Gefühlen positiv gespiegelt zu werden, wie sonst sollten wir erfahren, dass wir liebenswert sind?
Wie sollen wir dann als Menschen, dieses positive Bewusstsein weitergeben können? Wie soll das Kind denn seine Emotionale Tiefe entdecken, wenn es dieser durch Vater und Mutter vorenthalten bekommt? genau dies alles war ein wesentlicher Faktor von C. auch er konnte seine Emotionale Tiefe, seine liebenden Fähigkeiten überhaupt nicht wirklich entfalten, weil diese ihm selbst nicht zuteil wurden. So ist das Drama um seine Entwicklung erst entstanden ja so hat es sich bei ihm Manifestiert.
Bei einer solchen Entwicklungsstörung ist die Verlassenheit die Hauptursache. Das bedeutet nicht, dass das Kind tatsächlich verlassen wurde (Krankenhausaufenthalt der Mutter, Scheidung der Eltern etc.), sondern genauso häufig und nicht minder prägend ist die emotionale Verlassenheit. Das Kind muss lernen, mit ihr zu leben, um zu überleben, und alle Gefühle, mit denen es in Berührung kommen könnte, werden verdrängt. Mit der Zeit hat sich das Kind/der Heranwachsende das Fühlen abgewöhnt und lässt niemanden mehr nahe an sich heran, richtet sich nach den Bedürfnissen anderer Menschen, um nicht zurückgewiesen und verletzt zu werden. So bleibt der Mensch innerlich einsam, verwundet und sich selbst entfremdet, hat aber in der Tiefe seiner Seele den sehnlichsten Wunsch nach Liebe.
Er hat allerdings gute Antennen dafür, welche Reaktionen von ihm erwartet werden und welche Gefühle er zeigen sollte, ob er sie spürt oder nicht. Die positive Resonanz auf seine erfüllte Erwartungshaltung führt zu einer zweifelhaften Aufwertung seiner Identität oder seines Selbstwertes, denn durch die Bejahung durch einen anderen Menschen wird das eigene Gefühl der Verlassenheit nicht mehr so sehr wahrgenommen, obschon er zutiefst weiß, wie fremd er sich selbst ist.
Wenn man die Verhaltensmuster erst mal erkannt hat, möchte man sich diesen verwundeten Wesen voller Mitgefühl zuwenden, aber sehr oft lassen diese Menschen sich nicht helfen, man kommt nicht an sie heran
C. hat all diese benannten Faktoren in sich und kann sich aus diesen scheinbar nicht befreien, so sehr er sich bemüht, die Emotionalen Schranken, begleiten und brechen stets und immerfort hervor. Es ist eine Zyklotomie des Versagens seiner Eltern, die bis heute nicht begriffen haben, was diese zu Verantworten haben.
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Samstag, 18. Mai 2013


Eine gescheiterte Existenz V. Bann Botschaften

Worte wie Waffen
Worte können ähnlich verletzend sein wie körperliche Gewalt. “Sprachliche Verletzungen kommen überall da vor, wo Gefühle oder unklare Machtverhältnisse im Spiel sind”,
Sie sind ein alltägliches Problem vieler Beziehungen
Frust und AbwertungEs gibt verschiedene Varianten der verletzenden Worte: Vergleiche, die ein Kind abwerten oder direkte Angriffe: “Schau dir mal das gute Zeugnis deines Bruders an”, sagt aus, du hast ein schlechtes Zeugnis, du bist im Vergleich ein Versager. Oder “Mann, wie kann man nur so begriffsstutzig sein”, “das war mal wieder typisch” wertet das Kind direkt ab und frustriert es, es gibt ihm keine Chance, sich zu beweisen, es pauschaliert und ist nicht situationsbezogen. „Worte fügen dem Gegenüber zwar keine physischen Verletzungen zu, aber sie können durchaus als linguistisches Messer eingesetzt werden.“
Bann Botschaften für das LebenKehren solche Sätze immer wieder, können sie wie ein Fluch wirken, wie eine Prophezeiung, die sich selbst erfüllt. Den Begriff “Bannbotschaft” hat die Psychotherapeutin Sabine Unger geprägt*. Sie können entmutigen und Selbstvertrauen rauben. Kinder suchen auch später die Schuld für Misserfolge bei sich. Oder scheuen ähnliche Situationen, um gar nicht erst darin zu scheitern. Bannbotschaften sind Motivationskiller: Kinder werden ausgebremst, ihre Potenziale auszuschöpfen.
Ein so gebanntes Kind wird sich erst gar nicht anstrengen, wenn doch das Ergebnis sowieso schon fest steht. “Sprachlich war ich schon immer eine Niete”, heißt dann
die Begründung für die verkorkste Englischarbeit.
Das Verflixte an Worten ist: Sie können verletzen,
aber ihre Narben erkennt man nicht, die Wirkung baut sich langsam auf und kann eine Last für das gesamte Leben werden. Selbst wenn Erwachsene durch ihren Erfolg im Leben die Aussage als falsche Behauptung widerlegt haben, der Bann bleibt bestehen. Vor allem, wenn die Botschaft auch noch das Wort “Schuld” enthält, bürdet man den kleinen eine Last auf.
Solche Bann Botschaften, waren bei C. an der Tagesordnung und er musste ständig solch Verbale Messerstiche seines Vaters ertragen und hinnehmen.
Eltern haben immer RechtKleine Kinder glauben den Eltern, was sie sagen. Es zählt für sie, denn Eltern erklären die Welt. Also sagen sie auch die Wahrheit, wenn sie die Kinder verbal herabsetzen. “Aus dir wird nie etwas, schau dich doch an!”, “dass Du in Mathe eine Niete bist, hast Du von Mama geerbt” und “die große Nase von Papa” – was gleich zwei Personen verletzen kann. Natürlich setzen sich auch nette, positive Pauschalierungen fest, aber die sind leider seltener. Beispiel: “Die netten Grübchen hast du von Mama.”
“Immer” und “nie” mit starker WirkungKleine Worte mit großer Wirkung. “Nie räumst du dein Zimmer auf!”, “muss man dir das immer wieder sagen?” Standard-Sätze im Eltern-Wortschatz. Warum also sollte ein Kind aufräumen oder sich etwas merken, wenn die Eltern sowieso nicht daran glauben. Auch außerhalb des Elternhauses begegnen Kindern solchen Aussagen: “Heulsuse” oder “dann bin ich nicht mehr dein Freund”, damit verletzen beispielsweise schon Kindergartenkinder ihre Kameraden.
Aussagen wieder gut machenMeist werden diese Botschaften unwissentlich oder ohne böse Absicht eingesetzt, oft sogar, um Schaden von Kindern abzuhalten (“Lass mich das machen, damit du dir nicht weh tust”). Aus Ärger oder Zorn rutschen an einem schlechten Tag Eltern manchmal Formulierungen durch,
die sie eigentlich nie sagen wollten. Bleiben dies Ausnahmen, kann das ein seelisch stabiles Kind, das ansonsten viel Liebe und Zuneigung erfährt, verkraften. Auch eine Entschuldigung hilft oder bei größeren Kindern eine Erklärung der Situation. Aber: Erklärung und Entschuldigung nutzen sich ab, wenn sie nicht sparsam eingesetzt werden.
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Freitag, 17. Mai 2013


Eine gescheiterte Existenz V. der Dschungel


Der Vater ist wie auch die Mutter, ein wichtiger Bestandteil in der Entwicklung eines Kindes und hat neben der Vorbildfunktion, auch die Aufgabe, seinem Kind die Welt zu erklären und diesem unter anderem durch seine Zuneigung, durch seine Aufmerksamkeit und entsprechenden Respekt, Vertrauen zu geben in dessen Zukunft.
C. hat all diese Atribute weder von seiner Mutter, noch von seinem Vater erhalten und war schon früh sich Selbst überlassen. Er suchte und Sucht noch heute, nach Liebe und Anerkennung, er sucht sich selbst und seinen Platz.
Seine Suche ist zur zu einer Sucht geworden, die ihn des öfteren in nicht ungefährliche Situationen bringt und selbst diese nicht wirklich deuten kann.
Seine Eltern, Vater wie Mutter, haben es bis heute nicht begriffen, was ihren Sohn umtreibt, welchen Seelen Schmerz dieser mit sich herumschleppt und wie sehr ihn dieser belastet, bzw. immer tiefer in eine art Dunkelheit der Gefühle
zieht, wo es scheinbar kein Licht zu geben scheint.
Ihrer Verantwortung dessen sind beide bis heute nicht Gerecht geworden und weisen diese gar von sich.
Doch dieser Verantwortung werden beide nicht Entfliehen können, sie wird beide einholen und immer Gegenwärtig sein. Dann folgt das Erwachen, das wahrscheinlich sehr schmerzhaft sein wird. Ein Erwachen das beiden ihr Versagen vor Augen führen wird und auch beiden bewusst machen wird, welche Schuld diese zu tragen haben.
Für C. wird es ebenso ein Erwachen geben, dann wenn er feststellt, seine Suche nach Anerkennung und Liebe, nach Aufmerksamkeit und Respekt, ihn auch weiter umtreiben wird. Diese Suche ja Sucht, ist wie ein Feuer dass sich nicht einfach mal so Löschen lässt, dieses Feuer welches in ihm brennt, könnte ihn von Ihnen her zerfressen und ihn dann doch an sich selbst Scheitern lassen.
Sein Lebensweg gleicht einem Dschungel der Gleichgültigkeiten, es ist die Gleichgültigkeit seiner Eltern die ihn ein Entkommen aus diesem Dschungel fas unmöglich machen wird, wenn nicht jemand da ist, der ihm den Weg aus diesem Dschungel weist und Auffängt.
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Donnerstag, 16. Mai 2013


Von der Kopflosigkeit im Umgang mit verurteilten Straftätern

Dieser Beitrag “Von der Kopflosigkeit im Umgang mit verurteilten Straftätern” wurde im Rahmen des Criminologia Preisausschreibens von Dr. Thomas Galli eingereicht. Der Beitrag wurde mit dem zweiten Platz ausgezeichnet.

Während aktuell noch einige Gerichtsverfahren (z.B. über den Mörder des Kindes Vanessa vor dem LG Augsburg) über die Verhängung einer nachträglichen Sicherungsverwahrung (SV) für möglicherweise weiterhin gefährliche Straftäter, die ihre Strafe verbüßt haben, anhängig sind bzw. waren,
ist am 8.11.2012 ein weiteres Gesetz im Rahmen der Neuregelung der SV im Bundestag beschlossen worden („Gesetz zur bundesrechtlichen Umsetzung des Abstandsgebotes im Recht der Sicherungsverwahrung“).
Ob und für welchen Personenkreis es nachträgliche SV, Therapieunterbringung oder andere Formen des präventiven Freiheitsentzuges geben wird, ist noch umstritten, klar ist aber, dass das Konzept der SV grundsätzlich beibehalten und zum Teil noch ausgebaut werden wird.
Das neue Gesetz und die weiteren getroffenen bzw. geplanten Regelungen bringen allerdings nicht nur keine Ordnung in einen selbst für Fachleute unübersichtlich gewordenen Rechtsbereich, sondern sie sind Teil einer Entwicklung, zwangsweisen Freiheitsentzug verstärkt auf die Grundlage der Gefährlichkeit unter der falschen Prämisse der Veränderbarkeit von Inhaftierten zu stützen.
Diese Entwicklung ist fatal, sie schädigt den Rechtsstaat und eine gerechte Gesellschaft.
Wenn die SV vorbehalten wurde oder nachträglich angeordnet werden soll, kommt es erneut zu einem in aller Regel umfangreichen, teuren und öffentlichen Prozess,
die Opfer bzw. deren Angehörige werden wieder mit dem Geschehenen, das sie vielleicht erst mühsam zu verarbeiten versucht haben, konfrontiert. Meist erfahren derartige Prozesse auch eine große Medienresonanz, die Tat und der Täter geraten so wieder ins Blickfeld der Öffentlichkeit, und die Chancen, den Betroffenen nach seiner Entlassung zu integrieren, eine Unterkunft für ihn zu finden, sinken,
da u.a. Demonstrationen von Anwohnern befürchtet werden.
Zur Frage einer möglichen Gefährlichkeit holt das Gericht in der Regel mindestens zwei Sachverständigengutachten ein, die nicht selten zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Selbst wenn sich die Gutachter einig sind, wie valide sind ihre Aussagen? Wirklich überzeugende wissenschaftliche Nachweise dafür, dass Gefährlichkeitsprognosen auch nur annähernd präzise möglich sind, fehlen bisher.
In der Praxis ist es auch kaum möglich zu überprüfen, ob ein Betroffener tatsächlich z.B. eine mittlere, eine hochgradige, eine über fünfzigprozentige usw. Rückfallgefahr hat. Einige Studien deuten darauf hin, dass die große Mehrheit der rein präventiv Untergebrachten in der Freiheit nicht die schweren Straftaten begangen hätte, die befürchtet worden sind. Auf der anderen Seite stehen schreckliche Taten von Entlassenen, denen Gutachter eine relative Ungefährlichkeit bescheinigt hatten. Wenn die Gutachter tatsächlich eine Gefährlichkeit annähernd sicher feststellen könnten, dann stellt sich auch die Frage, warum nicht jeder Mensch auf deren Prüfstand kommt, wie das z.B. im Film „Minority Report“ thematisiert wird.
Wird die SV angeordnet, wird der in aller Regel therapieunwillige oder – unfähige Betroffene mit einem personellen Aufwand therapiert, der jeder „regulären“ Psychiatrie zur Ehre gereichen würde, es müssen regelmäßig weitere sehr kostenaufwändige Gutachten zur Frage einer noch bestehenden Gefährlichkeit eingeholt werden, und letztlich beißt sich die Katze auch insofern in den Schwanz, als die Wahrscheinlichkeit, jemanden nach einem Freiheitsentzug zu integrieren, fällt (und damit seine Gefährlichkeit steigt), je länger dieser Freiheitsentzug dauert.
Woher kommt das alles? Es kann als Folge und Höhepunkt einer zunehmenden Kopflosigkeit im Umgang mit Straftätern erklärt werden. Diese Kopflosigkeit hat ihren Ursprung vor allem in der Tatsache, dass sich die „Gefährlichkeit“ eines Individuums nicht als Grundlage seines Freiheitsentzuges eignet, da künftiges Verhalten nicht mit der rechtsstaatlich notwendigen Bestimmtheit prognostiziert oder geleitet werden kann. Diese nur sehr oberflächliche Tragfähigkeit der neben der Schuld (die ebenso schlecht trägt) zweiten Säule des zwangsweisen Freiheitsentzuges bewirkt, dass das strafjustizielle System insgesamt sehr durchlässig gegen argumentative Angriffe von innen und außen ist, so dass innerhalb des Systems kaum noch Bereitschaft besteht, Verantwortung in die eine oder andere Richtung zu übernehmen aus Angst davor, den „Schwarzen Peter“ zugeschoben zu bekommen.
So hat das Bundesverfassungsgericht zwar sämtliche Regelungen zur SV für verfassungswidrig erklärt,
aber deren Weitergeltung bis längstens zum 31. Mai 2013 und einen verschärften Prüfungsmaßstab mit den Voraussetzungen einer „psychischen Störung“ und einer „hochgradigen Gefahr schwerster Gewalt- und Sexualstraftaten“ angeordnet und sich so um eine klare Entscheidung herumgewunden. Die Forderung des BVerfG, aus Gründen der Verhältnismäßigkeit müsse für jeden Betroffenen vor der Anordnung oder für den Weitervollzug der SV ein individuell ausgerichteter Therapieplan umgesetzt bzw. zumindest angeboten worden sein, klingt gut, geht aber an der Tatsache vorbei, dass es sich bei den fraglichen Personen in aller Regel um solche mit massiven dissozialen Störungen der Persönlichkeit handelt, die nach dem gegenwärtigen Stand der Wissenschaft kaum therapierbar sind. Auch haben diese Personen meist eine lange „Vollzugskarriere“ mit unzähligen (und sehr kostenintensiven) Therapieangeboten bzw. – versuchen hinter sich, die alle nichts bewirkt haben. Das BVerfG hat so in Verkennung der Realität von Gesetzgeber und Justiz Unmögliches bzw. Sinnloses gefordert. Die Länder haben daraufhin große Summen u.a. in zusätzliches therapeutisches Personal für Sicherungsverwahrte investiert. Zuvor hatten sie die SV zwar als Maßregel tituliert, jedoch im Wesentlichen vollzogen wie eine Strafe, so dass die Bundesrepublik Deutschland wiederholt vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) zur Zahlung von Schadensersatz an Betroffene verurteilt worden ist. Der Schadensersatz wurde geleistet, die Geschädigten zunächst aber dennoch nicht entlassen. Für Sicherungsverwahrte, die aufgrund der Rechtsprechung des EGMR und später des BVerfG entlassen werden mussten und müssen, wurde hastig das Therapieunterbringungsgesetz geschaffen, das es ermöglicht, ehemalige Sicherungsverwahrte unter Erfüllung nicht sehr hoher Voraussetzungen in psychiatrischen Anstalten unterzubringen. Hier wird nicht ohne Grund von einem Missbrauch der Psychiatrie gesprochen.
Geht es im Einzelfall um die Anordnung oder den Weitervollzug einer vorbehaltenen oder nachträglichen SV, wird die JVA zu der Frage angehört, ob sie den Betreffenden für gefährlich hält. Sie wird sich, will sie nicht die Verantwortung für eine Freilassung (mit-) übernehmen wollen, wenn dann doch etwas passiert, was nie ganz auszuschließen ist, im Zweifel für die Einschätzung des Betroffenen als gefährlich entscheiden, ebenso die Staatsanwaltschaft, die entscheiden muss, ob sie die SV beantragt. Das Gericht muss dann über die SV entscheiden, und stützt diese meist im Wesentlichen auf die Gutachter, die selbst wiederum keine Entscheidung treffen, häufig nicht einmal eine klare Aussage. Wenn sich das Gericht entschließt, die SV nicht anzuordnen bzw. weiter zu vollziehen, begründet es seine Entscheidung oft zusätzlich mit Versäumnissen der Vollzugsanstalt, die z.B. dem Betroffenen keine ausreichenden therapeutischen Angebote gemacht hätte.
Dieses „Schwarzer-Peter-Spiel“ ist insgesamt weder rechtsstaatlich noch sachgerecht. Der Grundsatz „Im Zweifel für den Angeklagten“ wird in sein Gegenteil verkehrt, auch fragt man sich, ob die Unmengen an Ressourcen, die in diesem Spiel verbraucht werden, nicht sinnvoller z.B. für die Opferfürsorge verwandt werden könnten.
Woran krankt das System? Vor allem an einer zunehmenden Selbstverleugnung und Verlogenheit im Umgang mit Normabweichern. Wir sind es, die wütend sind auf Mörder kleiner Kinder, und wir sind es, die Angst vor ihnen haben. Wir sind es, die daher bestimmte Leute wegen ihrer schrecklichen Taten nicht in Freiheit unter uns haben wollen. Der Versuch, nicht nur unseren eigenen Willen zur Grundlage des Freiheitsentzuges Anderer zu machen, sondern diesen Willen durch eine Verortung im Anderen objektivierbar, nachvollziehbar und überprüfbar zu machen ist gerade vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte richtig und rechtsstaatlich notwendig. Inzwischen sind wir aber weit über das Ziel hinausgeschossen, in unserem Bemühen um eine gerechte und ausgewogene Entscheidung jedes Einzelfalls versuchen wir zu verdrängen, dass hinter dem Freiheitsentzug staatliche und gesellschaftliche wut- und angstgeleitete Aggression steht. Die Verdrängung vorhandener Triebkräfte aber führt bei einer Gesellschaft ebenso wie beim Individuum in der Regel dazu, dass sich diese Kräfte im Verborgenen auswirken, sich immer neue Wege suchen, und auch immer stärker werden, da sie keine bewusste Katharsis erfahren. Genau diese Situation können wir derzeit im Umgang mit Straftätern mit den skizzierten Folgen beobachten.
Was wir (d.h. Gesellschaft, Justiz, Gesetzgeber) also brauchen, ist mehr Ehrlichkeit im Umgang mit Normen und Abweichern von den Normen. Eine rechtsstaatliche Gesellschaft darf weder über das hinwegtäuschen, was sie will, noch über das, was sie kann, indem sie sich in nebulöse Begriffe wie Gefährlichkeit, Schuld oder psychische Störung flüchtet. Gesetzliche Grundlagen des Freiheitsentzuges dürfen nur Fakten sein, insbesondere sind dies einerseits die Taten von Individuen, die bei uns Wut oder Angst (inwieweit die eine oder die andere berechtigt ist, kann hier nicht näher diskutiert werden) auslösen, und andererseits ist dies die Tatsache, dass es kaum Möglichkeiten gibt, Verhalten von Individuen zwangsweise zu verändern oder vorherzusagen.
Wir haben das Bedürfnis und wohl auch das Recht, bestimmten Leuten in extremen Ausnahmefällen
(sicher nicht in dem Umfang, in dem es derzeit geschieht!) lange bis hin zu tatsächlich lebenslang die völlige Freiheit zu entziehen. Wenn wir dies tun, sollten wir es jedoch nicht verschämt hinter Therapieangeboten, Begutachtungen, ständiger Überprüfung einer vorzeitigen Entlassung usw. kaschieren und damit rechtlich kaum angreifbar zu machen.
Wir müssen aber auch einsehen, dass von allen Menschen gewisse Risiken ausgehen und wir in anderen Bereichen
(z.B. dem Straßenverkehr) bereit sind, ungleich höhere Risiken zu tragen. Wo genau wir die Grenzen ziehen, welches Risiko wir in Kauf zu nehmen bereit sind, wie wir reagieren auf die Normabweichung einzelner, ist eine anderes Problem, wir dürfen uns dabei nur nicht in die Tasche lügen!

erlange Verfahrensdauer oder Hauptverhandlungen sind Normalität gleiches gilt für Ermittlungsverfahren die nicht selten 2 Jahre übersteige...