Donnerstag, 28. Februar 2013


Pubertät ?


Wenn mit einem Mal die Türen wie von alleine knallen, Tränen fließen, obwohl gerade noch alles in bester Ordnung schien und das eigene Kind findet, Mama und Papa seien plötzlich die peinlichsten Menschen, mit denen sich die Welt jemals auseinander zu setzen hatte – dann, ja dann ist es wohl soweit: die Pubertät ist eingezogen. Und mit ihr die Erklärung für alle neuen Ereignisse: Die Türen knallen halt, weil der dumme kleine Bruder nicht das Telefon frei gibt, die Tränen fließen, weil der schönste Lockenkopf aus der 8b lieber mit Tina aus der 7. Eis essen geht und warum Mama und Papa plötzlich so unglaublich peinlich sind, liegt klar auf der Hand: Weil sie es können … Scheinbar erwachen sie morgens nur aus ihrem Schlaf, um ihr Tagesziel zu vollbringen – ihre Kinder in den Wahnsinn zu treiben. Und warum genau müssen sie immer die bedenklichsten Klamotten anziehen, die ihr Kleiderschrank offenbar hergibt?
Dann bleibt nur noch Eines zu fragen: Wer bin ich und was zur Hölle mache ich eigentlich hier? Für die Eltern ist es klar an der Zeit, dem Kind einen neuen Namen zu geben: Pubertätsmonster.
Aber man selbst? Schlägt sich mit all diesen plötzlich auftauchenden Persönlichkeiten rum und hofft, das Psychowirrwarr irgendwann in den Griff zu bekommen. Warum genau findet man jetzt den Paul plötzlich so schön, obwohl der bisher eigentlich nur dadurch auffiel, dass er sich immer in der Schulhofecke rumtrieb? Doch jetzt treibt er sich nicht mehr rum, da lehnt er sich an. Und zwar lässigst. Zum Verlieben. Quasi.
Seltsam, diese ganzen Veränderungen – für die Eltern, Geschwister, einen selbst. Es wird besser, irgendwann ;)
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Mittwoch, 27. Februar 2013


Jugend Delinquenz die Kindheit ist Prägend.



Ursachen für die Entstehung von Jugendgewalt
Großen Einfluss auf das Entstehen von Jugendgewalt hat das Elternhaus, in dem Kinder Liebe und Zuneigung, aber auch psychischen und körperlichen Missbrauch erfahren können. Körperliche Bestrafung ist für Kinder und Jugendliche deshalb problematisch, weil Kinder und auch viele Jugendliche noch nicht verstehen, warum man ihnen Schmerzen zufügt, denn sie sind kognitiv oft noch gar nicht in der Lage, einen Zusammenhang zwischen ihrem Verhalten und dem Schmerz der Schläge nachzuvollziehen. Schläge schädigen vor allem das Selbstwertgefühl der Kinder und Jugendlichen, denn sie fühlen sich nicht geliebt und verlieren das Gefühl der Geborgenheit. Kinder und vor allem Jugendliche lernen durch diese Erfahrungen, dass Schläge ein probates Mittel zur Durchsetzung eigener Vorstellungen sind und geben dieses Muster als Erwachsene an ihre Kinder oder an andere weiter. Jede körperliche Gewalt – auch die kleinste – ist für Kinder mit einer Enttäuschung verbunden, denn diese beziehen das erst einmal auf sich als ganze Person und fühlen sich als Versager. Eine Ohrfeige vor allem in der Öffentlichkeit stellt für Kinder auch eine große Demütigung dar,
doch auch verbale Gewalt fühlt sich für Kinder oft wie ein Schlag an. Besonders schwierig für Jugendliche ist die Zeit des Überganges zwischen Kindes- und Jugendalter auch deshalb, weil sie sich zwischen Kindheit und Erwachsensein bewegen, sie wünschen sich jedoch bereits Erwachsenenstatus, der oft mit falschen Mitteln erreicht werden soll.
Der immer größere Wunsch nach Individualismus in der Gesellschaft hat große Auswirkungen auf die Institution Ehe und Familie. Durch diese Entwicklung erleben immer mehr Kinder familiäre Desintegration, dies führt zu Unsicherheiten und Belastungen innerhalb der Familie.
Die zunehmende Verschlechterung des Familienklimas kann eine mögliche Erklärung für jugendliche Gewalt sein. Besonders ungelöste Streitigkeiten der Eltern, die zu keiner Klärung der Probleme führen, können einen Einfluss auf Kinder und Jugendliche haben. Weiters sind auch die Uneinigkeit der Eltern im Erziehungsstil, ein inkonsistentes Disziplinierungsverhalten der Eltern, geringe emotionale Nähe und Unterstützung der Kinder negative Zeichen für diese Entwicklung (vgl. Uslucan, Fuhrer, Rademacher 2003, S. 282).
Nicht nur Individualismus kann für die Entstehung von Gewalt eine Rolle spielen. Jugendliche, die in ihrer Kindheit oft physischer Gewalt ausgesetzt waren, tendierten viel öfter ebenfalls zu Gewalt, um ihre Ziele zu erreichen (vgl. Uslucan, Fuhrer, Rademacher 2003 S. 282). Kinder, die dieser Form von Gewalt ausgesetzt sind, werden oft mit Liebesentzug bestraft, was zu einem gehemmten Verhältnis zu Gleichaltrigen führen kann (vgl. Engfer 2002 S. 802). Wenn diese psychische Gewalt dauerhaft ist, wirken die Kinder im Kindesalter „ungehorsam, hyperaktiv, aggressiv und quengelig ( Engfer 2002, S. 803)“. Später können sich daraus nervöse Ticks entwickeln und die Jugendlichen können auch selbst zerstörerisches Verhalten zeigen (vgl. Engfer 2002, S. 803).
Auch das Erleben körperlicher Gewalt und der Wunsch der Bewältigung der Probleme im Elternhaus führen die Jugendlichen aber auch oft zu gewaltbereiten Gruppen (vgl. Uslucan, Fuhrer, Rademacher 2003, S. 282). Körperliche Bestrafungen nahmen aber im Laufe der Zeit ab.
Es zeigte sich, dass Eltern, die selbst gewaltfrei heranwuchsen, auch ihre eigenen Kinder nicht mit Gewalt erzogen (vgl. Engfer 2002, S. 804). Die Missbilligung von körperlicher Gewalt in der Öffentlichkeit zeigt, dass diese Form von Gewalt in Familien nicht mehr anerkannt ist. Jedoch ist erstaunlich, dass Kinder genau aus diesem Phänomen heraus die eigene erfahrene körperliche Gewalt verharmlosen. Partnerschaftskonflikte, die oft auf die Kinder übergreifen oder die schwierige Situation alleinerziehender Mütter erhöhen ebenfalls die Gewaltbereitschaft (vgl. Engfer 2002, S. 805).
Weiters kann auch die Vernachlässigung bei Kindern und Jugendlichen zu großen Folgewirkungen führen. Unter Vernachlässigung wird keine ausreichende Ernährung, Pflege, Förderung, Gesundheitsversorgung, Schutz vor Gefahren verstanden. Sie lässt sich häufig in der Verbindung mit extremer Armut und sozialen Randgruppen feststellen.
Auch Kinder von psychisch Kranken und Drogenabhängigen zeigen starke Entwicklungsrückstände, was auf die physische und psychische Vernachlässigung zurückzuführen ist. Die Entwicklungsrückstände beinhalten Rückstände in der kognitiven und sozial- emotionalen Entwicklung und ein ungepflegtes Äußeres, weshalb diese Kinder auch oft von Mitschülern und Lehrern abgelehnt werden. Vor diesen Rückständen können die Kinder nur durch Herausnahme aus der Familie geschützt werden (vgl. Engfer 2002, S. 801f).
Gewalt in der Familie kann auch als letztes Mittel gegen die Aggressivität oder den Ungehorsam der Kinder dienen. Die Auffälligkeiten, die Kinder zeigen, lassen sich von psychischen Problemen der Eltern ableiten. Die Verhaltensauffälligkeit liegt bereits vor, ehe überhaupt geschlagen wird. Beispielsweise sind behinderte Kinder dreimal so häufig Gewalttätigkeiten ausgesetzt. Bislang ist noch nicht geklärt, welche Auffälligkeiten zu Misshandlungen führen. Jedoch können bereits Streitereien mit den Geschwistern die Gewalt der Eltern hervorrufen. Kinder aus solchen Familien weisen oft kognitive und sprachliche Rückstände auf. Sie haben geringe soziale Kompetenzen, wenig Ausdauer und sind nur gering belastbar. Weiters haben sie Probleme im Umgang mit Gleichaltrigen. Es gibt auch Spätfolgen dieser Misshandlungen. Beispielsweise können bei Jugendlichen eine höhere Aggressionsbereitschaft, Alkohol- und Drogenmissbrauch, emotionale Probleme und Suizidneigungen auftreten (vgl. Engfer 2002, S. 806f).
Besonders das Kinder- und Jugendalter gibt Aufschluss über die zukünftige Entwicklung bezüglich der Straffälligkeit.
So geschieht es sehr selten, dass die Delinquenz erst im Erwachsenenalter beginnt, jedoch jugendliche Straftäter/innen realistische Chancen besitzen, nicht mehr straffällig zu werden.
Bei Untersuchungen, welche auf Zusammenhang von Art und Häufigkeit der Straftaten und dem Alter der Täter/innen abzielten, wurde ersichtlich, dass die Delinquenz in der Gruppe der 16- bis 20-Jährigen am höchsten ist, diese jedoch später relativ stark und beständig
abnimmt (vgl. Montada 2002, S. 862).
Jugend Delinquenz ist meist Hausgemacht und folge der erlebten Kindheit und Jugend im sozialen Umfeld des Elternhauses, hier gilt es Präventiv zu wirken um Jugend Delinquenz wirksam zu begegnen
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Dienstag, 26. Februar 2013




Nicht nur, aber besonders unter den Jugendlichen. Während Psychologen, Sozialarbeiter und Pädagogen das Phänomen zu erklären versuchen, herrscht eine gewisse Ratlosigkeit, was dagegen zu tun wäre. Die bisweilen von Politikern gemachte Aussage sind jedoch genauso unsicher und vage. Es gibt seit Jahren Überlegungen bei den Politikern, wie man der Kriminalität und Aggressivität von Jugendlichen entgegenwirken kann und welche Folgen oder Strafen es auf Taten geben sollte.
Auch auf Grund aktueller Ereignisse von Gewalttaten von Jugendlichen die durch die Medien gegangen sind, ist die Problematik wieder in die Diskussion gekommen. Laut der polizeilichen Kriminalstatistik greifen immer mehr Jugendliche zur Gewalt. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Gewaltkriminalität unter Jugendlichen im Jahr 2007 um 4,9 Prozent zu.
Konkret gilt es, eine dreistufige Strategie anzuwenden, bestehend aus den Elementen Prävention, Intervention und Sanktion.
Das alles aber kann nur gelingen wenn in den Familien im Sozialen Umfeld damit begonnen wird, den Kindern und Jugendlichen eine fundierte Geborgenheit, Sicherheit und auch Verständnis zu ermöglichen. Nur wenn das Soziale Umfeld, die Soziale Kompetenz gestärkt und gefördert wird, kann man dem Problem Jugendkriminalität wirklich effektiv begegnen.
Ich sprach es bereits in den vorangegangenen Beiträgen an, wenn wir nicht wollen das unsere Kinder Gescheiterte Existenzen werden und ihre Selbstbestimmung sowie unsere Verantwortung achten, ist es möglich diesen auch eine gesicherte Zukunft zu ermöglichen.
Ansatzpunkte für eine primäre Prävention in der Kindheit liefern Untersuchungen, die zeigen, daß Armut kombiniert mit chaotischen Familienverhältnissen und problematischen familiären Interaktionsformen und Erziehungsstilen antisoziale Auffälligkeiten generieren oder stabilisieren.
Die kriminologische Forschung ist vielen Hypothesen nachgegangen. Trotz zahlreicher und vielfältiger Untersuchungen bleibt die Frage nach “den” Ursachen der Jugendkriminalität und ihrer spezifischen Entwicklung offen. Man geht heute davon aus, daß Jugendkriminalität nicht eine oder wenige isolierbare Ursachen hat, sondern daß hier viele Faktoren und Bedingungen eine Rolle spielen.
Zu den Faktoren, die häufig genannt werden, zählen u.a.:
zerrüttete Familienverhältnisse Anonymisierung infolge der Verstädterung Jugendarbeitslosigkeit und dadurch fehlende Perspektiven fehlende Erfolgserlebnisse in Ausbildung und Beruf Werteverfall der Gesellschaft falsche Vorbilder oder Medieneinflüsse Komsumverhalten aufgrund reißerischer Werbung breitere Gelegenheiten für kriminelle Aktivitäten (z.B. Computerkriminalität) allgemeine Gewaltorientierung in der Gesellschaft.
Ursachen sind im familiären Umfeld, aber auch in der Gesellschaft selbst zu suchen. Eine Gesellschaft, die Markenfetischismus predige und mit allen psychologischen Finessen Bedürfnisse bei Kindern und Jugendlichen wecke, brauche sich nicht über deren Ladendiebstähle zu wundern, Zudem gelte: Kinder, die selbst Opfer von Gewalt wurden, werden oft straffällig. Neue wissenschaftliche Untersuchungen belegen,
dass misshandelte Kinder doppelt so oft zur Gewalt greifen und dass Kinder aus sozial zerrütteten Familien weitaus häufiger straffällig werden, als jene aus gesicherten Verhältnissen.
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Wer nicht vertrauen kann, findet kein Vertrauen.

Jeder Mensch hat sich in seinem Leben eine bestimmte Grundeinstellung hinsichtlich anderer Menschen zugelegt. Diese Grundeinstellung entwickeln wir aufgrund unserer Erfahrungen in der Kindheit.
Kinder und Jugendliche haben ein absolutes Vertrauen in ihre Umwelt, bis sie erfahren, dass sie enttäuscht werden können.
Solche Situationen können sein:
wenn niemand da ist, wenn sie Hilfe brauchen
wenn die Eltern etwas ankündigen und es nicht einhalten,
wenn zu hohe Anforderungen an sie gestellt werden, sodass sie immer wieder erleben, etwas nicht zu schaffen,
wenn sie sehr häufig kritisiert werden,
wenn die Eltern sie grundlos schlagen oder beschimpfen,
wenn die Eltern sie überbehüten und keine eigenen Erfahrungen machen lassen, oder Sie nicht beachten und Ihnen die Achtung und den Respekt versagen, oder Liebe und Zuneigung vorenthalten.
Wenn die Eltern launisch sind und ihre Launen am Kind auslassen,
wenn Kinder sich einer Situation hilflos ausgeliefert fühlen wie beispielsweise einem langen Krankenhausaufenthalt oder einer Kinderkur, wenn eines der Elternteile stirbt oder die Eltern sich trennen.
In solchen Situationen lernen Kinder, ein geringes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, in andere Menschen oder in das Leben zu entwickeln.
Eine Gescheiterte Existenz das Verbogene Kind
ISBN: 978-84-9015-688-9
Eine Gescheiterte Existenz das Leiden der Kinder
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Eine Gescheiterte Existenz die Zukunft ist Ungewiss
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überall im Buchhandel erhältlich……..
Julian Rotter, Verhaltensforscher an der Universität von Connecticut hat Untersuchungen mit eher misstrauischen und eher vertrauensvollen Menschen durchgeführt und dabei auch Vorurteile gegenüber vertrauensvollen Menschen überprüft. Er fand weder Belege für die Vorurteile, dass vertrauensvolle Menschen dümmer und leichtgläubiger sind als misstrauische, noch dafür, dass vertrauensvolle Menschen häufiger übers Ohr gehauen werden.
Unsere Erwartungen beeinflussen unser Verhalten – auch wenn uns das nicht bewusst sein mag – und andere Menschen reagieren darauf entsprechend.
Der eigene Umgangsstil auch mit seinen Kindern, ruft in unseren Mitmenschen genau diejenigen Verhaltensweisen hervor, die unseren Erwartungen entsprechen. Es erfüllt sich das, was wir erwarten. Deshalb nennt man dieses Phänomen in der Psychologie“Selbsterfüllende Prophezeiung”.
Wenn Du überzeugt bist, etwas nicht erreichen zu können, dann ist es unerreichbar für Dich. Glaube daran, dass alles möglich ist, solange Du nicht das Gegenteil erfahren hast.
Wir sollten gerade dieses Grundvertrauen unseren Kindern Vorleben, ihnen damit zeigen, Ich Vertraue dir und dem was du machst und ich werde dich in deinen dir selbst gesteckten Zielen immer Unterstützen.
Nur wenn wir unseren Kindern dies Vorleben, können diese wirkliches Vertrauen in uns und unsere Umwelt bekommen.
Ich habe mich deshalb entschieden, trotz mancher Enttäuschung, anderen Menschen immer wieder einen Vertrauensvorschuss zu geben – um meinetwillen und wegen der anderen.
Wenn ich nicht sofort mit negativen Gedanken auf Menschen zugehe und diesen eine Chance gebe, dann fühle ich mich besser, und ich habe mehr Gelegenheiten, anderen Menschen nahe zu sein. Blocke ich innerlich sofort ab und bin nicht vertrauensvoll, bin ich zwar sicherer, nicht enttäuscht zu werden, doch ich nehme mir auch die Möglichkeit, schöne Erfahrungen zu machen und eine vertrauensvolle Beziehung zu diesem Menshen aufzubauen. Außerdem lebt es sich mit dem Gedanken, dass es liebenswerte und vertrauenswürdige Menschen auf der Welt gibt, besser und zufriedener.
Werde ich enttäuscht, weil der andere mich ausnutzt, auslacht, ablehnt oder ähnliches, gehe ich folgendermaßen damit um: Wenn ich die Möglichkeit habe, teile ich ihm meine Enttäuschung und meine Wünsche mit.
Unser Vertrauen kann missbraucht werden. Eine gute Vertrauensbasis ist jedoch wichtig für unser Wohlbefinden und unsere Beziehungen, zu unseren Kindern zu unserem Partner und zu unseren Mitmenschen.
Ein Kind ein Jugendlicher braucht unser Vertrauen, unsere Anerkennung und unsere Liebe wie auch Zuneigung, ohne dies kann dieses Kind dieser Junge Mensch nicht bestehen in dieser manchmal sehr kalten Wirklichkeit des Lebens.
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Montag, 25. Februar 2013


Eine Gescheiterte Existenz II die Ängste des Verlassen werden.




Wie können Eltern ihrem Kind die Angst vor dem
Alleinsein nehmen?
Ganz anders geht es den Kindern. Sind sie allein, so kommen ganz schnell Gefühle der Angst in ihnen hoch. Angst verlassen zu werden, keinen Beschützer zu haben und ganz auf sich allein gestellt zu sein. Angst, mit den eigenen Gefühlen konfrontiert zu werden und damit nicht zurecht zu kommen. Das ist verständlich, denn die Angst vor dem Alleinsein ist eine Urangst. Man denke nur an die Steinzeitmenschen. Ohne Gemeinschaft wären sie Feinden gegenüber machtlos gewesen und nur im Verband war ihr Leben zu meistern. Natürlich überfallen uns in unserer zivilisierten Welt keine wilden Tiere mehr und wir können auch ganz gut einige Zeit ohne andere Mitmenschen leben. Doch die Angst vor dem Alleinsein haftet vielen von uns immer noch an.
Dass diese Angst vor allem bei Kindern auftritt, ist kein Zufall. Kinder können Situationen noch nicht so gut einschätzen und auch das Zeitgefühl entwickelt sich erst mit den Jahren. Fünf Minuten können für einen 3-jährigen eine halbe Ewigkeit bedeuten und eine Zeitspanne von zwei Wochen ist selbst für einen Grundschüler kaum zu überblicken. Erst mit zunehmender Lebenserfahrung merken Kinder, dass Mama und Papa doch wiederkommen und sie nicht allein zurücklassen werden.
Wenn Kinder Angst vor dem Alleinsein haben
Doch was sind die typischen Angstsituationen in diesem Zusammenhang? Besonders für kleinere Kinder bedeutet es eine große Herausforderung im eigenen Zimmer zu schlafen.
Zu der Angst allein zu sein kommt hier noch die Angst vor der Dunkelheit in der Nacht. Einfühlsame Eltern muten ihrem Kind daher diesen Schritt erst dann zu, wenn es wirklich bereit dafür ist.
Eine weitere Situation, die Kindern Probleme bereiten kann, ist die Eingewöhnung in den Kindergarten oder in die Schule. Natürlich sind die Kinder da nicht allein – schließlich ist die gesamte Gruppe nebst Erzieherinnen oder Lehrern anwesend. Doch ist der Nachwuchs von den Eltern getrennt und genau diese Tatsache ist es, welche Kinder ängstigt.
Besonders schwer haben es Kinder, die bisher nur am Rockzipfel der Mutter hangen und kaum die Gelegenheit hatten, anderweitige Kontakte zu pflegen.
Nicht immer lassen sich die Ursachen der kindlichen Ängste erkennen und oftmals ist es auch gar nicht notwendig sie zu hinterfragen. Entscheidend ist die Reaktion der Eltern auf die Angst des Kindes bezüglich des Alleinseins. In erster Linie möchte das Kind ernst genommen werden. Es braucht einen, der ihm zuhört und es tröstend in den Arm nimmt. Jemanden, der seine Tränen trocknet und einfühlsam mit ihm spricht. Und ein ängstliches Kind braucht auch immer Ermutigung. Angst kann man nur überwinden, wenn man bereit ist, ein Risiko einzugehen. Und gerade für recht junge Kinder bewährt sich hier die Theorie der kleinen Schritte. Die Devise heißt Mut machen aber nicht überfordern. Regelmäßige Kontakte zu Gleichaltrigen geben dem Kind die Möglichkeit, seinen Horizont zu erweitern und nicht übermäßig stark auf die Eltern fixiert zu sein. Gelingt dies, so wird sich ein Kind auch allein weniger ängstigen, da es bereits ein gewisses Selbstbewusstsein aufbauen konnte.
Generell sollten Eltern ihren Nachwuchs nicht allein lassen, wenn sie spüren, dass ihr Kind dazu noch gar nicht bereit ist. Und wenn es sich gar nicht vermeiden lässt, so ist zu empfehlen, dass sie zumindest telefonisch jederzeit erreichbar sind. Ein Babysitter in der Wohnung oder die nette Nachbarin von nebenan, welche ein Auge auf die Kids hat, wenn die Eltern beispielsweise im Theater sind, geben Sicherheit und das Gefühl, immer einen Ansprechpartner zu haben.
Gegen die Angst des Kindes vor dem Alleinsein ist eine intakte Eltern-Kind-Beziehung die beste Medizin. Ohne Vertrauen, Geborgenheit und Liebe kann die Seele des Kindes für immer verletzt werden. Dessen sollten sich alle Eltern bewusst sein.
Es ist wohl kaum zu leugnen, dass die Hemmschwelle eine Scheidung einzureichen, in den letzten Jahren gesunken ist. Nahezu jede zweite Ehe in Deutschland wird wieder geschieden.
Die Zahl macht Verlobten zwar Angst, aber betroffenen Ehepartnern auch wieder Mut. Denn sie wissen: Ich bin nicht allein – es ergeht vielen so wie mir!

Trägt sich jemand mit dem Gedanken, sich scheiden zu lassen, kommen ihm eine Menge Fragen in den Sinn. Welche Rechte habe ich, wie funktioniert überhaupt eine Scheidung und viel wichtiger, wie reagieren die Kinder? Entstehen mir schwere finanzielle Einbußen?
Es ist sicher jedem bewusst, dass eine Scheidung gleichzeitig immer eine Belastungsprobe für alle Parteien ist. Und Hauptleidtragende sind nicht selten die Kinder. Daher scheuen viele Menschen, diesen endgültigen Schritt zu gehen.
Scheidung der Eltern – Wechseln der Ebenen zwischen Ex-Paar und Eltern
Beide Partner müssen zwangsläufig auf die Eltern-Ebene wechseln, egal welcher Trennungsgrund vorliegt. Man trennt sich nie, weil man sich so sehr liebt, sondern weil man mittlerweile getrennte Wege gehen will oder muss. Ob man will oder nicht: Es bleibt zumindest ein gemeinsames Interesse bestehen, das Kind.

Aus Kindersicht sind weder Mama noch Papa doof, um es mal ganz simpel zu formulieren. Niemand will Eltern, die doof sind. Es verbietet sich also von selbst, das jeweils andere Elternteil zu verunglimpfen. Langfristig gesehen werden derartige Verhaltensweisen von Elternteilen sowieso meist zu Bumerangs gegen sie selbst. Unabhängig davon erschweren sich Eltern dadurch die Erziehungsarbeit, weil das Kind genau das tut, was es tun würde, wenn die Eltern noch zusammen, aber ebenso uneinig wären: Es spielt die Eltern gegeneinander aus.
Das Ex-Paar sollte seine ureigensten Angelegenheiten in Abwesenheit des Kindes regeln und als am Wohl ihres Kindes interessierte Eltern etwas Ruhe einziehen lassen, vorübergehend feste Abhol- oder Besuchszeiten einrichten, in deren Rahmen man zunächst nur Organisatorisches im Bezug auf das Kindeswohl regelt. Dem Kind wird altersgemäß erklärt, dass sich die Eltern nicht mehr verstehen, aber Mama/Papa immer für es da sein werden, dass sich dahingehend nichts ändert.
Es gibt nur eine Mutter und einen Vater im Leben eines Menschen
Empfehlenswert ist – je nach Entwicklungsstand des Kindes – diese Verfahrensweise auch, wenn neue Partner der Auslöser für die Trennung waren.
Hierzu sei gesagt: Dem Kind muss nach so einem schweren Eingriff in sein gewohntes Leben eine Atempause gegönnt sein, neue Partner erst vorgestellt werden, wenn genug Zeit verstrichen ist. Und noch etwas ist in diesem Falle wichtig: Jedes Kind hat nur eine Mutter und einen Vater. So lieb und nett beispielsweise der neue Lebensgefährte von Mutti ist, er hat einen Vornamen, bei dem man ihn nennen kann. Falls er – auch solche Fälle gibt es leider – ein besserer Vater ist als der biologische, sollte das Kind ihn nie beim gleichen Vati-Papa-Papi-Namen nennen wie den Vater, der sich nicht mehr blicken lässt.
Folgen für das Kind – Wettbewerbsverhalten und Geld
Der häufigste Streitpunkt bei Ex-Partnern bezüglich des Kindes ist das liebe Geld. Die Grundregel lautet auch hier: Niemals vor dem Kind streiten. Wenn im Falle der Unterhaltspflichtverletzung der Vater das Kind abholt, winkt die Kindsmutter ihnen freundlich
hinterher, nimmt ihren Mantel und sucht einen Anwalt oder das Jugendamt auf.
Ein weiterer Streitpunkt ist oftmals, dass die Mama, bei der das Kind meist wohnen bleibt, den Alltag bestreitet und der Papa dem Kind große und viele Geschenke präsentiert. Meist geschieht das im Laufe der Zeit, parallel dazu erhöht sich das Frustpotenzial insbesondere der Mutter. Hier ist ein Treffen auf neutralem Boden angebracht, ohne Kind, bei dem über eine mögliche neue Besuchsregelung gesprochen werden sollte. Vielleicht vermisst der Vater sein Kind, das er früher täglich um sich hatte, und versucht das durch große Geschenke zu kompensieren, ohne der Mutter damit Böses zu wollen.
Ein Wettbewerb schadet dem Kind nur. Klar ist nämlich, dass sowohl Mutter wie auch Vater ihre jeweils wichtige Rolle im Leben des Kindes spielen. Weder kann eine Mutter den Vater ersetzen noch der Vater die Mutter. Also ist keiner besser oder schlechter als der andere.

Wichtig ist bei allem tatsächlich, dass beide Elternteile trotz aller emotional verständlichen Wut lernen, in ihrem Ex-Partner die gute Mutter/den guten Vater ihres Kindes zu sehen und sich zu diesem Zweck einen Umschalt-Mechanismus im Hirn antrainieren, den sie bei Bedarf betätigen können. Übrigens ist dieser rein sachliche Vorgang nicht selten die Basis für einen langfristig tatsächlich guten Umgang der Ex-Partner miteinander.
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Jugendstrafrecht zwischen Kuschelpädagogik und Wegsperren

Alle Bücher dieser Buchreihe überall erhältlich
Gerichtliche (und andere) Rechtsbehelfe spielten bisher so gut wie keine Rolle im Baden-Württembergischen und bayrischen Jugendstrafvollzug. Es bleibt abzuwarten, ob jetzt, unter Geltung des neuen § 92 JGG gerichtliche Rechtsbehelfe häufiger in Anspruch genommen werden.
Ein Untersuchungshaftvollzugsgesetz ist auch aus vollzuglicher Sicht nötig, um Maßnahmen, die die Sicherheit und Ordnung der Anstalt betreffen, zeitnah in eigener Vollzugskompetenz durchführen zu können.
Auch unter Geltung des neuen Bayerischen aber auch des Baden-Württembergischen Strafvollzugsgesetzes haben sich normativer Anspruch und Vollzugswirklichkeit– zumindest bisher – im Großen und Ganzen nicht grundlegend geändert. In das neue Gesetz wurden weite Teile des alten bundeseinheitlichen Strafvollzugsgesetzes übernommen. Allerdings wurde der Jugendstrafvollzug endlich auf eine umfassende gesetzliche Grundlage gestellt. Am bewährten Erziehungsgedanken wurde zum Glück festgehalten.
Kernstück des Entwurfes ist der Ausbau der Sozialtherapie. Er bedingt Baumaßnahmen und Personalverstärkungen. Die Bauplanung steht seitens der Anstalten, das Ergebnis der laufenden Haushaltsverhandlungen bleibt abzuwarten. Der geschlossenen Vollzug war bisher in Bayern und Baden-Württemberg de facto die Regelunterbringungsform und ist es ab 01.01.2008 auch de jure. Die gemeinschaftliche Unterbringung während der Ruhezeit muß auf das vollzuglich unbedingt erforderliche Mindestmaß reduziert werden.
Der Wohngruppenvollzug soll im bayerischen und Baden-Württembergischen Jugendstrafvollzug ausgebaut. Er ist jedoch nicht für alle Gefangenen geeignet.
Erziehen bedeutet mehr als Einsperren und Disziplinieren. Richtig verstandene Erziehungsarbeit ist zeit- und personalaufwendig. Im Jugendstrafvollzug befinden sich junge Menschen, die in besonderem Maße erziehungsbedürftig sind. Deshalb ist der Erziehungsvollzug besonders personalaufwendig. Um einen optimalen Erziehungsvollzug durchführen zu können, steht zu wenig Personal zur Verfügung. Auch nach Ausbau der Sozialtherapie wird die Personalverstärkung nur relativ wenigen Gefangenen zu Gute kommen. Der Rest der Inhaftierten bleibt wie bisher partiell unterversorgt.
Ein Thema, das zu Recht am Ende steht 
Junge Menschen im Jugendstrafvollzug und als Klienten der Haftnachbetreuung das sind diejenigen, für die das Jugendgericht keine Möglichkeit (mehr) sah, als eine vollstreckbare Freiheitsstrafe zu verhängen (sog. ultima ratio). Das ist zum einen natürlich ein Ausdruck von Ratlosigkeit. Denn die betreffende Klientel stellen ja eine hochselektierte Untergruppe von allen jungen Straffälligen dar: So wurden im jüngsten statistisch dokumentierten Jahr – 2009 – je rund 50.000 Jugendliche und Heranwachsende vom Jugendgericht verurteilt. Von diesen rund 100 000 Personen erhielten rund 80 000 eine Jugendstrafe, wiederum verteilt auf rund 6000 Jugendliche und rund 12 000 Heranwachsende. Wie viele junge Delinquenten dabei mit Jugend-Freiheitsstrafe wegen der „Schwere der Schuld“ sanktioniert wurden und wie viele wegen ihrer „schädlichen Neigungen“ (§ 17 Abs.2 JGG), lässt sich nicht leicht eruieren; praktisch dürfte eine Mischkalkulationen aus beiden Begründungen vorherrschen. Jedenfalls werden, je nach kriminologischer und/oder jugendgerichtlicher Vorbelastung, die verfügbaren weniger belastenden Reaktionen (wie etwa eine Strafaussetzung zur Bewährung gem. §§ 21 ff, eine Aussetzung der Verhängung einer Jugendstrafe gem. §§ 27 ff JGG oder eine sog. Vorbewährung nach § 57 Abs.2 JGG) bereits ausgeschieden oder „ausgereizt“ gewesen sein, als das Gericht sich – mit oder ohne vorausgegangene Untersuchungshaft für die genannte ultima ratio entschied. Veranschaulichen ließe dieser Befund sich durch zwei oder drei sich überschneidende Kreise, von denen jeder eine bestimmte Risiko-Population umfasst (wie etwa die Zugehörigkeit zu randständigen Bevölkerungsgruppen, zu sozial belasteten oder familiär belastenden Milieus) und deren gemeinsame Schnittmenge die zugleich straffällig Gewordenen repräsentiert. Eine andere bildhafte Vorstellung wäre die eines großen Trichters, dessen breite obere Öffnung alle jungen Straffälligen auffängt und an dessen unterem Ende, vielfach ausgesiebt durch die juristischen Prozeduren („processing“, wie die Amerikaner das nennen), sich nur mehr unsere Klientel hinter Gittern und Mauern befindet.
Und diese Gruppe nimmt derzeit eher noch zu. Im letzten Jahrzehnt, dem ersten also nach der Wende von 1989/90, wuchs die Zahl der Jugendlichen und Heranwachsenden im Jugendstrafvollzug von 4000 auf an die 7000 an. Es ist hier nicht der Platz, nach den „Ursachen“ zu forschen und z.B. der Frage nachzugehen, warum zumindest dem Anschein nach immer mehr junge Menschen mit immer schwereren Delikten immer häufiger auffallen. Indessen bleibt festzuhalten, dass das Thema „Jugendstrafvollzug und Haftnachbetreuung“ solche Probanden in Haft oder nach Haft erfasst, die, was ihre biographischen und sozialen Hintergründe betrifft, sicher zu den schwierigsten und kompliziertesten Klienten der Jugendhilfe zählen.
Von der Jugendgerichtshilfe zur Jugendhilfe 
Als Jugendgerichtshilfe (JGH) tritt die Jugendhilfe im Gewande eines Organs der Rechtspflege auf den Plan – genauer der Jugend-Rechtspflege, und noch genauer: der Jugend-Strafrechtspflege (oder „Jugendkriminalrechtspflege“). In der Hauptverhandlung hat ihr „Vertreter“ ein Anwesenheits- und Rederecht (§ 50 Abs. 3 JGG) und vor der Erteilung von Weisungen sogar eine Äußerungspflicht (§ 38 Abs.3 S.3 JGG). In der Verfahrens-Wirklichkeit gestaltet sich das Verhältnis zwischen dem Jugendgericht und der JGH bzw. dem Jugendamt allerdings nicht minder unterschiedlich als in anderen Fällen befohlener Kooperation auch. Dabei reicht die Bandbreite von der Idylle des mit „seinem / seiner Jugendgerichtshelfer/in“ kontinuierlich und „auf Gegenseitigkeit“ vertrauensvoll zusammenwirkenden Jugendrichters, wie sie namentlich beim Einzelrichter am Amtsgericht wohl auch heute noch vorkommt, bis zur bloßen Verfahrens-Randständigkeit der JGH, wofür organisatorische Gründe oder auch (zunehmend) finanzielle Gründe angeführt werden.
Resümiert.
Allen Jugendlichen müssen besondere Vorkehrungen zugute kommen, die sie darin unterstützen, nach der Entlassung in die Gesellschaft, die Familie, die Schulausbildung oder eine Arbeitsstelle zurückzukehren. …
(80): Die zuständigen Stellen sind gehalten, Dienstleistungen anzubieten und abzusichern, um es den Jugendlichen zu erleichtern, sich in die Gesellschaft wieder einzugliedern und Vorurteile ihnen gegenüber abzubauen. … Die Vertreter der solche Dienstleistungen anbietenden Stellen sind schon vor der Entlassung beratend hinzuzuziehen. ..
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Eine Unglaublich gute Autorin & Publizistin

Martina Reuss erster Roman Erschienen im united p.c. Verlag

Für heute hatte sie sich vorgenommen, ihn einfach danach zu fragen. Sie zog sich die Schuhe aus und machte sich in ihrer Küche eine Kleinigkeit zu essen, ehe sie sich auf ihren Lieblingssessel zurückzog und ihren Laptop aufklappte. Sie checkte noch ihre Emails und lugte bereits neugierig immer wieder zu der Spieleplattform um zu sehen ob lion vielleicht schon da war. Da plötzlich kam eine Nachricht aus dem Spieleforum. Er schrieb ihr, >wenn du Lust auf ein Spiel hast, dann melde dich bei mir hi, Mandy wie geht’s dirdanke gut, und dirmir geht es gut Mandy hast du schon Feierabend heuteja< antwortete sie.
Martina Reuss zählt für mich zu einer der Vielseitigsten Autorinnen in dieser Zeit und schafft es, ein breites Spektrum Deutscher Literatur, vom Sachbuch bis hin zum Sinnlichen Erotischen und Romantischen Roman abzudecken.
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Sonntag, 24. Februar 2013


Ist eine Strafe präventive Reaktion?


Das deutsche Strafrecht des ausgehenden 19. Jahrhunderts war straftheore­tisch noch der Ver­gel­tungsidee verpflichtet. In der Auseinandersetzung, die um die Wende zum 20. Jahrhundert zwi­schen klassischer und moderner Schule geführt wurde, prallten die gegensätzlichen Auffas­sungen über den Sinn der Strafe heftig aufeinander. Diese Auseinandersetzung ist hier nicht nachzuzeichnen. Als Ergebnis ist festzuhalten, dass in Deutschland heute weitgehend Konsens darüber besteht, dass die Vergeltungsidee den Einsatz der Strafe nicht mehr recht­fer­tigen kann. Ausschlaggebend hierfür war u.a. eine Neubestimmung des Verhältnisses zwischen Staat und Bürger. Die Rechtfertigung staatlicher Strafe kann nur aus der allge­meinen Staats­ziel­bestimmung erfolgen. In einem freiheitlichen, weltanschau­lich neutralen Rechts- und So­zialstaat hat der Staat lediglich den Schutzauftrag, ein ungefährde­tes Zusam­menleben aller Bürger zu ge­währ­leisten. Strafe als Mittel zur Verwirklichung dieses Ziels kann deshalb ebenfalls nur dem präventiven Rechtsgüterschutz dienen. Ihr Einsatz ist gerecht­fertigt, wenn sie sich als ein “wirk­sames und für den Rechtsschutz unentbehrliches Mittel der Präven­tion” erweist. Sie darf also nur dort eingesetzt wer­den, wo er­stens das Präventionsziel durch Strafe überhaupt erreichbar ist (Eignung) und wo es zweitens nicht auf eine andere, gleich wirksame, den Einzelnen aber weniger be­lasten­de Weise er­reicht werden kann (Erforderlichkeit). Eine hiervon abse­hende Vergel­tungsstrafe, die der Wahrung der Autorität des Geset­zes oder der Verwirkli­chung der Gerechtigkeit dient, ist dagegen nicht zu recht­fertigen.
Ist der Einsatz von Strafe nur durch deren Eignung legitimierbar, Rechtsgüterschutz durch Prävention zu verwirklichen, dann bedeutet dies in der Terminologie der Strafrechtstheo­rien, dass Strafrecht der General­prävention dient und, wo es auf einen konkreten Täter an­gewendet wird, der Spezialprävention (präventive Vereinigungstheorie). Damit ist gemeint, dass die der Strafe angesonnenen Wirkungen zum einen beruhen können auf der Einwir­kung auf poten­tielle Täter, die durch den Ein­druck von Strafandrohung, Strafver­folgung, Bestra­fung, Straf­vollstreckung und Strafvollzug von der Begehung von Strafta­ten abgehal­ten wer­den (negative Generalprä­vention), sowie auf der Normstabili­sierung in der Be­völkerung durch Bestäti­gung der Normgeltung (positive Generalprä­vention). Diese Wir­kungen können zum an­deren darauf beruhen, dass der verur­teilte Täter entweder reso­zialisiert (positive Spezialprävention), dass er von weiteren Straftaten abge­schreckt, oder dass die Rechts­gemeinschaft vor diesem Täter gesichert wird (negative Spezialprävention).
Schuld ist Voraussetzung für Strafe (Strafbegründungsschuld). Schuld fordert aber nicht Strafe, wie dies die Vergeltungstheorie postuliert, sondern be­grenzt sie, und zwar ausschließlich nach oben (Strafzumessungsschuld). Strafe darf das Maß an Schuld nicht über-, wohl aber unterschrei­ten. Folglich braucht auch nicht jede schuldhafte Tatbestandsverwirklichung zwingend die Bestra­fung nach sich zu ziehen, wie dies für das Vergeltungsstrafrecht selbstver­ständlich war: “Wo Strafe nicht er­forderlich ist, kann, wo sie schädlich ist, muss auf sie verzich­tet werden”. (Wolfgang Heinz)

Das Jugendkriminalrecht ist ein präventiv ausgerichtetes Recht. Nicht die Bestrafung der Täterinnen und Täter ist Intention und Aufgabe, sondern die zukünftige straffreie Bewährung der Verurteilten. Sie sollen nicht wieder straffällig werden, nachdem sie einmal mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind. Sinn und Ziel ist die sogenannte Spezialprävention.
Das künftige Verhalten der jungen Menschen soll konstruktiv beeinflusst werden. Sie sollen Einsicht in die Schädlichkeit oder Verwerflichkeit des vorangegangenen Handelns gewinnen und daraus Resistenz vor Rückfälligkeit erlangen. Und sie sollen in die Lage versetzt werden, das Leben künftig ohne Straftaten zu gestalten. Für den großen Anteil der ubiquitären (weit verbreiteten) und der episodenhaften (vorübergehenden) Kriminalität junger Menschen genügt das Signal: Das Handeln wird nicht geduldet, es ist bei Strafe verboten (in der Fachsprache: Normverdeutlichung). Einsicht, Befähigung zur Gestaltung eines straffreien Lebens und Normverdeutlichung sind – vereinfacht gesagt – die Ziele aller jugendstrafrechtlichen Reaktionen und Interventionen. Zwar gibt es auch ein repressives Element mit Sicherungsfunktion, aber es ist eine Ausnahmeregelung, und es ist im Ergebnis ebenfalls auf die Legalbewährung hin orientiert: Die Jugendstrafe wegen schwerer Schuld – aber auch hier ist die erzieherische Perspektive zu berücksichtigen.
In der gesellschaftlichen und politischen Wahrnehmung von Jugendkriminalität spielen die Medien eine entscheidende Rolle. Sie tragen zur Überbewertung der Gewaltkriminalität wesentlich bei. Sie berichten regelmäßig über spektakuläre schwere Gewalttaten und erzeugen den Eindruck, jugendliche Kriminalität bestehe aus schweren Gewalttaten. In der Wahrnehmung der Bevölkerung hinterlässt die Berichterstattung den unzutreffenden Eindruck verbreiteter schwerer Kriminalitätsbelastung durch eine zunehmend krimineller werdende Jugend (vgl. Pfeiffer u.a. a.a.O).
Die Berichterstattung der Medien zeichnet aber ein bedrohliches Bild jugendlicher Kriminalität. Sie schürt die Angst in der Bevölkerung insbesondere bei älteren Menschen. Die Berichterstattung hat auch auf die Justiz Auswirkungen. Richterinnen und Richter sowie die Staatsanwaltschaft beziehen ihr Wissen über das aktuelle Geschehen ebenfalls aus den Massenmedien.
Die Berichterstattung beeinflusst auch ihre Wahrnehmung und prägt ihr Bewußtsein. Nicht wenige fühlen sich einem öffentlichen und politischen Druck ausgesetzt und dazu aufgerufen, der angeblich bedrohlichen Entwicklung Einhalt zu gebieten. Dieser Mechanismus ist in der Kriminologie als der publizistisch-politische Verstärkerkreislauf bekannt. Er ist für Staat und Gesellschaft belastend, weil unnötig schärfere Gesetze und härtere Strafen verlangt werden. Sie sind teuer, und die vermeintliche Präventionswirkung tritt nicht ein.
Die Justizpraxis scheint in jüngster Zeit häufiger auch bei Jugendlichen zu freiheitsentziehenden und zu längeren Strafen zu tendieren in der (vermeintlichen) Hoffnung, damit dieser Entwicklung entgegen wirken zu können (vgl. Heinz 2003, 62,63) . Zahlreiche kriminalpolitische Vorschläge der jüngeren und jüngsten Vergangenheit sind von diesem Mechanismus und seiner populistischen Ausstrahlung geprägt. Wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen der Praxis zu Ursachen jugendlicher Kriminalität und zu sinnvoller Reaktion finden dagegen kaum Gehör und Berücksichtigung.
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Strafvollzug in der Schweiz “Resozialisieren vor Strafen”



Im Fall einer vom Gericht verhängten Strafe stellt sich die Frage, wie jene vollzogen wird. Die Art und Weise des Vollzugs hängt normalerweise davon ab, welcher Typ Strafe verhängt wurde und variiert daher, je nachdem, ob es sich um eine Geldstrafe, gemeinnützige Arbeit oder eine Freiheitsstrafe handelt.
Die Geldstrafe ist die zentrale Sanktion des neuen Strafgesetzbuches für Vergehen minderer Schwere (bis zu einem Jahr) und wird in Tagessätzen bemessen. Das Gericht verhängt eine Strafe zwischen 1 Tagessatz und 360 Tagessätzen, wobei die Höhe des Tagessatzes von 1.- bis 3’000.- Franken reichen kann. Die Höhe des Tagessatzes wird individuell nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters zur Zeit des Urteils ermittelt. Das Gericht berücksichtigt dabei vor allem die Einkommens- und Vermögensverhältnisse. Den Betrag der Geldstrafe erhält man durch Multiplikation der Anzahl Tagessätze mit dem Betrag pro Tag. Somit würde zum Beispiel ein Richter, der 30 Tagessätze in der Höhe von CHF 45.- pro Tag verhängt, im Gesamten eine Geldstrafe von CHF 1’350.- verhängen.
Der Vorteil dieses Systems liegt nicht nur darin, dass Arm und Reich gleich hart bestraft werden können, sondern auch in der Tatsache, dass die Geldstrafe leicht in eine andere Strafform umgewandelt werden kann. Somit könnte im oben genannten Beispiel die Geldstrafe auch durch 30 Tage gemeinnützige Arbeit oder 30 Tage Freiheitsentzug ersetzt werden. Die Justiz verfügt daher über ein flexibles Sanktionensystem, jedenfalls was Straftaten minderer Schwere betrifft.
Die Freiheitsstrafe war bisher die klassische Sanktion des Strafrechts und soll in Zukunft für schwerwiegende Straftaten eingesetzt werden. Ihr Vollzug findet jedoch nicht nur hinter Gittern statt. Die Sozialisierung des Straftäters ist ihr Hauptanliegen, um ihm dadurch nach dem Vollzug der Strafe die bestmöglichen Bedingungen zur Reintegration in die Gesellschaft zu bieten. Die Ansicht, das Gefängnis sei ein Ort, um Straftäter dauerhaft unschädlich zu machen, wird daher, im Gegensatz zu anderen Ländern wie den USA, im schweizerischen Vollzugsrecht nicht geteilt.
Die Freiheitsstrafe wird im Allgemeinen in Stufen vollzogen. Der Insasse beginnt, im Gefängnis zu arbeiten und seinen täglichen Arbeiten nachzugehen. Später erhält er Urlaub und zuletzt die Möglichkeit, ausserhalb des Gefängnisses zu arbeiten und zu übernachten. Diese Entwicklung dauert jedoch in den meisten Fällen mehrere Jahre. Die letzte Phase des Vollzugs stellt dann die bedingte Entlassung dar. Sie wird gewährt, falls dem Insassen eine gute Führung attestiert werden kann und keine Gefahr für die Gesellschaft vorliegt.
Es gibt Formen des Strafvollzugs, welche negative Nebeneffekte der Haft reduzieren. So erlaubt die Halbgefangenschaft dem Verurteilten, seine Arbeit weiterzuführen und nur die Nächte sowie die Freizeit im Gefängnis zu verbringen.
Eine andere Variante der Sanktionierung, welche sowohl für Freiheitsstrafen wie auch für Geldstrafen und die gemeinnützige Arbeit gilt, ist die bedingte Strafe. Sie hat zum Ziel, den Vollzug der Strafe aufzuschieben, solange sich der Verurteilte während einer bestimmten Probezeit korrekt verhält. Das schweizerische Strafrecht erlaubt zudem, eine teilbedingte Strafe auszusprechen. Ein Teil der Strafe wird unbedingt vollzogen, während der Rest bedingt zur Bewährung ausgesetzt wird. Das heisst, der Verurteilte muss je nach Strafform entweder seine Freiheitsstrafe teilweise absitzen, seine Geldstrafe teilweise bezahlen oder einen Teil der gemeinnützigen Arbeit verrichten.
Bedingt oder teilbedingt können nur Freiheitstrafen für Verbrechen und Vergehen ausgesprochen werden, die nicht mehr als 24 bzw. 30 Monate dauern. Bei Geldstrafen liegt die Grenze bei einem Jahr und bei gemeinnütziger Arbeit bei sechs Monaten.
Bussen für Übertretungen hingegen können nicht bedingt vollzogen werden. Manche finden dies nicht gerecht, da das jetzige Strafensystem darauf hinausläuft, dass manche Straftäter, die sich nur einer Straftat minderer Schwere, d.h. einer Übertretung, schuldig gemacht haben, ihre Strafe verbüssen müssen, wogegen Straftäter, die sich eines Vergehens oder Verbrechens schuldig gemacht haben, mit einer bedingten Strafe rechnen können. Diese Überlegung ist teilweise gerechtfertigt. Jedoch darf man nicht vergessen, dass Vergehen und Verbrechen einen Eintrag ins Strafregister zur Folge haben, was bei Übertretungen nicht der Fall ist.
In der Schweiz gibt es keine Jugendgefängnisse wie in Deutschland. Straffällige Jugendliche und junge Erwachsene bis 21 werden normalerweise in Erziehungsheime eingewiesen. Junge Erwachsene bis 25 erhalten, wenn sie die Bereitschaft zeigen, “sich persönlich weiterentwickeln zu wollen”, in Institutionen wie dem Arxhof eine Chance zur Resozialisierung. Und weil ausgerechnet dieser Arxhof trotz – oder besser: wegen – des offenen Konzepts so vergleichsweise gute Ergebnisse vorweist, pilgern viele Justiz-Politiker hierher. Das bloße Wegschließen der Jugendlichen, so die Erfahrung gerade in Deutschland, bringt Sicherheit für den Rest der Welt nur, solange die Haft dauert. Die Rückfallquote beträgt 80 Prozent.
Der Arxhof liegt in den Ausläufern des Jura, eine halbe Stunde östlich von Basel. Es geht in ein Tal hinein, dann drei Kilometer bergan durch Mischwald. Am Ende des Sträßchens liegt ein alter Bauernhof nebst weiteren Gebäuden, ein- und zweigeschossige Wohnhäuser, Cafeteria, Sporthalle, Lehrwerkstätten, ein Beachvolleyball-Feld. Das alles zusammen ist der von Wald und Wiesen umgebene Arxhof. Eine Idylle, wenn man nicht wüsste, um was es hier geht. ”Wir romantisieren hier nichts”, sagt Max Pitasch, Vizedirektor des Arxhofs. Will sagen: keine Kuschelpädagogik, keine Alt-68er-Soziallyrik. Die jungen Leute seien “alle Täter, nicht Opfer”. Um ihnen zu helfen, brauche es Respekt, Würde, Schönheit – und Druck, viel Druck, zumindest am Anfang, denn: “Eigentlich wollen die Leute sich nicht verändern.” Der Hof aber sei für die Bewohner weit “unangenehmer als das Gefängnis”, sagt Pitasch. Im Gefängnis würden sie in Ruhe gelassen, “bei uns nicht”. Bis zu 46 Bewohner im Alter von 17 bis 25 Jahren nimmt der Arxhof auf. Sie werden von Gerichten eingewiesen. Acht bis zwölf Straftäter leben zusammen in einem Wohnpavillon, betreut von Sozialpädagogen. Es gibt klare Regeln: Gewalt ist tabu, ebenso Rauschgift und Alkohol. Im Zweifel werden Urinproben angeordnet. Jeder Anflug von “Knastkultur” wird unterbunden, auch vorgeblich harmlose Rituale.
Der Tag ist fest eingeteilt: Aufstehen um halb sieben, gemeinsames Frühstück, Arbeitsbeginn in den Lehrwerkstätten um 7.20 Uhr, Mittagspause von zwölf bis eins, dann wieder Arbeit oder Lernen bis fünf. Das Mittagessen liefert die Zentralküche, ums Abendbrot müssen sich die jungen Männer selbst kümmern, Lebensmittel bestellen, kochen, Tisch decken, abräumen. Im Laufe des Tages zudem Therapiesitzungen, täglich ein Gruppentreff, um Probleme zu besprechen, einmal wöchentlich eine ausführliche Runde.
Bis zu 20 Prozent derer, die auf den Arxhof kommen, geben in den ersten Wochen auf. Sie landen dann doch in der geschlossenen Abteilung eines Erziehungsheims oder im Gefängnis. Vom großen Rest beenden etwa zwei Drittel ihre kriminelle Karriere. Die Ausbildung im Arxhof, der 21 Lehrberufe anbietet, gilt als so gut, dass praktisch alle Absolventen danach eine Anstellung in Betrieben finden,erzählt Pitasch: “Die Firmen sagen: Wenn die den Arxhof durchgehalten haben, dann verdienen sie eine Chance.”
Kein Wunder, dass sich immer mehr Wissenschaftler und Politiker aus Deutschland melden, um sich das “Wunder” vom Arxhof zeigen zu lassen. So wie zuletzt eine Delegation der SPD-Fraktion im hessischen Landtag. Die Rückfallquote in deutschen Jugendknästen von über 80 Prozent sei doch Warnsignal genug, sagt die Sozialdemokratin Nancy Faeser, “hier muss sich etwas ändern”. Nun, da alle Bundesländer bis 2010 ein eigenes Gesetz für den Jugendstrafvollzug verabschieden, gäbe es eine Chance, sich am Modell Arxhof zu orientieren. Doch nach den Entwürfen der 16 Bundesländer, diese wirkliche wurde vertan und es zeichnet sich ab, dass nicht der offene, sondern der geschlossene Vollzug die Regel sein wird.
Das liegt daran, dass ein offenes System wenig Sicherheit garantiert. Dass ein Freigänger eine Gewalttat verübt, ist nie ganz auszuschließen. Und es liegt am Geld. Im Arxhof kommen 56 Planstellen auf 46 Bewohner. 330 000 Euro gibt der Schweizer Staat bei diesem Modellprojekt im Schnitt für einen “Insassen” während der Zeit seiner Betreuung aus, in einem normalen Knast wäre es schätzungsweise die Hälfte. “Der Arxhof kostet viel Geld”, sagt Pitasch ohne Umschweife, am Ende aber komme er die Gesellschaft billiger.
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Wenn Jugendliche straffällig werden

eigenes Haus, dass ich ein schönes Auto hab’, ’ne schöne Frau
hab’, zwei, drei Kinder, mehr nicht, dass ich ’n Job hab’ …, ’ne
gute, ’ne feste Arbeit.“ 

Dieses einleitende Zitat stammt von einem jugendlichen Straftäter.
Es macht deutlich, dass er dieselben Wünsche und Träume hat wie alle anderen Jugendlichen auch, selbst wenn er sich abweichend, d. h. nicht normkonform verhält und deshalb von der Gesellschaft sanktioniert wird.


Dass dieser Jugendliche bereits mehrere Gewaltdelikte begangen hat und vorbestraft ist, macht die Realisierung seiner Träume jedoch fast aussichtslos.

In den Gesetzestexten, die in der vorliegenden Broschüre angesprochen werden, ist das Ziel verankert, auch jungen Menschen, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, eine Chance geben zu wollen, künftig
ein Leben in sozialer Verantwortung zu führen. Die Frage ist jedoch, wie groß die Chance war, sich zu einem verantwortlichen Mitglied der Gesellschaft zu entwickeln, denn die biographischen Hintergründe junger Straftäter sind oft gekennzeichnet durch frühe und massive Missachtungs- und Ausgrenzungserfahrungen. 
Der Staat setzt sich in die Pflicht, gegenüber sozial benachteiligten jungen Menschen einen Erziehungsauftrag zu erfüllen, um diesen eine gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Dieser Erziehungsauftrag wird
in Form von unterschiedlichen Angeboten und Maßnahmen umgesetzt. 
Der vorliegende Leitfaden stellt die verschiedenen – sowohl pädagogischen als auch strafrechtlichen – Maßnahmen vor, mit denen der Delinquenz Jugendlicher begegnet werden kann und informiert
über die einzelnen Schritte eines Strafverfahrens, von der Einstellung bis zur Inhaftierung.

Da es das Ziel dieser Broschüre ist, einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben, schließen sich an die einzelnen

Kapitel Hinweise zu weiterführender Literatur an. Zum Schluss wird kurz auf weitere relevante Lebensbereiche von jungen Menschen eingegangen und auf spezielle Ansprechpartner, Links und Literatur hingewiesen.

Was versteht man unter Jugendkriminalität?

Unter Jugendkriminalität versteht man die Gesamtheit aller Straftaten Jugendlicher (14 bis 17 Jahre) und Heranwachsender (18 bis 20 Jahre). Unter 14-Jährige gelten als Kinder und sind nicht strafmündig
und deshalb strafrechtlich nicht verfolgbar. 
„§ 1 JGG Persönlicher und sachlicher Anwendungsbereich  Dieses Gesetz gilt, wenn ein Jugendlicher oder ein Heranwachsender eine Verfehlung begeht, die nach den allgemeinen Vorschriften mit Strafe bedroht ist.“
Ob ein Verhalten strafbar ist, richtet sich nach den Vorgaben des Strafgesetzbuches (StGB).
In § 10 StGB ist verankert, dass für Jugendliche und Heranwachsende gesonderte Bestimmungen des Jugendgerichtsgesetzes (JGG) gelten, wobei der Katalog der Straftaten in Strafgesetzbuch und Jugendgerichtsgesetz identisch ist. Das Jugendgerichtsgesetz sieht jedoch vielfältigere und flexiblere Reaktionsmöglichkeiten vor als das im StGB verankerte allgemeine Strafrecht, das für Erwachsene gilt.

Wie zeigt sich Jugendkriminalität  in unserer Gesellschaft?

Nach der Polizeilichen Kriminalstatistik, in der alle polizeilich registrierten Tatverdächtigen gezählt werden, sind Jugendliche und Heranwachsende überproportional häufig unter den Tatverdächtigen zu finden. Die so genannte Tatverdächtigenbelastungszahl, die aussagt, wie viele Tatverdächtige es pro 100.000 Personen eines Geburtenjahres gibt, ist bei den unter 21-Jährigen doppelt so hoch wie bei den über
21-Jährigen. Man geht davon aus, dass noch wesentlich mehr Jugendliche und Heranwachsende Straftaten begehen, die sich jedoch im Dunkelfeld abspielen, das heißt nicht entdeckt oder nicht zur Anzeige gebracht werden. Den Ergebnissen der Dunkelforschung zufolge begeht die überwiegende Mehrzahl junger Menschen (ca. 90 Prozent) in Kindheit und Jugend Straftaten, sodass delinquentes Verhalten im Jugendalter statistisch normal ist.  Die hier beschriebene erhöhte Kriminalitätsbelastung dieser Altersgruppen ist zum einen auf eine erhöhte soziale Kontrolle zurückzuführen, zum anderen handelt es sich um eine vorübergehende Erhöhung im
Lebensverlauf, denn Jugendkriminalität gilt als vorübergehendes Phänomen, das entwicklungsbedingt ist und sich in der überwiegenden Zahl der Fälle auch wieder verliert. Die Notwendigkeit, in diesem Alter
eine eigene Position zu finden geht einher mit Abgrenzungsprozessen, die als auffällig eingestuft werden können und damit den Mechanismen sozialer Kontrolle unterliegen. Jugendliche lehnen sich gegen Regeln
auf und gehen in Opposition zu Eltern und Schule. Sie verlassen familiäre Kontexte und orientieren sich an Gleichaltrigengruppen. Damit geht einher, dass sie sich häufiger an öffentlichen Plätzen und Orten aufhalten
und deshalb einer stärkeren Kontrolle unterliegen. Aber nicht jede/r wird erwischt und nicht jede/r wird angezeigt. Wer in den Blick der sozialen Kontrolle gerät, hängt nicht nur von der tatsächlichen Tatbegehung ab, sondern auch von der sozialen Position der Betroffenen. Sozial benachteiligte junge Menschen unterliegen
einer stärkeren sozialen Kontrolle: Sie werden in Geschäften genauer beobachtet, von der Polizei häufiger kontrolliert und schneller angezeigt.

Was sind typische Straftaten Jugendlicher?

Die Straftaten von Jugendlichen und Heranwachsenden sind überwiegend Bagatelldelikte, das heißt leichtere Straftaten. Mehr als die Hälfte aller von Jugendlichen und Heranwachsenden begangenen Straftaten sind Diebstähle (ca. 50 Prozent), wobei am häufigsten Ladenund Automatendiebstähle vorkommen. Weitere Delikte, die häufig in dieser Altersgruppe vorkommen, sind Schwarzfahren, Sachbeschädigung, einfache Körperverletzung und Drogendelikte. Schwere Gewalt-delikte wie Mord, Totschlag, Vergewaltigung oder schwere Körperverletzung machen nur zwischen 5 und 10 Prozent aller Straftaten Jugendlicher und Heranwachsender aus. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle zeichnen sich die Straftaten dieser Altersgruppen durch eine einfache Tatausführung und eine ausgeprägte Gruppenorientierung aus. Für die Jugendlichen und Heranwachsenden selbst haben die als Straftaten eingeordneten Handlungen oft eine ganz andere Bedeutung: Es sind Mutproben, in einer spontanen Gruppensituation ausgedachter „Unfug“ oder notwendige Rivalitäts- und Bandenkämpfe.  In den meisten Fällen entwickeln sich im weiteren Verlauf aus diesen strafrechtlichen Auffälligkeiten heraus keine „kriminellen Karrieren“, sondern es kommt zu einer so genannten „Spontanremission“, das heißt, das abweichende Verhalten hört einfach von selbst wieder auf. Dreiviertel der Altersgruppe der Jugendlichen sind bis zum 18. Lebensjahr mit nur einer Straftat im Bundeszentral- und Erziehungsregister erfasst; nur ca. 10 Prozent weisen drei und mehr Einträge auf. 2 Man weiß mittlerweile, dass eine kleine Tätergruppe für einen großen Teil aller registrierter Straftaten verantwortlich ist. Deshalb liegt der Schluss nahe, Interventionen vom jeweiligen Täterprofil abhängig zu machen, da die Gruppe der mehrfach auffälligen Jugendlichen und Heranwachsenden einen anderen Umgang erfordert als die der Einmaltäter.

In Anbetracht der Episodenhaftigkeit jugendlicher Delinquenz geht die pädagogische und zum Teil auch die kriminalpolitische Meinung davon aus, dass der staatliche Eingriff möglichst gering zu halten ist,
um negative Auswirkungen der Sanktion auf Jugendliche und Heranwachsende zu vermeiden. Deshalb wird bei Bagatelldelikten oder bei leichteren Straftaten das Verfahren oft schon frühzeitig eingestellt oder
es werden statt strafrechtlicher erzieherische Maßnahmen ergriffen. Diese „Ableitung“ aus dem Strafsystem bezeichnet man als Diversion (to divert = ablenken, umleiten).  Die Jugendstrafe als die härteste Strafe gegen Jugendliche, die eine Inhaftierung von mindestens sechs Monaten bedeutet, kann eine
erschwerte Resozialisierung zur Folge haben. Oft jedoch sind die lebensweltlichen Bezüge (Familie, Schule, Arbeit) der Betroffenen schon vor einer Inhaftierung abgebrochen und ersetzt worden durch Kontakte
zur Peer-Group, die sich ebenfalls durch delinquentes Verhalten auszeichnet. Hier einen Erziehungsauftrag zu erfüllen, stellt erhebliche Anforderungen an die Ausgestaltung des Jugendstrafvollzugs.
Die Rückfallstatistik zeigt, dass die Rückfallquote um so höher ist, je härter die verhängte Sanktion war. Am höchsten ist die Rückfallrate nach Verhängung der Jugendstrafe, was dafür spricht, stationäre Maßnahmen nur gezielt in Abhängigkeit vom Täterprofil einzusetzen. Für den Umgang mit Jugendkriminalität ist es grundsätzlich wichtig, dass es gelingt, betroffene Jugendliche und Heranwachsende für Hilfe zu öffnen und die Bereitschaft herzustellen, an der Verbesserung ihrer Lebenssituation mitzuarbeiten. Werden Maßnahmen richterlich angeordnet, kann es sein, dass Betroffene nicht einsehen, wozu diese Bestrafung dienen soll, sich ungerecht behandelt fühlen und in der Folge erst recht in Opposition gehen. Für eine erfolgreiche Bewältigung von
Krisen ist eine solche Entwicklung denkbar ungünstig. Es kann passieren,
dass junge Menschen noch stärker aus unserem Gesellschaftssystem ausscheren, einen Platz außerhalb der Gesellschaft einnehmen und dauerhaft randständig bleiben.


Es ist das Ziel von Kriminalprävention, zu verhindern, dass junge
Menschen delinquent werden oder bleiben, und gefährdete und bereits
straffällig gewordene junge Menschen in die Gesellschaft zu (re-)integrieren. 
Primäre Kriminalprävention will Kriminalität durch gesellschafts-, bildungs- und sozialpolitische Maßnahmen zur Verbesserung der gesamten Lebenssituation von Jugendlichen und Heranwachsenden vermeiden.
Sekundäre Kriminalprävention richtet den Fokus auf auffällige
und gefährdete Jugendliche, um weitere Desintegration und ein Abrutschen in straffälliges Verhalten zu verhindern. Es ist die Aufgabe der Träger der öffentlichen und freien Jugendhilfe, betroffenen jungenMenschen und deren Eltern durch eine Vielzahl verschiedener Angebote und Maßnahmen zu helfen: Jugendverbände, die Jugendarbeit leisten, bieten Freizeitangebote an, Maßnahmen der Jugendsozialarbeit haben das Ziel, sozial benachteiligte Jugendliche bei ihrer schulischen und beruflichen Ausbildung und der Eingliederung in die Arbeitswelt zu fördern, und die Hilfe zur Erziehung bündelt verschiedenste Angebote, die auf die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen ausgerichtet sind. Gesetzlich verankert sind diese Angebote und Maßnahmen im Sozialgesetzbuch Achtes Buch – Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII), sie basieren auf Freiwilligkeit.
Sind betroffene Jugendliche und Heranwachsende bereits straffällig geworden, verfolgt die tertiäre Kriminalprävention das Ziel, weitere Straftaten zu verhindern. Maßnahmen der tertiären Prävention werden von der Justiz und von den Trägern der Jugendhilfe durchgeführt und sind nun nicht mehr ein freiwilliges Hilfsangebot, sondern werden als richterliche Weisungen und Auflagen angeordnet oder müssen schlimmstenfalls als Jugendstrafe in einer Justizvollzugsanstalt „abgesessen“ werden. Das Jugendstrafrecht übt im Gegensatz zum Kinder und Jugendhilferecht Zwang aus. Während so genannte ambulante Maßnahmen auf der Basis des SGB VIII freiwillige Angebote an Jugendliche und Heranwachsende sind, sind dieselben Maßnahmen – werden
sie auf der Basis des JGG richterlich angeordnet – für die betroffenen
Jugendlichen und Heranwachsenden verpflichtend.

Werden Kinder, Jugendliche und Heranwachsende auffällig, sind zunächst die Hilfeleistungen der Kinder- und Jugendhilfe gefragt.
Das Sozialgesetzbuch Achtes Buch (SGB VIII) legt die Aufgaben und Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe fest. Jugendhilfe soll junge
Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung fördern und so zur Verwirklichung ihres Rechts auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit beitragen.
Hierzu entwickelt die Jugendhilfe unterschiedliche Angebote und Hilfen, wie z.B. Erziehungsberatung, sozialpädagogische Familienhilfe oder pädagogische und therapeutische Einzel- und Gruppenangebote für junge Menschen. Junge Menschen haben das Recht, sich in allen Angelegenheit der Erziehung und Entwicklung an das Jugendamt zu wenden.

Die Jugendhilfe hat auch die Aufgabe, Eltern bei ihrem originären Erziehungsauftrag zu unterstützen. Das Elternrecht wird eingeschränkt
durch das „Wächteramt“ des Staates, der über die Ausübung der Pflege
und Erziehung durch die Eltern wacht. Wenn das Kindeswohl gefährdet
ist, kann auch die Inobhutnahme oder Herausnahme aus der Familie
notwendig sein. Hierzu ist eine richterliche Entscheidung erforderlich.

Jugendhilfeleistungen werden sowohl von öffentlichen als auch von freien Trägern erbracht. Öffentliche Träger sind die Kreise und kreisfreien Städte, deren Jugendämter Jugendhilfeaufgaben erfüllen, freie Träger können Wohlfahrtsverbände, Kirchen, Jugendverbände, Vereine oder Selbsthilfegruppen sein. Die öffentliche Jugendhilfe soll die freie Jugendhilfe fördern und von eigenen Maßnahmen absehen, wenn freie Träger in diesem Bereich tätig sind bzw. tätig werden können. Das zuständige Jugendamt informiert darüber, welche Einrichtungen und Organisationen vor Ort freie Träger der Jugendhilfe sind und welche Leistungen angeboten werden.
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erlange Verfahrensdauer oder Hauptverhandlungen sind Normalität gleiches gilt für Ermittlungsverfahren die nicht selten 2 Jahre übersteige...