Montag, 9. Dezember 2013

Das Thema "Jugendkriminalität" ist heute ein Medienthema in unserer Gesellschaft. Fast täglich erscheinen Pressemeldungen zu den verschiedensten Jugendstraftaten: Diebstahl, Raub, Körperverletzung, etc. - und sogar Mord. Genügend Beispiele zeigen die Notwendigkeit einer Konfrontation der Schüler mit diesem Thema sowie einer Auseinandersetzung mit Straftaten und ihren Folgen. Immerhin wird hier von Jugendlichen gesprochen, also auch von Personen, die zum Beispiel die neunte Klasse besuchen. Die folgende Unterrichtsreihe soll zeigen, wie im Lernfeld Recht schon in der neunten Klasse eine Behandlung des Themas "Jugendkriminalität" möglich ist.

Die verhältnismäßig hohen Zahlen jugendlicher Straftäter sind in verschiedenen Quellen nachzulesen. So weist zum Beispiel der Datenreport 1999 des Statistischen Bundesamtes nach, dass Jugendliche und Heranwachsende mehr als doppelt so häufig straffällig wurden wie Erwachsene (Statistisches Bundesamt 2000, S. 227). Genauere und aktuellere Zahlen bietet die Polizeiliche Kriminalitätsstudie (PKS) von 2000. Hier ist das oben genannte Verhältnis zwar nicht bestätigt, dennoch wird deutlich, dass 30,1% aller Tatverdächtigen Kinder, Jugendliche oder Heranwachsende waren (PKS 2000). Die Zahlen der aufgeklärten Fälle fallen zwar geringer aus (vgl. ebd. Kap. 2.2), aber allein schon die Tatsache, dass fast ein Drittel der Straftaten den so genannten Jungstraftätern zugeschrieben werden, ist alarmierend. Die Studie von Siegfried Lamnek (Lamnek 2000), in der neben einer Auswertung der Polizeilichen Kriminalitätsstudien von 1998 und 1999 auch Erklärungsversuche und Präventionsmaßnahmen zum Thema Jugendgewalt vorgestellt werden, sowie die aktuellen Zahlen zeigen also, wie wichtig das Thema "Jugendkriminalität" im Sozialkundeunterricht sein kann. Die persönliche Betroffenheit der Schüler bei diesem Thema ist durchaus hoch. Schüler der neunten Klasse, also im Alter von 14-15 Jahren, können sich mit einem jugendlichen Straftäter sehr gut identifizieren.
Die Schüler sollen während dieser Unterrichtsreihe erkennen, dass es sich zwar um einen beliebigen Jugendlichen handelt, dass diese Situation aber auch sie selbst betreffen könnte. Die Fallstudie ist eine geeignete Methode, um dieses zentrale Unterrichtsziel zu erreichen. "Die Fallmethode stellt eine Lernstrategie dar, die als besonders geeignet angesehen wird, die komplexen wirtschaftlichen oder auch sozialen Sach- und Wertzusammenhänge eines konkreten Falles oder einer konkreten Situation geistig zu durchdringen. Das geschieht zumeist in Form einer Gruppendiskussion durch aktive, eigentätige Auseinandersetzung mit dem Problem, die schließlich zu einer Entscheidung führt. Der einzelne Schüler lernt dabei, wie man Informationen sammelt, Fragen stellt, Informationen auswertet und bewertet und Entscheidungen trifft." (Kaiser 1983, S. 17) Die Fallstudie ermöglicht die Analyse komplexer gesellschaftlicher Realität am Fall und stützt somit die Zielsetzung eines handlungs- und entscheidungsorientierten Unterrichts mit Orientierung an der Lebensumwelt der Schüler. "Die Auswahl der Inhalte und Themen eines Lernbereiches bzw. Fachgebietes orientiert sich danach nicht vorrangig an den Fachwissenschaften, sondern an lebensbedeutsamen Problem-, Handlungs- und Entscheidungssituationen, mit denen der Jugendliche [...] unmittelbar konfrontiert wird." (ebd., S. 18) Ziel der Fallstudiendidaktik ist folglich nicht die unreflektierte Anhäufung von Fachwissen, sondern das Erlernen der Fähigkeit, immer neue Probleme einer sich stets ändernden Umgebung zu meistern, das bedeutet, neue Situationen erfordern selbstständiges Denken mit einer eigenen schöpferischen Leistung. Darüber hinaus muss die Fallstudie den Schülern die Möglichkeit bieten, eigene Erfahrungen, Einstellungen und Deutungsmuster auf Fälle anzuwenden und deren Bedeutsamkeit für das eigene Leben zu prüfen. Die Entwicklung eines Entscheidungstrainings, das die Schüler systematisch in Entscheidungsprozesse einführt und Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Entscheidungsfindung vermittelt, ist von großer Bedeutung für das Gelingen dieser Methode.
Die Fallstudie besteht im Allgemeinen aus drei wesentlichen Teilen, die sich in 6 Unterrichtsphasen widerspiegeln. Zu Beginn werden die Schüler mit einer Entscheidungssituation konfrontiert. Diese Situation hat zumeist einen mehr oder minder direkten Bezug zum Alltagsleben der zu Unterrichtenden. Außerdem werden die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen des Falls geklärt (= Phasen der Konfrontation und Information). Im zweiten Teil studieren die Schüler in Kleingruppen das Fallmaterial und erarbeiten Lösungsvorschläge, bevor schließlich Entscheidungen gefällt, diskutiert und von den einzelnen Gruppen verteidigt werden (= Phasen der Exploration, Resolution und Disputation). Der Vergleich der von den Schülern getroffenen Entscheidung mit der Entscheidung der Realität bildet den Abschluss der Fallstudie (= Phase der Kollation) und "bietet dem Lehrer die Möglichkeit aufzuzeigen, wie in der Wirklichkeit Entscheidungen getroffen werden und welche Konsequenzen sich daraus ergeben." (ebd., S. 28)
In der folgenden Unterrichtsreihe werden die Schüler mit dem Fall Klaus konfrontiert. Hierbei handelt es sich um einen straffällig gewordenen Heranwachsenden von 18 Jahren. Wie die Schüler im Verlauf der Unterrichtsreihe herausfinden werden, handelt es sich bei den von Klaus begangenen Straftaten um Diebstähle. Laut Angaben der PKS vom Jahr 2000 ist Diebstahl das am meisten begangene Delikt (47,7% aller Straftaten, vgl. PKS 2000, Kap. 2.1.1). Außerdem sind bei Diebstählen (neben Raub und Sachbeschädigung) mehr als die Hälfte der Tatverdächtigen unter 21 Jahre alt (PKS 2000, Kap. 2.3.1). Allein schon anhand dieser Angaben ist zu erkennen, dass der Fall einen hohen Motivationsgrad für die Schüler hat, da die persönliche Betroffenheit hoch sein kann. Weiterhin motivierend dürfte die Tatsache wirken, dass es sich bei dem Fall um eine wahre Begebenheit handelt. Die Unterlagen wurden vom Jugendamt in Halle/Saale für diese Unterrichtsreihe zur Verfügung gestellt.
Nach einer Konfrontation mit dem Fall äußern sich die Schüler spontan dazu und entwickeln mögliche Fragen, die für die weitere Bearbeitung wichtig sind. Mit Hilfe von Materialien (Gesetzestexte) versuchen die Schüler anschließend die anfangs gestellten Fragen zum Fall in Gruppenarbeit zu beantworten. Hierbei finden schon Entwicklungen von Lösungsmöglichkeiten statt, die dann im weiteren Verlauf in Form eines Rollenspiels zum Gerichtsverfahren vorgestellt werden. Das Rollenspiel in der Fallstudie soll den Schülern ein Probehandeln bezüglich ihrer Entscheidungen ermöglichen. In der letzten Unterrichtsphase soll schließlich in Form eines offenen Unterrichtsgespräches das im Unterricht gefällte Strafmaß mit dem in der Realität gefällten verglichen werden. Dabei sollen auch Fragen geklärt werden, die über den speziellen Fall hinausgehen.
Die Fallstudie fördert die Erkenntnis des Allgemeinen im Besonderen; die Schüler können erfahren, dass persönlich-emotionales Gerechtigkeitsempfinden als spontaner Vorgang in das Begreifen der formalen rechtsstaatlichen Verfahren zu überführen ist. Diese Unterrichtsreihe dient außerdem als Lebenshilfe für die Schüler, indem sie zeitig eine Einsicht in für sie bedeutsame Gesetzesregelungen erhalten bzw. mit den möglichen Straffolgen konfrontiert werden. Ziel ist hierbei das Vorbeugen und Belehren bezüglich einer eigenen kriminellen Karriere.
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Sonntag, 10. November 2013

Unsere Letzte Lesung in 2013 Schon im März 2014 kommt voraussichtlich der 2 Band herausund im Januar geht der erste Band in Englischer Sprache in den US und UK HandelDafür und für den tollen Erfolg sagen wir beide an alle unsere Leserinnen und Leser danke denn ohne euch hätte das nie so Funktioniert :)
Wir freuen uns auf euch alle, am 13.12.2013 ab 17:15 Uhr im Cafe Rösch Villingen.

Autoren & Medien Service Teams Foto
Freitag, 13. Dezember um 17:45
Cafe Rösch Niedere Strasse 78050 Villingen-

Dienstag, 5. November 2013

Die Grauen hinter Gittern Der demografische Wandel erreicht die Gefängnisse..

Manfred Altmeier* will hier nicht sterben. Nicht auf dieser Liege, nicht in diesem Raum von zehn Quadratmetern.
Hier ist kein Platz zum Sterben, erst recht nicht tagsüber. Von sechs Uhr morgens an bis spät abends dient die Liege als Ablage für ausgerissene Zeitungsseiten, Joghurtbecher, frisch gebackenen Kuchen, Bettzeug und den Wasserkocher. Regal, Tisch, Schrank und selbst das Fensterbrett sind schon übervoll.

Manfred Altmeier will draußen sterben, nicht in Waldheim, Dresdner Straße 1a. Und das, obwohl draußen niemand auf ihn wartet – seine Frau nichts mehr von ihm wissen will, die Tochter auch nicht. »Ich bin mutterseelenallein«, sagt der Mann mit dem weißen Haarkranz. »Trotzdem ist es mein größter Wunsch, dass ich noch einmal jemanden finde.
Dass ich nicht allein bin am Tag X.«
Altmeier wird im Oktober 84 Jahre alt. Bis 2015 wird er auf halber Strecke zwischen Leipzig und Dresden hinter Gittern leben müssen. Der frühere Buchhalter ist knasterfahren:
Mit Unterbrechungen hat er bereits 25 Jahre lang eingesessen; wegen Unterschlagung, sexueller Nötigung, Brandstiftung. Diesmal wegen Totschlags.
Manfred Altmeier ist zwar der Älteste, nicht aber der Einzige, der hier in der Station 1/1 der Justizvollzugsanstalt (JVA) Waldheim oft ans eigene Lebensende denkt.
Mit ihm sitzen 35 Männer ein, kaum einer jünger als 60 Jahre. Viele von ihnen kommen ohne Rollator, Gehhilfe oder Rollstuhl nicht mehr zurecht. Und man ist geneigt, zu fragen, was sie mehr sind – Häftlinge des Staates oder Gefangene ihres eigenen Körpers.
In Waldheim landen die schweren Fälle, etwa der 66-jährige Drogendealer
Die Justizvollzugsanstalt Waldheim war 2005 die erste in den neuen Ländern, die eine Seniorenabteilung schuf.
Als Vorbild diente das bereits 1970 eröffnete und europaweit einzige Seniorengefängnis in Singen am Bodensee . Hier wie dort hat, wer bei den Senioren arbeitet, eine Ausbildung als Sanitäter oder Krankenpfleger absolviert. In Notfällen muss jeder von ihnen schnell und kompetent reagieren können. Die Seniorenresidenz hinter Gittern in Waldheim verfügt zudem über größere Zellen, einen Fahrstuhl, Pflegebetten und Haltegriffe neben den Toiletten und Waschbecken.
Hier zeigt sich, dass der demografische Wandel längst die Gefängnisse erreicht hat. So hat sich etwa seit 1995 der Anteil der verurteilten Straftäter, die zwischen 60 und 70 Jahre alt sind, in Deutschland verdoppelt.
Zwar werden junge Männer sehr viel öfter straffällig als Rentner, doch wirkt sich der steigende Altersdurchschnitt der Gesellschaft aus. »Wir haben es an den Ersttätern gemerkt«, sagt Ines Föhre, die Leiterin der Seniorenabteilung: »Die waren auf einmal nicht mehr 20 oder 30 Jahre alt. Die waren 65 aufwärts. Auf diese Klientel mussten wir uns erst einstellen.«
In Waldheim landen die schweren Fälle – darunter ein 72-Jähriger, der seine zwei minderjährigen Nichten vergewaltigte. Ein 66 Jahre alter Drogendealer.
Ein 62-jähriger Betrüger, der auf großem Fuß lebte, ohne zu bezahlen. Nur wer mindestens 24 Monate absitzen muss, wird hier eingewiesen. Arbeiten ist Pflicht; allein die Altersgruppe 60 plus ist davon weitgehend ausgenommen. Die Männer werden auf andere Weise körperlich mobil und geistig fit gehalten. Statt Muckibude und Antigewalttraining gibt es für sie Kochkurse und Rückengymnastik, Spielegruppen, Billard und Kinonachmittage sowie täglich zweimal die Möglichkeit zum Hofspaziergang. Wer möchte, kann unter geschulter Anleitung Körbe flechten oder sich in Maltechniken üben. Für die sportlich ambitionierten unter den Rentnern steht die Tischtennisplatte bereit.
In einem verwaschenen T-Shirt und mit einer Gießkanne in der Hand schlurft Manfred Altmeier über den langen Flur.
Er kümmert sich auf der Station um die Topfpflanzen.
Das strengt ihn an – die Kanne ist schwer, und die Knie wirken weich. »Schön, dass es hier so ruhig ist«, sagt der Greis. In anderen Anstalten sei es ihm »viel zu laut und zu wild«, erzählt er. »Ich bin ja nicht mehr der Jüngste.« Angesprochen auf das besondere Konzept des Gefängnisses, zeigt Altmeier mit verschwörerischer Geste auf eine Justizvollzugsbeamtin und raunt: »Die wollen uns einfach an einem Fleck halten. Damit die weniger Arbeit haben. Hauptsache, die Zellentüren stehen den ganzen Tag offen und ich kann herumlaufen, so oft, so viel und mit wem ich will. Ich muss doch fit bleiben. Sonst geht man hier vor die Hunde.« VON ADINA RIECKMANN
Was tun mit Demenzkranken – soll man sie wirklich noch einsperren?
Wenn Ines Föhre in der Früh die Seniorenabteilung betritt und Tür für Tür aufschließt, dann schlägt ihr oft säuerlicher Geruch entgegen. Sie müsse darauf achten, dass ihre Klienten morgens aus ihrem Bett aufstehen und zum Duschen gehen, sagt die 48-Jährige. »Wir müssen die Alten vor sich selbst schützen. Sie igeln sich ein, in einer normalen Station würden sie völlig untergehen. Und dass sie in ihrer Zelle verwahrlosen, können wir nicht zulassen.«
Um die Alten und die Gebrechlichen kümmert sich Tag für Tag eine Riege an Wärtern, Psychologen, Pfarrern, Sozialpädagogen, Ärzten – und Ehrenamtlichen. Eine von ihnen hilft heute Manfred Altmeier beim Kuchenbacken. Nebenbei spricht die Mittfünfzigerin mit ihm über seine Wehwehchen. Später besucht sie noch einen anderen Häftling und redet mit ihm über Patientenverfügungen und den letzten Willen. Die Betreuerin ist nicht zimperlich, sie bespricht jedes Thema mit den Alten, und sei es der Knoten in der Schilddrüse oder die Schwellung in der Prostata. Mit ihrer freundlich-ruppigen Art kommt sie gut an; vielleicht auch, weil sie viele Jahre als Altenpflegerin gearbeitet hat. Sie macht sich Gedanken über das altersgerechte Wegsperren: »Viele Insassen beschäftigt die bittere Frage: Werde ich hier mit den Beinen zuerst rausgetragen oder nicht? Doch so gut wie hier haben es die Alten draußen nicht. Viele dort vereinsamen ganz bitterlich. Dagegen ist das Leben hier drinnen Luxus pur.«
Auch alte Menschen, die inhaftiert sind, müssten eben Bedingungen vorfinden, die lebenswürdig seien, fordert Andrea Ast, die Sozialpädagogin der Station. »
Das ist ein Luxus, den sich unsere Gesellschaft leistet.
Wir bieten ihnen wirklich viel an. Mit Bespaßung hat das nichts zu tun.« Die kleine Frau mit den großen schwarzen Locken ist es leid, ständig den Vorwurf zu hören, ihren Alten gehe es zu gut. »Sie dürfen nicht vergessen: Trotz alledem ist Freiheitsentzug eine drastische Maßnahme.
Ein Ort mit Mauern, Stacheldraht und Panzerglas ist alles andere als eine Idylle!«
Ast sieht ganz andere Probleme auf die JVA Waldheim zukommen. Das Thema Demenz sei auf der Seniorenstation schon längst virulent. Immer öfter würden Inhaftierte mehrmals hintereinander nach Tabletten fragen oder wie kleine Kinder auf dem Gang stehen und unverständlich vor sich hinsprechen. »Noch schmunzeln wir darüber«, sagt die Sozialpädagogin. Aber was passiere, wenn diese Menschen wirklich zu Pflegefällen werden, wenn sie nicht nur vergesslich sind? »Darauf«, sagt Andrea Ast, »
sind selbst wir noch nicht vorbereitet.«
Ihre Kollegin Ines Föhre erzählt von Gefangenen, die sich keine Socken mehr anziehen können – und dass da schon mal der JVA-Beamte oder ein jüngerer Häftling helfen müsse. »Was aber, wenn die Herrschaften für uns wirklich zum Problem werden, wenn sie den laufenden Betrieb richtig stören?« Föhre berichtet, dass in ihrer Anstalt Personal fehlt und dass im zuständigen Haftkrankenhaus Leipzig noch keine Pflegebetten für Gefangene aus Waldheim vorgesehen sind. Wer also soll für die Alten sorgen?
Die Leiterin der Seniorenabteilung sagt, sie hoffe, dass sie und ihre Kollegen in diese Aufgabe hineinwachsen, dass sie der Sache Herr werden. Sie stellt aber auch die Frage nach dem Sinn der Strafe: »Was ist, wenn Menschen ihre Tat nicht mehr als Straftat sehen, wenn sie einfach nicht mehr wissen, warum man ein Kind nicht vergewaltigen, eine Frau nicht ermorden darf?« Föhre fügt hinzu: »Ab einem bestimmten Alter halte ich eine Aufarbeitung der Straftat für schlichtweg unmöglich.« Eine Lösung für dieses Problem hat sie allerdings nicht parat.
Autor: Christian Lukas-Altenburg
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Montag, 4. November 2013

Im Dschungel der Justiz V Rezession

vom Sterben hinter Gittern oder der Umgang mit Jugend Delinquenz, veranschaulicht ein Gesellschaftliches Dilemma und zeigt die Notwendigkeit sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Jugend Delinquenz beginnt bereits in frühen Kindertagen einer immer Roher werdenden Gesellschaft, bzw. eines Ungefestigten sozialen Umfeldes. Martina Reuss, hat dies im besonderen an Beispielen aus Wien aufgezeichnet und mit Sozialarbeitern wie Jugend Dezernaten der Polizei gesprochen und deren Sicht deutlich dargestellt.

Christian Lukas-Altenburg, hat im besonderen die Gesellschaftliche Verantwortung hervorgehoben und auf sehr Fragwürdige Entwicklungen aufmerksam gemacht.

Beide Autoren schreiben in einem für den Laien leicht Verständlichen Stil und vermeiden im besonderen, die manchmal schwer zu verstehende Juristische Sprache.
Der Fünfte Band knüpft nicht nur an die vorangegangenen Bände dieser Buchreihe an, sondern komplettiert diese sehr Eindrucksvoll.
** Eine Rezession von Hauke Wagner**
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Montag, 28. Oktober 2013

Heute hatte ich eine Diskussion mit einem Freund,
er ein versierter Versicherungsfachmann, fragte mich Chris was würdest du eigentlich heute tun, wenn gestern dein Beruf kaputt gegangen wäre?
also du nicht mehr Arbeitsfähig bist?
Ich muss zugeben, zunächst war ich ratlos, denn darüber habe ich mir Nie wirklich Gedanken gemacht und Flaxte mit den Worten Auswandern oder den Strick nehmen.

Aber mal ehrlich, habt ihr euch schon mal darüber Gedanken gemacht?
Ich jedenfalls werde mich mit ihm zusammensetzen und einmal darüber sprechen, welche Möglichkeiten ich denn noch habe.

**Hilfe, wenn meine Gesundheit an meiner Karriere nagt. Kranker Jobsucher sucht kranke Nebenbeschäftigung.**

Eine Grauenhafte Vorstellung oder? Krank und Job los ?
Ich denke darüber sollte sich jeder im Klaren sein, es kann schnell geschehen und dann?
Wer Interesse hat dem kann ich gerne mal die Kontaktdaten zu Werner geben und sich selbst darüber Informieren was geht und was nicht.

HIV im Vollzug..


Grausam aber wahr.

heute hatte ich einen Menschen kennengelernt, der wohl nicht mehr Lange zu Leben hat. Er ein vermeintlicher Drogen Junkie, der unter anderem wegen Diebstahl, Körperverletzung und Verstoß gegen das BTMG im Knast sitzt, schrieb mich an und erzählte mir aus seinem Leben.
Nach langen hin und her bekam ich eine Besuchserlaubnis um ihn in einer Vollzugsanstalt nähe Stuttgart zu besuchen.
Als ich dort ankam und das Besuchszimmer betrat, wurde ein hagerer von Krankheit gezeichneter Mann in den Raum geführt, der selbst nur noch an Gehilfen langsam laufen konnte. Es stellte sich heraus, dass er HIV hat und wohl nur noch bis zu einem Jahr zu leben hat.
Er erzählte mir aus seiner Kindheit und Jugend und ich war sehr betroffen.
Seine Haftzeit wird noch ungefähr 2 Jahre andauern und ich habe das Mulmige aber doch sehr konkrete Gefühl, das er diese nicht Überleben wird
Er ein Mann gezeichnet und gebrochen durch seine Drogensucht, der sich kaum noch aufrecht halten kann, hat schon viele Stellen angeschrieben und versucht dort ein wenig Hilfe zu bekommen, jedoch wurde er stets zurückgewiesen.
Nach einem Gespräch mit einer Regionalen Aids Hilfe, wurde mir gesagt, dass dieser längst kein Einzelfall mehr ist und solche Menschen solange in Haft behalten werden, bis es nicht mehr geht um dann schnell noch vor dem Tod in einer Blitzaktion Entlassen werden, damit die Statistik aber auch der Vollzug selbst nicht leidet und vielleicht in Negative Schlagzeilen gerät. Ich bin schon einige Zeit mit der Thematik Strafvollzug – Resozialisierung und Jugend Arrest vertraut, aber selbst mir war es bisher unbekannt, wie mit Todkranken dann doch verfahren wird.
Informationen zur Buchreihe Im Dschungel der Justiz auch auf den    Facebook Seiten
Nun überall im Handel erhältlich, der Fünfte Band aus der Buchreihe Im Dschungel der Justiz.
Wie immer Kritisch aber doch auch Objektiv, die Justiz und alle ihre Facetten beleuchtet und im besonderen die Jugend Delinquenz wie auch das Jugendstrafrecht behandelt.
Eine Rückschau auf gewesenes und ein Ausblick in die Zukunft unter Mitwirkung meiner Co Autorin Martina Reuss, die mit sehr viel Sachverstand sich mit einbrachte.

Band Im Dschungel der Justiz
oder der Umgang mit Jugend Delinquenz und Verwahrung.
Ein gemeinsames Werk mit meiner Co-Autorin Martina Reuss die bereits am vierten Band Mitgearbeitet hatte.
So berichtet Sie unter anderem von der Arbeit von Streetworkern in Wien und deren manchmal aussichtslosen Kampf für Kinder und Jugendliche.
Dieser Band ist auch eine Zusammenfassung und Aktualisierung aus dem dritten Band dieser Buchreihe und knüpft an die vorherigen 4 Bände an.
Es war eine spannende und wirklich tolle Zusammenarbeit mit meiner Co Autorin, der ich an dieser Stelle, herzlich für ihre Unterstützung danke sage.
ISBN: 9763710397744 united p.c.
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Samstag, 26. Oktober 2013

Persönliches..

Zu meiner Person,
ich schreibe seit 2007 über gesellschaftliche Themen, so auch über den Strafvollzug und Jugendkriminalität.
Ich habe unter anderem eine Buchreihe mit dem Titel
Im Dschungel der Justiz mit bis dato 5 Bänden in Buchform
Publiziert und im besonderen den Strafvollzug thematisiert.
Ich bin seit 2011 Mitglied im Arbeitskreis Kritischer Strafvollzug e.v. und wirke unter anderem in Arbeitsgemeinschaften mit, die aus Mitgliedern dieses AKS aber auch anderen Interessierten bestehen.
Diese sind die von mir betitelten Arbeitsgemeinschaften Strafvollzug und die Programmkommission Jugendstrafvollzug in Baden-Württemberg.
Ich bin Mitglied im Autoren und Schriftstellerverband in Verdi seit 2011
.
Ich tätige auch unter anderen immer wieder Vorträge zu den Themen “Strafvollzug – Jugendkriminalität” bei Interessierten Vereinen, Organisationen oder Gruppen und Diskussionsrunden.
Meine Publikationen in diesem Bereich sind Erschienen in den Verlagen Deutsche Literaturgesellschaft und united p.c. Verlag. Diese werden gemeinhin als Book and Demand Verlage bezeichnet, alle meine Publikationen bei diesen Verlagen wurden ohne Finanzielle Eigenbeteiligung getätigt.
Prinzipiell ist es mir auch egal, ob eine Publikationen als Book and Demand bezeichnet werden oder nicht, dies ist für mich nicht Relevant.
Es wurde unter anderem Kritisiert, das auf meiner Homepage die Bezeichnung “Experte” verwendet wird,
diese Bezeichnung kam nach einigen Interviews und Mitarbeit für TV und Rundfunkproduktionen zustande und stammt nicht von mir selber. Ich erkenne auch keine Relevanz die eine solche Bezeichnung als Irreführend darstellen würde.
Bei solchen Medien, wird man öfter als Experte oder als Kenner einer Materie benannt und hat keinen Rückschluss auf Qualifikationen wie auch immer diese betrachtet werden.
Fakt ist, dass ich immer wieder gebeten werde, Stellungnahmen abzugeben und oder zu Kommentieren, wie auch bei der Produktion, oder der Vorbereitung einer solchen, als Vermittler oder Berater mitwirke.
Auch dies stellt keine besondere Qualifikation dar und soll auch nicht als solche wirken oder darauf hinweisen.
Die Diskussionen über meine Arbeit, meine Publikationen und Person, verstehe ich auch nicht als Angriff, auch wenn des öfteren hier mir Selbstdarstellung oder anderes unterstellt wird, halte es aber doch für angebracht, hierzu einmal Stellung zu nehmen. Eine wie auch immer geartete Beurteilung steht mir nicht zu und Maße ich mir auch nicht an, halte es aber doch manchmal für sehr unsubstantiiert, auch wenn es von manch anderen anders betrachtet wird.
Ich leide auch nicht unter einer Selbstdarstellung oder ähnliches, dies liegt mir fern, meine Arbeit und meine Publikationen, machen mir sehr viel Freude und deren Ergebnisse muss nicht ich beurteilen, oder im besonderen hervorheben. Dies überlasse ich uneingeschränkt meinen Lesserinnen und Lesern, sowie meinen Kritikern.
Wer Fragen zu den Publikationen oder meiner Person hat, darf sich gerne mit mir in Kontakt setzen, ich werde sehr gerne diese dann auch beantworten.
Christian Lukas-Altenburg
Autor und Publizist.

Freitag, 25. Oktober 2013

Eine Gescheiterte Existenz. Jugend braucht

Jugendliche nach ihrer Gefühlslage befragt, schildern die gleichen Sorgen, Probleme und Ängste. Da wird berichtet über “Dauerstress mit den doofen Eltern, Liebeskummer, die ersten sexuellen Erfahrungen, Schul- bzw. Ausbildungsprobleme, teure Klamotten, höhere Taschengeldforderungen, Rauchen, Musik, hohe Telefonrechnungen…”
“Meine Alten quatschen mir ständig in alles rein” meint Lena, 14 Jahre alt und die anderen Mitglieder ihrer Clique im Jugendzentrum nicken heftig dazu. “Ich find’s total nervig, dass ich nichts allein entscheiden darf.”
In der Pubertät entwickelt sichein neuartiges Bewusstsein für die eigene unverwechselbare Identität.
Gleichzeitig werdenTeenager immer sensibler in der Wahrnehmung der eigenen seelischen und auch körperlichen Verletzlichkeit. Die Jugendlichen leiden in dieser Zeitspanne der Selbstfindung unter einem starken Unsicherheitsgefühl, was sich in extremen Gefühlsausbrüchen widerspiegelt. Mal gibt es Zeiten totalen Hochgefühls, dann wiederum tiefe emotionale Abgründe. Es gibt Phasen, in denen sie apathisch herumhängen, sich zurückziehen und sich tödlich langweilen. Diese Phasen können nahtlos abgelöst werden durch Phasen voller Energie und Lebensfreude.
Um die eigene Unsicherheit zu kompensieren, geben sich Teenager gerne großspurig. Man will die Welt davon überzeugen, dass man selbstbewusster und stärker ist, als man sich eigentlich fühlt.
Teenager lieben das Risiko. Sie müssen experimentieren, Grenzen ausloten – ihre eigenen Grenzen und die anderer Menschen. Damit sind Konflikte vorprogrammiert. Das gehört zu dem langwierigen Lernprozess, zu dem Versuch, das eigene Leben in den Griff zu bekommen und für sich selbst Entscheidungen zu treffen
Pubertät … der ganz normale Wahnsinn!
Mit 12 die erste Zigarette, nur noch blöde Sprüche und die Eltern sind sowieso zum Kotzen! Alles scheint außer Rand und Band zu geraten. Wenn die eben noch lieben Kleinen zu “Monstern” werden und die Revolution im Kinderzimmer ausrufen, ist sie da, die von so vielen Eltern beklagte schwierige Lebensphase der Pubertät – die Zeitspanne, in der das Kind kein Kind mehr aber auch noch kein Erwachsener ist. Gerade wenn Sie denken, es wäre angenehmer einen Kaktus zu umarmen und sich am liebsten genervt und gestresst zurückziehen möchten, ist Ihr Engagement und elterlicher Rückhalt wichtiger denn je.
Selbstbewusste und gefestigte Jugendliche.
Ihr Kind entwickelt eigene Lebensbereiche, die Ihnen verschlossen bleiben, in denen Sie ihm wenig oder gar keinen Schutz geben können.
Erwachsene pochen auf das Recht einer Privatsphäre. Auch Teenager haben einen Anspruch darauf.
Ohne Wahrung der Privatsphäre kann sich keine selbstständige Persönlichkeit entfalten. Jugendliche brauchen ihr Territorium. Das eigene Zimmer ist Tabuzone für die Eltern. Sie müssen sich damit abfinden, nicht mehr über jedes Detail aus dem Leben ihres Kindes Bescheid zu wissen.
Auch die Entwicklung der beginnenden Sexualität kann sich nur in ungestörter Privatsphäre gesund vollziehen.
Wichtig ist bei aller Gelassenheit dass nicht das Gefühl entsteht, Sie wären Ihrem Kind gegenüber gleichgültig geworden. Auch wenn es dadurch immer wieder zu Reibungen kommt, brauchen die angehenden Teenager nach wie vor klare Ansagen der Eltern, die Orientierung liefern und Sicherheit vermitteln.
Einer 14-jährigen nicht klar zu sagen, wann sie wieder zuhause sein muss, wird nicht unbedingt als Großzügigkeit der Eltern verstanden, sondern womöglich als Gleichgültigkeit ausgelegt. “Denen ist ja völlig egal, wann ich nach Hause komme, ich bin denen sowieso gleichgültig!”
Es ist immer wichtig, Sachverhalte zu benennen: “Du sollst um 22.00 Uhr zu Hause sein. Ich will nicht, dass du nach hause trampst!” Also klare Vorgaben, die auch eingehalten werden müssen. Appell-Sätze provozieren dagegen Widerstand und ungewünschtes Fehlverhalten: “Komme ja nicht zu spät wie beim letzten Mal!” oder: “Ich bestimme, wann du zu Hause bist!”
Auch wenn aus Sicht der Teenager die Eltern am besten “unsichtbar” wären, bleiben sie ein elementarer Bezugs- und Orientierungspunkt, der doch jederzeit greifbar sein muss.
Das zeigt, wie bedeutsam trotz aller Bockigkeit und Distanz der Rückhalt der Eltern auch in Form klarer Richtlinien und Absprachen für die Jugendlichen ist, Zuviel Liberalität kann auch überfordern.
Jede Generation ist mit der Erziehung von Kindern und Teenagern immer aufs Neue herausgefordert. Heute sind wir allerdings mit Veränderungen konfrontiert, die für Eltern bisher unbekannte Herausforderungen schaffen.
Beispielsweise sind uns die Kinder und Jugendlichen im Umgang mit dem Computer oft meilenweit voraus. Hinzu kommen gesellschaftliche Veränderungen, die einen grossen Einfluss auf die Jugend haben. So etwa nimmt das Freizeitverhalten für jung und alt einen immer höheren Stellenwert ein.
Rebellierendes und ablehnendes Verhalten ist häufig bei Teenagern – was auch völlig normal ist, denn sie machen einen Ablösungsprozess durch. Für Eltern heisst das, dass man sich nicht alles bieten lassen muss. Trotzdem: ein allzu strenger Erziehungsstil mit sehr vielen Regeln, wenig Flexibilität und wenig Mitspracherecht ist problematisch. Ebenso der Stil des Laisser-Faire. Beide Extreme haben einen erwiesenermassen schlechten Einfluss auf die Entwicklung der Teenager und auch auf die Eltern-Teenager-Beziehung.
Es geht darum, einen Weg zu finden, um gezielt mit den veränderten Ansprüchen und Verhaltensweisen der Jugendlichen umzugehen. Einen gesunden Mittelweg, bei dem der Teenager ernst genommen wird in seinem reifer werdenden Denken und Handeln. Zugleich darf und soll man den wachsenden Freiheitsforderungen der Teenanger auch mehr konkrete Anforderungen und zu erfüllende Aufgaben gegenüberstellen.
Teenanger wollen grundsätzlich gefordert werden. Zentral dabei sind richtige Aufgaben, die im realen Leben einen Effekt haben – also wirklich Babysitten, wirklich die Verantwortung für ein Haustier tragen, wirklich ein Fahrrad reparieren. Unsere Teenager sind heute mit sehr vielen Denkaufgaben konfrontiert, gestellten Aufgaben aus der Schule, die zu wenig Praxisbezug zum realen Leben aufweisen.
Teenager möchten zeigen was in ihnen steckt,. Das Problem liegt darin, das sie genau dazu nur wenig Möglichkeiten haben. Viele wären motivierter zu lernen und sich zu engagieren, wenn sie in echt gefordert würden. Dann würden sie auch in der Freizeit ihre Kräfte weniger aggressiv messen müssen.
Ich will Ihnen keine Erziehungsratschläge geben, denn davon gibt es bereits mehr als genug. Nein ich möchte Sie anhalten sich ihre eigenen Gedanken zu machen um zu Erkennen, ihr Kind braucht Sie, ob nun als Eltern, Freund oder einfach nur als Wegbegleiter.

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Hier mal eine Empfehlung ^^auch Ihre Webseite ist immer einen Besuch wert......

Mutter, Partnerin, Autorin, Schriftstellerin, Publizistin und Lektorin, Mein liebster 24Stunden Job.....
Autor: 

Samstag, 19. Oktober 2013

Die Friedrich-Ebert-Stiftung verleiht jährlich den Preis "Das politische Buch". Durch den Preis wird die große Bedeutung des politischen Buchs für die lebendige Demokratie gewürdigt.

Er wird verliehen an herausragende Neuerscheinungen, die sich in kritischer Auseinandersetzung gesellschaftspolitischen Fragestellungen annehmen, diese auf der Höhe der Zeit durchdringen und einem breiten Publikum verständlich machen. Ausgezeichnet werden Bücher, die richtungsweisende Diskurse anstoßen und wichtige Impulse für die Auseinandersetzung mit zentralen politischen Fragen geben. Die prämierten Bücher sollen politisches Interesse stärken und gesellschaftspolitisches Engagement befördern.

Im Dschungel der Justiz IV Chance oder Untergang.
wurde für den Preis das Politische Buch 2014 der Friedrich-Ebert Stiftung vorgeschlagen....
weitere Informationen über diese Buchreihe auch auf den Facebook Seiten.
Irgendwann hat sich die Redeweise eingebürgert, vom Paradies der Kindheit zu sprechen. Die Erwachsenen blicken zurück auf ihre Kinderjahre und pflegen diese zu verklären. Dabei verdrängt man aber vieles, was in jener Lebensphase an Nöten, Schwierigkeiten und Tragik enthalten ist.
Nur selten strahlt über dem Kinderland überwiegend der Sonnenschein, und viel häufiger ist es, dass Kinder im Verlaufe ihres Wachsens und Werdens mit gravierenden Problemen konfrontiert werden. Vor allem die Tiefenpsychologie sowie die Kinder- und Jugendpsychiatrie haben mit dem Mythos der sorglosen Kindheit gründlich aufgeräumt. Wir wissen heute, daß die ersten Lebensjahre bis hin zur Pubertät und Adoleszenz schwierige Entwicklungsaufgaben eine masse für Kinder und Jugendliche bereithalten.

Jahrzehnte psychologischer Kinderbeobachtung haben ergeben, daß viele Kinder neurotische Phasen oder gar handfeste Neurosen durchmachen, ohne dass die Eltern oder Lehrer das immer sachgemäß registrieren. Man spricht dann bestenfalls von “Kinderfehlern” und “Entwicklungshemmungen” , ohne zu wissen, daß hierbei die Gefahr eines gesamtmenschlichen Scheiterns besteht. Oft verschwinden zwar die Symptome im Laufe der Jahre, aber das neurotische Grundmuster bleibt bestehen. Wenn im späteren Leben Kalamitäten und Konflikte in dieselbe Kerbe schlagen, die schon in der Kindheit strukturiert wurde, können oft wie aus scheinbar heiterem Himmel seelische Erkrankungen ausbrechen. *Gerhard Danzer*

Warum aber laufen so viele Kindesentwicklungen schief? Das liegt an der erzieherischen Unbeholfenheit von Eltern und Lehrern ebenso wie an den kulturellen Rahmenbedingungen. Eltern und Lehrer sind selbst bisweilen nur mangelhaft erzogen und seelisch gestört. Man kann aber den Kindern nicht mehr geben, als man hat; und wenn die Erzieher nicht gut mit den eigenen Lebensaufgaben zu Rande kommen, werden neurotische Traditionen über Generationen hinweg weitergegeben. Wie sehr solche Defizite – verbunden mit mangelhaften Schul- und Ausbildungssituationen sowie einer von Nihilismus und Beliebigkeit geprägten Kultur – Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung behindern und sie in Lebensatmosphären der Einsamkeit und manchmal auch Verzweiflung bringen, kann man unter anderem in den Büchern von Philippe Ariés Geschichte der Kindheit (1960) und von Lloyd de Mause Hört Ihr die Kinder weinen? (1977) nachlesen. Es gibt über die Jahrhunderte hinweg eine schwarze Pädagogik, die mit fabelhafter Sicherheit Kinderneurosen, Kindersychosomatosen und sogar Kinderpsychosen hervorrief.

Diese Störungen und Erkrankungen wurzeln im Charakter des Menschen. Andere Begriffe für Charakter sind stabiles Verhaltensmuster und Lebensstil. Darunter ist zu verstehen ein Insgesamt von Gewöhnungen, Einstellungen, Gesinnungen, Verhaltensweisen, Stimmungen und Weltanschauung. Der Charakter entsteht in der Auseinandersetzung des Kindes mit seinen biologischen Gegebenheiten und seiner Umwelt. Dabei kommt auch ein schöpferisches Element zum Tragen.
Keine Charakterentwicklung kann kausal nur aus der Biologie oder nur aus dem Milieu hergeleitet werden. Es kommt darauf an, wie das Kind Einflüsse aufnimmt und verarbeitet.
Darin besteht ein Freiheitsspielraum, den man nicht unterschätzen soll.

Neurotische Charakterzüge sind in der Regel durch Affekte gestützt und radikalisiert. Wie schon der Begründer der Individualpsychologie Alfred Adler in seinem Hauptwerk Über den nervösen Charakter (1912) umfassend darstellte, geht man nie fehl, wenn man bei neurotischen Kindern oder Erwachsenen nach zugespitzten und von Affekt untermalten Eigenschaften sucht, welche die Einfügung ins soziale Leben empfindlich erschweren. Als solche nervöse Charakteranomalien beschreibt Adler z.B. Überempfindlichkeit, Ängstlichkeit, Trauer, Neid, Ehrgeiz, Eitelkeit, Geiz, Eifersucht, Hass, Pessimismus, Verstimmungen usw. Begründet aus Vernachlässigung, Zurückweisungen, Lieblosigkeit und Herabsetzungen.
Ich habe in der Buchreihe Eine gescheiterte Existenz, vieler solcher Gründe ausführlich dargelegt und betrachtet.


  1. Ein toller Erfolg...
  2. Nur noch bis Jahresende in dieser Version erhältlich.
    Eine Neue Version in einem Neuen Style und aktualisiert kommt ab Januar 2014 in den Handel.

    Ein außergewöhnlich Erfolgreiches Buch, dass darüberhinaus sehr viel Interesse erhalten hat und gar mehrfach in den Top 10 der Sachbuch Bestsellerliste gestanden hat.
    Jetzt wird es von einem Neuen Verlag im Neuen Style und aktualisiert Neu aufgelegt.

    An dieser Stelle sagen Martina Reuss und ich selbst, an alle unsere Leserinnen und Leser, danke für eure Treue zu uns.
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Dienstag, 15. Oktober 2013

Jugendstrafvollzug ?


Der Vollzug der Freiheitsstrafe wandelte sich im Laufe der Jahrhunderte vom reinen Verwahrvollzug (Vergeltungs- und Rachegedanke) zum Behandlungs- bzw. Erziehungsvollzug, der in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts seinen Ursprung hatte.
In England richtete man 1555 auf Schloss Bridewell ein Arbeitshaus ein, in dem Diebe und Landstreicher an die Arbeit gewöhnt werden sollten, um sie somit in die Gesellschaft wieder eingliedern zu können.
Es folgten “Zuchthäuser” in Holland und Deutschland ( u.a. 1609 in Bremen), sowie die Einrichtung eines separaten Zuchthauses für “missratene Kinder” (1603). Die bisherigen Vollzugsformen mit reinem Vergeltungscharakter blieben darüber hinaus bestehen.
Während des 30-jährigen Krieges (1618-1648) gingen die ersten Ansätze des Resozialisierungsgedanken wieder verloren. Wieder von England ausgehend, fanden im 18. Jahrhundert Reformbewegungen statt, die noch vor der Jahrhundertwende dazu führten, dass man Kinder und Jugendliche während der Strafverbüßung als Erziehungsbedürftig behandelt.
Diese Reformideen fanden ihre Umsetzung in Deutschland in der Einführung eines gesonderten Jugendstrafvollzugs. In Wittlich wurde 1912 das erste Jugendgefängnis eröffnet und der Reichstag verabschiedete 1923 das erste Jugendgerichtsgesetz (RJGG).
Es flossen erzieherische Gesichtspunkte bei der Auswahl der Maßnahmen oder der Strafe mit ein.
Das Jugendgerichtgesetz in der Fassung vom 04.08.1953 (JGG) beinhaltete die Strafaussetzung zur Bewährung, sowie die Bewährungshilfe. In §91 JGG wird der Jugendstrafvollzug ausdrücklich als Erziehungsvollzug definiert.
In §2 des Strafvollzuggesetzes (StVollzG) vom 16.03.1976 heißt es über die Aufgaben des allgemeinen Strafvollzugs: “…im Vollzug der Freiheitsstrafe soll der Gefangene fähig werden, künftig in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen (Vollzugsziel)”, aber weiterhin “der Vollzug der Freiheitsstrafe dient auch dem Schutz der Allgemeinheit vor weiteren Straftaten.”
Es wird hier im Ansatz bereits ein Interessengegensatz deutlich: Behandlung- bzw. Resozialisierung auf der einen, Sicherungsverwahrung auf der anderen Seite.
Der Jugendstrafvollzug stellt als “letzte Instanz” der zur Verfügung stehenden Erziehungsmittel für einen jungen Straftäter eine Möglichkeit dar, durch geschultes Personal und geeignete Einrichtungen, “künftig in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen.” (StVollzG, § 2).
Ein großes Problem, hinsichtlich der Umsetzung dieses Ziels (Vollzugsziel), zeigt sich in Untersuchungen in den siebziger Jahren, die zu dem Ergebnis kamen, dass die Folgen der Haft die Voraussetzungen für eine soziale Existenz des Gefangenen “draußen” eher verschlechtern.
(vgl.KERSTEN/v. WOLFFERSDORF, 1980, S. 280 f.).
Dies kann zum Beispiel auf jugendliche zutreffen, die zum ersten Mal in Kontakt mit dem Strafvollzug geraten und zunehmend im Verlauf ihrer Freiheitsstrafe von Hafterfahrenen Gefangenen negativ beeinflusst werden.
Zudem kann sich ein kaum mehr zu beseitigender Teufelskreis aus abweichenden Verhalten (Kriminalität) und sozialer Ächtung bilden, da der Vollzug der Freiheitsstrafe zu einer “Stigmatisierung” führt.
Im reformierten Strafvollzug wird aber durch die erzieherischen Maßnahmen versucht, solchen Prozessen entgegenzutreten, den Integrationsgedanken in den Vordergrund zu stellen und somit den negativen Einflüssen des Strafvollzugs entgegenzuwirken.
Bei aller Liberalisierung des Strafvollzugs sollt man dennoch bedenken, dass er sich aus einer vehementen Rechtsgutverletzung anderer Bürger heraus ergibt und als letztes Erziehungsmittel gewählt wurde, da andere bereits verhängte Strafen keinen Erfolg zeigten.

Es erweißt sich aber für wichtig, dass Strafe und Erziehung in einen, für die Gesellschaft akzeptablen und den jugendlichen Gefangenen förderlichen, Zusammenhang zu bringen, um das Auftreten abweichenden Verhaltens in Zukunft zu verhindern.
Informationen zur Buchreihe Im Dschungel der Justiz
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