Donnerstag, 27. September 2012


Rezession Im Dschungel der Justiz Band 4 Chance oder Untergang..


Rezession des Herbert Utz Verlag München…..
Christian Lukas-Altenburg schreibt über Jugenddelinquenz und Jugenstrafvollzug und geht dabei auf unterschiedliche Aspekte ein, die Jugendliche in ihrer Entwicklung prägen. Der Autor knüpft mit diesem Buch an bereits veröffentlichte Bände aus der Reihe
“Im Dschungel der Justiz ” die wir auch sehr gerne Publiziert hätten an und fokussiert dabei das gesellschaftliche Miteinander.
Wissenschaftlich fundiert und gewandt führt uns Christian Lukas-Altenburg durch das Dickicht der Justiz.
Der Autor verwendet eine leicht verständliche Sprache und einen unkomplizierten Satzbau, wodurch das Juristische Thema für einen breiten Leserkreis zugänglich gemacht wird.
Das Buch richtet sich an Leser, die sich für die Problematik Jugendlicher im Strafvollzug interessieren und an alle, für die gesellschaftliche Zusammenhänge relevant sind.
Es gelingt dem Autor, einen komplex wirkenden Inhalt verständlich umzuformulieren und einer breiteren Lesergruppe zugänglich zu machen. Er hat wieder einmal ein Werk geschaffen, das seines gleichen sucht und damit für den Leser wiederum ein fesselndes aber in allen teilen sachlich gebliebenes Buch geschrieben.

das Cover zeigt den vorangegangenen Band 3 Im Dschungel der Justiz In Freiheit Leben oder hinter Gittern sterben. ISBN: 978-3-86215-964-2
Informationen auch auf der Facebook Seite und www.lukas-altenburg.de

Strafvollzug oder die Begegnung delinquenten Handelns..


Die meisten Menschen leben eingebettet in ein Netz und Geflecht aus sozialen Beziehungen, die ihr Leben prägen, ihre Entwicklung beeinflussen und als Leitlinie für ihr Denken, Fühlen und Handeln dienen. In Notfällen und schweren Zeiten bietet dieses soziale Netz Hilfe, Rückhalt und Unterstützung, um die anstehenden Anforderungen erfolgreich zu bewältigen.
Wie zentral und bedeutsam die Unterstützung durch andere Personen ist und in welchem Maße sie das Befinden und die soziale und personale Entwicklung von Personen beeinflusst, wird vor allem in Situationen deutlich, die besonders hohe Anforderungen an die Bewältigungskompetenzen einer Person stellen oder in denen die gewöhnlich verfügbare Hilfe aus irgendeinem Grund entfällt (Filipp & Aymanns, 1987).
Dieser Beitrag soll der Frage nachgehen, wie es Personen in solch einer Situation ergeht, die durch hohe Belastungen gekennzeichnet ist und es gleichzeitig mit sich bringt, dass die Betroffenen auf einen Teil ihrer sozialen Beziehungen und die damit verbundene Unterstützung gezwungenermaßen zumindest für eine gewisse Zeit verzichten müssen. Der Strafvollzug bzw. eine Inhaftierung stellt zweifelslos eine solche Situation dar, die für die Inhaftierten einen gravierenden Eingriff in ihr bisheriges Leben markiert und sie vor die Anforderung stellt, mit völlig veränderten und zum Teil schwierigen Lebensbedingungen zurechtzukommen und sich an diese Bedingungen möglichst gut anzupassen. Gleichzeitig bleiben den Gefangenen dabei nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten, auf ihre bisherigen sozialen Unterstützungssysteme zurückzugreifen, so dass sie entweder weitgehend auf sich alleine gestellt mit der verbleibenden Unterstützung auskommen oder sich zusätzliche neue Unterstützungsquellen im Vollzug erschließen müssen, z. B. durch die Aufnahme von Beziehungen zu den Mitinsassen oder zum Vollzugspersonal.
Eine grundsätzliche Frage ist jedoch, welche Bedeutung sozialer Unterstützung überhaupt in einem Kontext zukommen kann, der gerade durch den Verlust an Unterstützung und sozialen Beziehungen gekennzeichnet ist und somit dem Unterstützungsgedanken in gewisser Weise zuwider läuft. Strafhaft wird als Antwort auf ein sozial inakzeptables Verhalten verhängt, wobei die Strafe im sozialen Ausschluss aus der missachteten und jetzt ihrerseits missachtenden Gesellschaft besteht und durch die Aberkennung des bisherigen sozialen Status, die Beschneidung individueller Freiheiten und Möglichkeiten zur sozialen Teilhabe gekennzeichnet ist (Goffmann, 1961/1973). Mit der Haft verbunden ist aber nicht nur der Entzug gesellschaftlicher Unterstützung, vielmehr werden auch die bisherigen sozialen Kontakte der Inhaftierten durch den Aufenthalt im Vollzug auf ein Minimum reduziert; viele der privaten Kontakte brechen während der Haftzeit sogar endgültig ab (Kette, 1991). Dass dieser Umstand für die Betroffenen schmerzliche Folgen hat, bildet zum einen den Sühneaspekt der Strafe ab, soll zugleich aber auch dem paradox anmutenden Zweck der Haftstrafe dienen, durch eine zeitlich begrenzte „gesellschaftliche Desintegration“ eine Rückbesinnung auf die Gesellschaft anzuregen und prosoziale Einstellungs- und Verhaltensweisen bei den Inhaftierten zu fördern. Um dies zu erreichen, werden im Vollzug gezielt zusätzliche Ressourcen und Unterstützungsangebote für die Inhaftierten bereit gestellt. Die Frage bleibt aber berechtigt, ob vor dem Hintergrund der Straffunktion von Haft Unterstützung überhaupt glaubhaft transportiert und von den Betroffenen angenommen werden kann (Rehn, 1995). Hat eine Haftstrafe eine dauerhafte Erschütterung des Glaubens an die Unterstützungsbereitschaft und -fähigkeit der sozialen Umwelt zur Folge? Beschränkt sich soziale Unterstützung im Vollzug auf die wenigen verbleibenden früheren Kontakte oder werden auch das Vollzugspersonal und die Mitinsassen als unterstützend wahrgenommen? Wie muss soziale Unterstützung im Strafvollzug beschaffen sein, um einerseits die Anpassung der Inhaftierten an die Bedingungen im Vollzug zu erleichtern und andererseits dem eigentlichen Vollzugsziel der künftigen Legalbewährung zu dienen?
Der Fokus liegt hierbei vor allem bei zwei Punkten: Ausgehend von Befunden, die ein höheres Auftreten psychischer Störungen bei Inhaftierten im Vergleich zur Normalbevölkerung belegen (vgl. Greve & Hosser, 1998), wird danach gefragt, inwiefern soziale Unterstützung zur erfolgreichen Anpassung der Inhaftierten an die Haftbedingungen beitragen kann. Dabei gilt das Interesse vor allem dem differentiellen Einfluss verschiedener Formen sozialer Unterstützung auf unterschiedliche Aspekte des psychischen Befindens. Forschungsleitend ist die Annahme, dass selbst bzw. gerade unter den restriktiven Vollzugsbedingungen der sozialen Unterstützung im Vollzug eine zentrale Rolle zukommt (Biggam & Power, 1997). Insbesondere nach einer erstmaligen Inhaftierung sollte das Vorhandensein sozialer Unterstützung positiv auf die psychische Befindlichkeit der Inhaftierten wirken und als protektiver Faktor dazu beitragen, die Haftzeit ohne größere psychische Beeinträchtigungen zu überstehen.
Der Nachweis einer solchen protektiven Funktion sozialer Unterstützung wäre dabei nicht nur als Hilfe zur Vermeidung von Haftschäden bei Inhaftierten von Interesse, sondern auch im Hinblick auf die Erreichung des Vollzugszieles. Ein hohes psychisches Belastungserleben der Inhaftierten dürfte der Resozialisierung insofern abträglich sein, als eine gewisse psychische Stabilität die Voraussetzung für langfristig stabile Lern, Veränderungs- und Entwicklungsprozesse bildet.
Der zweite Punkt, der aufgegriffen wird, bezieht sich auf die Annahme, dass soziale Unterstützung im Haftverlauf außerdem in dem Sinne wirkt, dass sie die Inhaftierten überhaupt erst in die psychische Lage und willentliche Bereitschaft versetzt, Veränderungen ihrer devianten Verhaltensweisen und Einstellungen anzustreben. In diesem erweiterten Sinne wird soziale Unterstützung auch in ihrer Bedeutung für die soziale Entwicklung der Inhaftierten untersucht und als entscheidender Faktor aufgefasst, der (sozusagen „über die Mauern hinweg“) eine gesellschaftliche Hinwendung im Sinne von „commitment“ hin zu „sozial verantwortlichem Handeln“ (§91 JGG) begünstigen kann.
Im Dschungel der Justiz In Freiheit Leben oder hinter Gittern Sterben                             Deutsche Literaturgesellschaft Berlin ISBN: 978-3-86215-964-2

Fazit ein sozial verantwortliches Handeln bedarf vor allem zunächst die Bereitschaft, dem oder der Delinquenten/in positiv entgegen zu treten.
Schwierig wird dies dann, wenn man eine Erwartungshaltung dem gegenüber aufzwingen möchte, ohne dessen sozialen Hintergrund eingehend betrachtet zu haben. In den meisten Vollzugsanstalten ist es leider weniger die Unterstützung zur sozialen Integration, die praktiziert wird, mehr die Verwahrung bis zum Vollzug,s-ende ohne wirkliche Resozialisierung bzw die Befähigung zu einem sozial verantwortlichen handeln des Inhaftierten.
Hier liegt eine Gesamtgesellschaftliche Aufgabe die noch bewältigt werden muss, um drohende fortdauernden Delinquenz, erfolgversprechend begegnen zu können. Leider wird dies durch die Landesgesetzgebungen im Strafvollzug,s Recht der Bundesländer erheblich erschwert, eine Beibehaltung der Bundeseinheitlichen Strafvollzugs Leitlinien, bzw. eines Bundeseinheitlichen Strafvollzugs Gesetz, würde wesentlich erfolgversprechender sein, als die derzeitigen Gesetzlichen Leitlinien der Bundesländer es zulassen.
**Informationen zu Band IV aus dieser Reihe auch auf Lukas-Altenburg.de und auf der  Facebook Seite..**

Mittwoch, 26. September 2012


Kinder müssen sich Entwickeln können.

Ein guter Freund und Kollege von mir erzählte mir eine Begebenheit aus seiner Praxis, er ist Psychologe und Psychotherapeut in einer Einrichtung der Wohlfahrtspflege.
**Ein Vater kommt mit seinen 13jährigen Sohn zu mir. Peter habe Schwierigkeiten, sich bei den Mitschülern zu behaupten.
Er werde gehänselt und schikaniert. Als Folge sei er so aufgeregt und unkonzentriert, dass er z.B. bei Klassenarbeiten versage. Das wirke sich natürlich auf die Noten aus. Peter könne viel mehr, als er in den Klassenarbeiten zeige. Das meinen auch die Lehrer. Der Vater möchte, dass ich mit Peter Konzentrationsübungen mache. Während mir das der Vater erzählt, fällt mir auf, dass Peter körperlich schon weit entwickelt ist, aber wie ein Riesenbaby wirkt. Er hat sich eine kleinkindhafte Sprache angewöhnt, redet auch ungern direkt mit mir, ermuntert seinen Vater, mir Antwort zu geben. Der übernimmt das bereitwillig. Z. B. sagt er auch: “Wir müssen da etwas anders machen, nicht wahr mein Sohn”.**
Eigentlich sind die Eltern mit Peter zufrieden. Dass er sich nicht wehrt, sehen sie als die Folgen ihrer Erziehung an, wonach es immer ein hohes Gut war, “mit Worten” Auseinandersetzungen zu führen. So habe man eine schöne familienfreundliche Atmosphäre entwickelt, in der man Probleme vernünftig bespreche. Peter sei auf der Grundschule für seine Vernünftigkeit von der Lehrerin immer sehr gelobt worden, und man verstehe auch nicht so recht, warum jetzt auf der weiterführenden Schule, diese Fähigkeit von ihm nicht mehr so recht geschätzt werde. An den Mitschülern habe Peter schon früher nicht so viel Interesse gehabt. Er habe sich immer gerne alleine beschäftigt. Der Vater hat Peter geraten, die hänselnden Mitschüler mit “respektvoller Nichtbeachtung zu bestrafen”. Er wünsche sich von den Lehrern, dass diese mehr einschreiten. Sie hätten ja schließlich die Verantwortung dafür zu sehen, dass Peter hier nicht zu einem Außenseiter werde. Am schlimmsten sei, dass es für Peters späteres Leben schwierig werden könne, wenn er jetzt nicht die Noten erhalte, die er aufgrund seiner Intelligenz bekommen müsste.
Ich sage Ihnen nun einmal, was ich aus diesem Fall für unser Thema beibringen will: Peter ordnet sich einer väterlichen Vorstellung unter.
Ich spüre dass z.B. an der manipulativen Art, mit der der Vater meinem Kollegen klar machen möchte, was dieser wie zu verstehen habe.
So muss es auch dem Jungen gehen. Ich glaube, dass er bisher wenig Chancen hatte, eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln, die sich von den Vorstellungen des Vaters vielleicht auch unterscheiden könnte.
Das würde vielleicht Auseinandersetzungen bedeuten, und die will der Vater vielleicht vermeiden. Damit aber kann Peter Auseinandersetzungen nicht einüben und es fehlt ihm diese Fähigkeit im Umgang mit Gleichaltrigen. Soweit meine Überlegung zu Peters Pech mit seinem Pubertätsfernen Vater.
Nun hat er aber auch Glück, weil der gleiche Vater auch Peters Schwierigkeiten wahrnimmt und sich traut, mit ihm zu einem Psychologen zu gehen. Und darüber hinaus besitzt der Vater die innere Größe, seine anfängliche Idee mit den Konzentrationsübungen aufzuschieben, um mit meinen Kollegen die lebensgeschichtliche Situation von Peter zu untersuchen. Wir beginnen zu verstehen, dass Peter, wenn er dem väterlichen Rat folgt, auf die Mitschüler wie eine “Lachnummer” wirkt. Einerseits “verachtet” er deren unvernünftige Rangeleien, reizt sie damit. Andererseits aber, obwohl eigentlich ein Starker ist, wehrt er sich nicht gegen sie, sondern reagiert “babyhaft” mit Schreien und Verpetzen. Einhergehend mit seiner Einsicht “erlaubte” der Vater Peter, sich zu wehren. Allerdings schwappte das auch in die Familie über, d. h. Peter begann – recht zaghaft noch – gegen seine Eltern zu opponieren. Die Eltern konnten in dem Fall ertragen lernen, dass Peters aufkeimender Eigenwillen etwas damit zu tun hat, dass er seinen Platz als entkindlichter Jugendlicher in der Klasse finden muss. Ein bisschen wehmütig sagte der Vater im letzten Gespräch zu meinem Kollegen,”Merkwürdigerweise traue ich ihm jetzt viel mehr zu, obwohl wir manchmal streiten und er mir fremder geworden ist.”

„Hilfe mein Kind kommt in die Pubertät: Augen zu und durch! Vom täglichen Überlebenskampf Eltern pubertierender Teenager“
ISBN 978-3-86268-972-9 Engelsdorfer Verlag
Informationen zum Buch und den anderen Publikationen auch auf der Facebook Seite  und Lukas-Altenburg.de

Sonntag, 23. September 2012


Pubis die Unbekannten Wesen??


Viele Eltern beklagen, dass sie bei ihren Kindern sprichwörtlich gegen Wände reden und dass ihre Kinder ganz anders seien als früher.
Von den Jugendlichen … werden die Eltern sehr viel häufiger und deutlicher als früher wieder als Vertrauenspersonen wahrgenommen. … sie erleben mehrheitlich ihre Eltern als Partner, die sich viel Mühe geben, sie zu unterstützen und zu beraten … Ihre Verselbständigung geschieht nicht im Konflikt, sondern geradezu in Absprache mit den Eltern; bei ihren Ablösungsversuchen fühlen sie viele von ihnen unterstützt.”
Bei den Ablöseversuchen scheint vor allem eine Rolle zu spielen, in welchem Ausmaß ein Jugendlicher spürt, dass seine Eltern Vertrauen in seine Entwicklung haben. Dies wird als wichtigste Voraussetzung für das tatsächliche Gelingen der Lebensbewältigung angesehen.
Eltern dagegen fühlen sich oft zurückgestoßen und verstehen plötzlich ihre sonst so heile Welt nicht mehr.
Eine Mutter sagte einmal zu mir: Einen Kaktus zu umarmen ist nahezu unmöglich. Entweder man wird gestochen. Oder man kommt gar nicht erst an ihn heran. Dies im Kontext auf ihren Pubertierenden Sohn, der sich ihrer Meinung nach immer mehr ihrer Liebe entzieht.
Das dies aber gar kein Entziehen ist, sondern der ganz Natürliche Prozess einer Ablösung, hin zu einem anderem Eltern / Kind Verhältnis, kann Sie selbst noch nicht richtig begreifen.
Ich finde dieses deswegen interessant, weil es bedeutet, dass viele Jugendliche das, was ihre Familie ihnen zu bieten hat, als hilfreich erleben, dass die familiären Ressourcen tatsächlich eher wieder funktionieren, während wir noch vor 20 Jahren die mehrheitlich oppositionelle Haltung der Jugendlichen gegen ihre Eltern verstehen und erklären mussten, und von einer Gefährdung der Familienressourcen ausgehen mussten. Nehmen sie das bitte auch als eine wichtige Botschaft von mir mit, Tendenziell scheint in Ordnung zu sein, was Sie machen. Allerdings sollten Sie sich nicht zurücklehnen; denn was die Jugendlichen schätzen und brauchen, ist das elterlichen Vertrauen in ihre Entwicklung, und ich glaube, dass sie das vor allem in der tatkräftigen Auseinandersetzung mit ihren Eltern spüren. Darin liegt der mächtigste Einfluss. Und diesen Einfluss brauchen sie, um die Pubertät als eine entwicklungsbedingte Übergangskrise zu meistern.
Ich möchte dabei vor allem das Wort Krise unterstreichen, d.h. eine Gefahr, eine Situation, die höchste Anspannung mit sich bringt und erfordert. Eine Krise übrigens nicht nur des Jugendlichen, sondern auch der Familie, in der er groß wird. Ein Freund von mir, der in der Beratungsarbeit mit industriellen Betrieben tätig ist, hat die Familie einmal mit einem Betrieb verglichen. Stellen Sie sich also die Familie einmal als eine Unternehmung vor, die als Betriebsziel die Entwicklung von gesunden Menschen hat. Das beinhaltet also, dass Sie, die Erwachsenen die Familienarbeit gesund durchstehen und dass Sie aus den Kindern gesunde Menschen machen, und zwar im Sinne der WHO-Definition “körperlich, seelisch und sozial”. Wenn ein Betrieb in eine Krise gerät, verlangt das von den Beteiligten, dass sie umdenken: über ein anderes Produktionsverfahren, eine andere Präsentation, andere Organisationsstrukturen, ein anderes Management.
Jedenfalls scheint mit wichtig, dass nicht mit den Anstrengungen fortgefahren wird, die nicht verhindern konnten, dass der Betrieb in die Krise geraten ist, sondern sich auf andere Anstrengungen zu besinnen.

„Hilfe mein Kind kommt in die Pubertät: Augen zu und durch! Vom täglichen Überlebenskampf Eltern pubertierender Teenager“
ISBN 978-3-86268-972-9 Engelsdorfer Verlag
Informationen zu allen Publikationen auch hier
Sehen Sie ihren vielleicht manch mal unausstehlichen Pubi, als wichtigen teil dieses Unternehmen, ohne dieses es nicht funktioniert.
Ich höre jetzt schon die Kritiker, welche sagen werden, diese These ist derart Absurd, dass man nicht weiter darüber Nachdenken solle.
Doch genau darin liegt die Quint Essenz, einer Familie, Absurdes ist immer möglich vor allem in der wirklich “Verrückten Pubertären Zeit”"
Seien Sie Mutig und versuchen doch einfach einmal ihre eigene gar nicht so weit zurückliegende Pubertät zu reflektieren, ich bin mir sicher Sie werden vieles von dem was Sie gerade selbst mit ihrem Pubi erleben, dort zurückliegend wieder finden.

Freitag, 21. September 2012


Mama du bist so Peinlich

Die dreizehnjährige Corina ist mit ihren Freundinnen in der Stadt unterwegs und begegnet ihrer Mutter im Shopping Center. Diese trägt Sportklamotten und sieht ein bisschen aus wie ein Hobbit. Corina bleibt wie vom Blitz erschlagen stehen, dreht sich um und verschwindet – ohne die Mutter auch nur anzusprechen oder in ihre Nähe zu kommen – um die nächste Ecke.
An einem sonnigen Julimorgen fährt die Mutter des 13-jährigen Christian ihren Sohn zum Fußballtraining. Als sie ihn vor dem Sportplatz absetzt, verabschiedet sie nicht ohne ihm ein Küsschen auf die Wange geben. Seine Kumpels sehen das und grinsen breit. Christian schreit: „Mama, du bist voll peinlich! Das machst Du nie wieder!“
Was soll das ? Die Mütter von Corina und Christian verstehen die Welt nicht mehr. Noch vor kurzem ist Corina gern mit ihrer Mutter zum Shoppen gegangen. Ganz egal, welche Klamotten die Mutter dabei an hatte. Und hat Christian nicht sonst immer die Umarmungen und Zärtlichkeiten seiner Eltern genossen? Pubertät ist, wenn Eltern seltsam werden. So nehmen es zumindest die Pubis wahr. Sie fühlen sich nicht mehr wie Kinder und möchten auch nicht mehr so behandelt werden.
Sie wollen cool wirken, irgendwie erwachsen und mit allen Mitteln von ihren Freunden oder Gruppen, anerkannt werden. Und das ist keineswegs mit klammernden Eltern vereinbar.
Seien wir doch einmal ehrlich, auch uns hat es ab einen gewissen Zeitpunkt nicht mehr gefallen, wenn Mama uns in aller Öffentlichkeit in den Arm und auch noch Abgeknutscht hat. Auch wir haben uns dann immer sehr darüber geärgert und fanden das alles nur noch Mega Peinlich. Also warum Wundern wir uns dann, wenn auch unsere Pubis sich für ihre Eltern Fremdschämen ??
Auf Eltern wirkt das wie ein Schockerlebnis: Söhne und Töchter stoßen sie mit Macht vom Podest, auf dem es sich bisher so bequem als Traum-Mama und -Papa leben ließ. Doch die Zeiten des eng verbundenen Eltern-Kind-Dreamteam sind vorbei, die Eltern einfach nur noch ratlos. Das tut weh, verletzt die eigen gepflegte Eitelkeit und das Selbstwertgefühl. Keine Zeit zum Wundenlecken, appelliert der Familien- und Kommunikationsberater Jan-Uwe Rogge an die Eltern und fordert: „Gönnen Sie den Jugendlichen das Gefühl, Sie besiegt zu haben. Sie sind für eine gewisse Zeit keine Vorbilder mehr. Tun Sie Ihren Teil dazu, ein erwachsener Partner ihrer Kinder zu werden.“
Doch was finden Teenager wie Corina und Christian eigentlich an ihren Eltern so peinlich, dass sie sich täglich die Hand vor den Kopf schlagen, die Augen verdrehen und ihre Mütter und Väter vorwurfsvoll ansehen? „Jugendliche sind in der Öffentlichkeit vom Verhalten, Aussehen oder den Meinungen der Eltern oft unangenehm berührt. Sie möchten dann nicht mit den Eltern gleichgesetzt werden“, erklärt Klaus Fischer, Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut aus Schmallenberg bei Siegen. Er hat sich lange mit dem Phänomen des so genannten Fremdschämens beschäftigt. Das fühlt sich so an, als würde man vor jemandem bloßgestellt. Besonders bei Menschen, die einem nahe stehen schämt man sich dafür, wie sie aussehen und wie sie sich verhalten. Denn man denkt, dass Fremde vom jeweils anderen auf einen selbst schließen.
In der Entwicklung von Kindern bis zu zehn, zwölf Jahren gehört ein gewisses Maß an Fremdschämen zur Entwicklung hinzu. Sie schämen sich dabei für andere vor allem deshalb, weil sie dadurch ihre Zugehörigkeit zu gleichaltrigen Freunden umso besser zeigen können. Deshalb beobachten Kinder dieses Alters auch sehr genau, was Gleichaltrige blöd finden oder mögen: Hannah Montana statt Rolf Zuckowski, „Star Wars“ statt „Löwenzahn“. Lieber passen sie sich den Normvorstellungen an, denn als Außenseiter zu gelten.
Ein soziales Leben außerhalb der Gruppe können sie sich noch nicht
vorstellen.
Mit Beginn der Pubertät hat die Fremdscham meist einen anderen Grund: jetzt wollen sich die Jugendlichen von den Eltern abgrenzen, um ihre eine eigene Identität zu suchen. Die Abgrenzung ist ein nötiger Prozess für die spätere Ablösung vom Elternhaus. Und das klappt nur, wenn man sich nicht mehr komplett mit dem Handeln und Leben der Eltern identifiziert. Die Folge: Teenager finden es auf einmal peinlich, wenn ihnen die Mutter den Sportbeutel in die Schule bringt oder sie zum Abschied knuddelt. Es ist völlig in Ordnung, wenn sie nicht mehr Händchenhaltend mit ihren Eltern gehen wollen oder sich an der Schule in einer Seitenstraße vom Vater absetzen lassen. Denn es ist ein Zeichen dafür, dass die Jugendlichen genau das Richtige machen. Schließlich erfordert es auch Mut, Kritik an den Eltern zu äußern.
Dabei vertrauen die Jugendlichen ganz instinktiv darauf, dass ihre Beziehung das aushält.
Viele Väter und Mütter machen es ihren Kindern unnötig schwer, sie doof zu finden, indem sie ihren Sprösslingen nacheifern und sich als möglichst coole Eltern in Outfit und Benehmen geben. Väter laufen in Chucks herum und tragen Basecaps falsch herum auf ihrem schütteren Haar. Mütter zwängen sich in „Hello Kitty“-T-Shirts, um ihre schlanke Linie zu betonen. Sie sehen damit aber nur von hinten gut aus. In solchen Fällen plakativ aufgetragener Jugendlichkeit haben nicht die Kinder das Problem, sondern die Eltern: Sie wollen selber nicht erwachsen werden. „Jugendliche wollen keine ‚forever-young’-Mütter und Väter. Mit 35 muss Schluss sein mit Einkaufen bei H&M“, meint Jan-Uwe Rogge in seinem Buch „Pubertät. Loslassen und Halt geben“. „Sie wollen vielmehr Eltern, die sich ihrem Alter entsprechend verhalten und die man dafür kritisieren kann, dass sie so sind, wie sie sind.“
„Von Zeit zu Zeit sollten aber auch die Eltern einmal nachfragen, warum der Nachwuchs etwas peinlich findet und welches Verhalten man sich stattdessen von den Eltern wünscht“,Was aber noch lange nicht heißt, dass die Eltern dann alle Wünsche erfüllen. Denn auch sie sind eigenständige Menschen mit eigenem Willen und sollen sich nicht verbiegen. Erst recht nicht vor den eigenen Kindern.“

„Hilfe mein Kind kommt in die Pubertät: Augen zu und durch! Vom täglichen Überlebenskampf Eltern pubertierender Teenager“
ISBN 978-3-86268-972-9 Engelsdorfer Verlag

Mittwoch, 19. September 2012


Der Lösungsprozess ist nicht Aufzuhalten

Ich hatte dies in unserem Ersten Band bereits einmal ausgeführt, wie die Trotzphase ist die Pubertät eine Ablösungsphase von den Eltern.
Die Jugendlichen entfernen sich von ihren Eltern, deren Einstellungen und Sichtweisen. Dies ist ein notwendiger und normaler Vorgang, ohne den die eigene Identitätsfindung nicht möglich ist. Er bedeutet nicht, dass die Jugendlichen Sie als seine Eltern jetzt weniger mögen oder nicht mehr respektieren.
Die Kinder und Jugendlichen müssen und wollen sich neue Freiräume innerhalb und außerhalb der Familie erkämpfen. Das bedeutet auch, dass sie sich und ihre Grenzen ausprobieren. Dabei machen sie Fehler, entdecken aber gleichzeitig auch eigene Stärken und Schwächen, und sie lernen dabei sich und ihre Grenzen kennen.
Diese Freiräume haben auch wir von unseren Eltern eingefordert und so manches mal auch Erkämpft. Auch wir haben versucht uns von unseren Eltern zu lösen und glaubten, wir können sehr gut ohne unsere Eltern zurecht kommen. Natürlich haben auch wir sehr schnell gemerkt, dass Eltern dann doch dann und wann sehr Nützlich sein können und diese uns auch mit aller Kraft und ihren Möglichkeiten die diese hatten Unterstützten.
In dieser schwierigen Phase gibt es bei den Jugendlichen sehr unterschiedliche Bedürfnisse. Auf der einen Seite setzen sie den Eltern Widerstand entgegen, wo es nur geht. Auf der anderen Seite aber benötigen sie die Eltern als Halt und Unterstützung in dieser schwierigen Entwicklungsphase, die den Abschied von der Kindheit, von Gewohntem und Vertrautem bedeutet.
Schrill, provokant und lautstark oder zurückgezogen, träumerisch und unerreichbar. So kann sich Ihr Kind in der Pubertät präsentieren. Denn so unterschiedlich Menschen sind, so unterschiedlich äußert sich der Loslösungsprozess von den Eltern.
Häufig ist jedoch Streit ein Ausdruck der Ablösung vom Elternhaus. Dabei wird mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil meist heftiger gestritten. Mütter und Töchter, Väter und Söhne sind sich besonders nahe, sie erkennen sich gegenseitig in dem anderen wie in einem Spiegel. Es entsteht auf der einen Seite Abgrenzung, denn in der Pubertät stellen viele Jugendliche das Frauen- bzw. Männerbild des gleichgeschlechtlichen Elternteils in Frage. Auf der anderen Seite entsteht Konkurrenz, die häufig für die Eltern ein größeres Problem darstellt, da sie die wachsende Stärke der Jugendlichen und damit das eigene Älterwerden deutlich spüren.

„Hilfe mein Kind kommt in die Pubertät: Augen zu und durch! Vom täglichen Überlebenskampf Eltern pubertierender Teenager“
ISBN 978-3-86268-972-9 Engelsdorfer Verlag
Die Loslösung muss sich aber nicht immer in Streit, Gebrüll und Wutausbrüchen (Konflikt in der Familie) äußern. Manche Jugendliche ziehen sich in eine Welt der Phantasie und Träume zurück und scheinen nicht mehr erreichbar zu sein. Auch diese Variante stellt Sie als Eltern auf eine harte Probe, bei der Sie sehr viel Geduld und Verständnis für Ihr Kind aufbringen müssen.
Die erste Hälfte der Pubertät, ungefähr vom 12. bis zum 15. Lebensjahr, ist auch bald überstanden. Die letzten drei, vier Jahre allerdings sind eine manchmal anstrengende, manchmal auch lustige Zeit für die ganze Familie. Begleitet von Wutausbrüchen, Trotz, Stimmungsumschwüngen erkämpft sich Ihr Kind seine Freiräume. Hin und wieder bringt es aber die Familie auch zum Lachen mit seinen Versuchen, den Erwachsenen zu “spielen”. Wir haben Ihnen ja schon einige herrliche Beispiele aufgezeigt.
Und hier liegt auch die Essenz dessen was Elterliches Verhalten ausmachen sollte, manches mal einfach Fünfe auch gerade sein lassen.
Nicht auf Prinzipien herum Reiten und seinem Sprössling einfach auch einmal Vertrauen geben. Sie werden selbst erkennen, dass dies mit unter sogar sehr Nerven schonend sein kann und Sie dann vielleicht auch sich selbst wieder in Ihren Kindern erkennen.
Der Umkreis, in dem Ihr Kind sich außerhalb der elterlichen Kontrolle bewegt, wird immer größer werden. Und doch ist es für Ihren heranwachsenden Sprössling überaus wichtig, sich als Teil der Familie erleben zu können. Das kann er am besten, wenn Sie Ihrem Kind zuhören, wenn Sie Interesse zeigen an den Themen, die es bewegen, an seinen Freunden, die ihm wichtig sind.

Dienstag, 18. September 2012


Lösungen sind Gefordert nicht Strafen sondern Erziehen.

Um die Frage der jugendgerichtlichen Sanktionsmöglichkeiten geht es außer- dem bei der Begrenzung der Jugendstrafe durch das geltende Höchstmaß von zehn Jahren. In Fällen besonders grausamer oder anderer besonders schwerer Mordverbrechen von Heranwachsenden wurde dieses Höchstmaß wiederholt nicht nur von Teilen der Öffentlichkeit und der Kriminalpolitik, sondern verein- zelt auch in Verlautbarungen von Vorsitzenden erkennender Gerichte als unzu- reichend angesehen, um dem Ausmaß der Schuld gerecht zu werden.
In anderen Bereichen hat die jugendgerichtliche Praxis ihre Handlungsmög- lichkeiten zum Teil selbst erweitert. Aufgrund der im Jugendstrafrecht beste- henden Möglichkeit, über die Aussetzung einer verhängten Jugendstrafe erst nachträglich durch Beschluss zu entscheiden, hat sie das Institut der sogenann- ten Vorbewährung geschaffen, das allerdings sehr unterschiedlich genutzt wird. Vor allem wegen der damit verbundenen grundrechtsrelevanten Belastungen wird von Kritikern das Fehlen einer gesetzlichen Grundlage und rechtsstaat- licher Begrenzungen moniert.
ISBN 9783862159642 Deutsche Literaturgesellschaft Berlin
**Christian Lukas-Altenburg zählt heute zu den gefragtesten Experten, wenn es um Strafvollzug, Sicherungsverwahrung oder Jugendstrafrecht geht. Er wird immer wieder von unterschiedlichsten Deutschsprachigen Nachrichtenmagazinen als Experte zu diesen Themen, zu Stellungnahmen gebeten und auch in der Justiz wird er zwischenzeitlich sehr häufig in Urteilsbegründungen oder Beschlussfassungen zitiert.**
Mit Blick auf sämtliche Deliktsgruppen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) sind die Zahlen der jugendlichen Tatverdächtigen (TV) schon seit einigen Jahren rückläufig. So sank im Jahr 2010 die Zahl erneut um 6,9 Prozent (231 543 TV); in den Vorjahren 2009 und 2008 gab es mit einem Rückgang von 4,4 Prozent (254 205 TV) bzw. von 4,2 Prozent (265 771 TV) bereits eine gleichlaufende Ten- denz. Nach einem fast kontinuierlichen Anstieg der Gewalt- kriminalität Jugendlicher in den Jahren zwischen 1993 und 2008 (die einschlägigen Zahlen hatten sich in diesem Zeit- raum verdoppelt) ist auch hier seitdem erfreulicherweise wieder ein Rückgang zu verzeichnen. Die Zahlen bewegen sich jedoch nach wie vor auf einem – nicht zufriedenstel- lend – hohen Niveau.
Deshalb ist es zu begrüßen, dass in den letzten Jahren auf verschiedenen Ebenen verstärkte Präventionsanstrengungen unternommen wurden. Denn zu Recht ist vorrangiges Gewicht auf die Prävention zu legen, die bei den Ursachen von Delinquenz und Kriminalität junger Menschen ansetzt und damit größere Wirkungen auf die Entwicklung der Jugend- kriminalität insgesamt verspricht als das Jugendstrafrecht, das immer erst auf bereits begangene Straftaten reagieren kann.

Montag, 17. September 2012


Ursachen und Lösungen in der Pubertät.


Meistens funktioniert Erziehung am besten, wenn Eltern einfach auf ihr Bauchgefühl hören und sich nicht ständig fragen, ob sie vielleicht in der Vergangenheit Fehler gemacht haben. Rückgängig zu machen, sind diese ohnehin nicht. Wer wirklich an sich arbeiten möchte, der sollte sich vielleicht besser an den folgenden Satz von Albert Schweitzer halten: „Keine Zukunft vermag wieder gut zu machen, was Du in der Gegenwart versäumst!“ Wer also heute damit anfängt, sein Kind jederzeit mit Achtung zu behandeln und damit aufhört, Fehler krampfhaft vermeiden zu wollen, ist schon auf dem besten Weg zur vielleicht perfekten Erziehung. Oder wie es Jan-Uwe Rogge formuliert hat: „Es ist schwieriger, Fehler in der Erziehung ständig zu vermeiden, als sich den Schwierigkeiten offensiv zu stellen.“
Pubertät bedeutet nicht nur für die Teenies, sondern auch für die Eltern “Stress und Kraftaufwand der Psyche“. Und genau das ist eine willkommene Abwechslung zu dem eigenen Unvollkommenheitsgefühl, das den Teenager seine gesamte Pubertät über begleitet. Wenn er schon früh erkennen durfte, dass man eben nicht perfekt sein muss und auch die eigenen Eltern es nicht sind, dann macht ihm der physische und psychische Veränderungsprozess , den er während der Pubertät durchläuft, weitaus weniger aus bzw. kommt er damit wesentlich besser zurecht. Und: Hat er sich falsch verhalten oder falsch reagiert, wird es ihm auch viel leichter fallen, sich ebenfalls zu entschuldigen und sein Verhalten beim nächsten Mal umzustellen. Weil er sich trotz all seiner Fehler jederzeit von den Eltern angenommen fühlen und er selbst seine Eltern trotz all ihrer Fehler annehmen kann.
Wo Menschen zusammenleben, gibt es Konflikte. Wir erleben sie zumeist als belastend, und treten sie gehäuft auf, ohne dass wir sie bewältigen können, werfen sie einen dunkeln Schatten auf unser Leben. Aber ebenso wahr ist: Konflikte wirken als treibende Kräfte, uns selbst stets in Frage zu stellen und in unserer Selbstentwicklung nicht stehen zu bleiben. Die Fähigkeit, Konflikte auf eine menschliche, psychologisch richtige Weise zu lösen, schafft mehr Lebensqualität. Ob sich ein Mensch in seinem Leben glücklich oder unglücklich fühlt, hängt weitgehend davon ab, ob er auf Konflikte richtig reagieren und sie für seine Persönlichkeitsentwicklung fruchtbar machen kann.
Dieses Prinzip bedeutet dass beide Seiten Eltern wie Pubis, lernen sich zu Respektieren und vor allem die gegenseitige Achtung nicht Verlieren.
DDie Pubertät soll der Übergang vom Kind zum Erwachsenen werden und kann eigentlich für beide Seiten nur Gewinnbringend sein.
Gerade auch deshalb ist es Wichtig, dass Eltern hier ihrem Kind gegenüber Vertrauen und Respekt zeigen und die Kinder dieses dann auch Würdigen und zurückgeben geben können.

„Hilfe mein Kind kommt in die Pubertät: Augen zu und durch! Vom täglichen Überlebenskampf Eltern pubertierender Teenager“
ISBN 978-3-86268-972-9 Engelsdorfer Verlag
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Pubertät ist also in aller erster Linie kein Kampf sondern das finden von machbaren gegenseitigen Kompromissen. Zwar manches mal sehr Nervenaufreibend auf beiden Seiten und mit unter auch nicht ohne Humor und Ironie zu ertragen. Jedoch immer ein Gewinn für beide Seiten, wenn man sich denn Verständigen kann. Genau diese Verständigung beinhaltet auch das Verstehen, was in dem Kind gerade vorgeht und welche eigene Kämpfe dieses mit sich selbst führt.
Manche Eltern wollen nicht begreifen dass diese Phase der Selbstfindung, auch Überlebenswichtig für das Kind ist und dieses nur aus dieser Phase gestärkt hervorkommen kann, wenn es die richtige Unterstützung von den Eltern erhält, manchmal genügt es sich einfach an seine eigene Pubertäre Phase zurückzuerinnern.
Infos auch unter Lukas-Altenburg.de oder auf der Facebookseite

Donnerstag, 13. September 2012


Eine Gescheiterte Existenz, das Verlorene Kind.


Ich berichtete ja über den Lebensweg von C. der seit seiner Kindheit bis hin in seine frühe Jugend und fortgesetzt in seine spätere Jugend, unglaublich verlief bzw. noch immer Verläuft.
C. hat in dieser zeit vieles erlebt aber auch Erlitten, vieles was wir unseren schlimmsten Feinde nicht Wünschen würden.
Er war Objekt seiner Eltern, die nicht das Kind erkannten, welches Liebe, Zuneigung und Achtung benötigte und stattdessen Lieblosigkeit, Herabsetzung und Missachtung von diesen bekommen hat. Aber auch Objekt anderer, die in ihm einen Unbedarften und leicht zu Manipulierenden Jungen sahen, der für Ihre Zwecke geradezu Prädestiniert schien.
Schon 8 tage nach seinem Auszug, hatte er wieder in seine alten Verhaltensweisen zurückgefunden und lies sich wieder auf gefährliche Dates ein , er machte sich auf die Suche nach Liebe und Zuneigung und bekam Missbrauch. Doch dies hielt ihn nicht davon ab weiter diesen gefährlichen Weg zu gehen und schon kurz nach dem er in der großen Süddeutschen Stadt war, fand er weitere Gelegenheiten, seine endlose Suche nach dieser Geborgenheit und Liebe fortzusetzen. In vielen seiner unzähligen Dates, ergab er sich fast schon denen die nur das eine von ihm wollten. Seine Eltern wussten nichts oder wollten es einfach nicht Wissen, denn er war ja jetzt Volljährig und konnte tun und lassen was er wollte, noch Wichtiger aber war, Sie hatten keine Verantwortung mehr in Ihren Augen für ihren Sohn, der weiter hinschlittert und unaufhaltsam dem Scheitern nahe ist.
Bei vielen die ihn kennen lernten, fiel er durch ein starkes Kindlich Naives Verhalten auf und wurde dann natürlich auch oft gemieden.
Ein Junger Mann der ihn kennen lernte, sagte folgendes über Ihn aus.
Ich konnte nicht Glauben dass dieser Junge wirklich schon 18 Jahre ist,
er wirkte auf mich eher wie ein 14-15 Jähriger, selbst in dieser Alterskategorie sind Gleichaltrige weiter als er.
Ich bekam sehr viele solcher Feedbacks über C. ob nun von seinen Vorgesetzten, oder Menschen die ihn kennen lernten ja sogar von Menschen die Ihn schon seit seiner Kindheit kannten und machte mir große Gedanken um Ihn.
Seine Eltern schien das alles nicht zu kümmern, nach ihrem dafürhalten, ist er alleine für sich und sein Leben Verantwortlich.
Sie aber sind es die Verantwortung dafür tragen, dass C. nicht auf dem Entwicklungsstand eines Heranwachsenden, sondern dem eines Pubertierenden Kind ist.
Mutter wie Vater machen auf heile Welt, wahren den Schein und entziehen sich ihrer eigentlichen Verantwortung in der diese sich befinden und schon immer befunden haben.
C. selbst hat sich eindeutig von seinen Eltern distanziert, er meidet häufige Kontakte zu Ihnen und zieht es vor, seiner Neigung entsprechend weiterhin auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit zu sein, er lässt sich weiterhin auf mit unter nicht ungefährliche Dates ein und reist wie ein Manager durchs Land, um diese dann zu treffen. Entfernungen spielen für Ihn keine Rolle und so setzt er das fort was ihn in seiner späten Kindheit und frühen Jugend schon antrieb Liebe, Zuneigung und Respekt wie auch Beachtung zu finden.
Seine Eltern aber obwohl diese es genau Wissen, sahen und sehen keinen Anlass sich ihres Sohnes anzunehmen und ihm das zu geben was er dringend brauchte, ihre Liebe als Eltern, ihre Zuneigung und ihr Vertrauen. Beide nun wieder mit neuen Lebenspartner, scheinen nicht wirklich daran Interessiert zu sein, was da ihrem Sohn widerfährt, auf welche gefährliche Abenteuer sich dieser wieder begab.

Eine Gescheiterte Existenz das Verbogene Kind
ISBN: 978-84-9015-688-9
Eine Gescheiterte Existenz das Leiden der Kinder
ISBN: 978-84-9015-689-6
Eine Gescheiterte Existenz die Zukunft ist Ungewiss
ISBN: 978-84-9015-690-2
C. bewegt sich am Abgrund seines noch Jungen Leben und droht immer mehr in den Schlund dieses Abgrundes hinein zu rutschen.Seine Neigung treibt ihn geradezu in diesen Abgrund hinein und der Schlund wartet nur darauf seiner habhaft zu werden, der Schlund sind die vielen, welche in Ihm eine art Selbstbedienungsladen zu erkennen scheinen und sich dessen Naivität zu Diensten machen.
Wer lange genug in den Abgrund sieht, den wird dieser Abgrund ansehen und mit sich Reißen, so wie es bereits viele Weise vorher sagten.
Es bleibt nur die Hoffnung dass C. sich dessen Bewusst wird und beginnt seine Vergangenheit abzustreifen um seiner Zukunft willen.
Ich werde immer für dich da sein und dich Annehmen wie du einfach bist

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Mittwoch, 12. September 2012


Eine Gescheiterte Existenz Fazit.


(aktualisiert am 12.09.2012)
Eine Gescheiterte Existenz die Trilogie, zeigt den Lebensweg und die Suche nach Aufmerksamkeit, Beachtung, Liebe und Zuneigung eines Jungen Menschen. Der immer nur den Demütigungen, Herabwürdigungen und der Lieblosigkeit seines Vaters, aber auch der Gleichgültigkeit oder einfach nur Hilflosigkeit seiner Mutter ausgesetzt war.
Noch heute sucht er diese Anerkennung, die Zuneigung und Aufmerksamkeit und scheint doch diese nicht zu finden.
Er ringt nach Anerkennung, Liebe und Zuneigung, die er scheinbar nicht bekommen kann und deshalb auch sich selbst immer mehr Isoliert und Abgrenzt, gegenüber denen die es Aufrichtig mit ihm meinen.
Diese Trilogie ist eine Mahnung ja fast schon Anklage, gegen die welche ihre Kinder mehr als Sache denn als Menschen betrachten, welche nicht Verstehen was Sie ihren Kindern zumuten und antun, welche nicht in der Lage sind ihre Defizite und Fehler zu erkennen.
Schon aus den Rezessionen der vielen Lektoren und Gutachter, die dieses Werk eingehend Studierten, ist deutlich zu erkennen welch Gesellschaftliche und Politische Verantwortung hier zu tage tritt.
Es bedarf einer Gründlichen aber auch Ehrlichen Revision des eigenen Handeln und Unterlassen, um zu Erkennen was getan werden kann nein muss um Kindern den Respekt, die Achtung und Aufmerksamkeit, die diese dringend benötigen zu geben, damit diese später einmal selbst in der Lage sind aus ihrem Herzen heraus, Liebe, Respekt und Anerkennung geben zu können.
Auszug aus den vielen Rezessionen zur Trilogie.
** Ein Werk das ein sehr ernsthaftes Thema auf eine angemessene weise aufgreift. Ein Werk das erschüttert, aber auch Mut macht – Mut zur Veränderung der Zustände, unter denen die titelgebenden Gescheiterten Existenzen aufwachsen mussten.” eine Einschätzung von Saskia Hoffmann Lektorin und Gutachterin”**
**Mit Großer Aufmerksamkeit habe ich dieses Werk gelesen. Das Werk betrachtet Familien mit Problematischen Hintergründen und zeigt auf, wie sich verschiedene Misshandlungen bis hin zu Seelischen Grausamkeiten auf die kinder auswirken.
Die Muster beeinflussen meist das ganze Leben und sind schwer zu durchbrechen. ein Thema welches in der heutigen zeit sehr präsent ist. Die Zeilen machen Mut sich intensiv damit auseinander zu setzen und an sich selbst zu arbeit, um Vergangenes abzulegen und seinen Mitmenschen und der eigenen Familie als erwachsener und selbstbewusster Mensch zu begegnen. Ein Buch das lesenswerter nicht sein kann. ” eine Einschätzung des Lektors Gutachter und Geschäftsführers des Wagner Verlag Hauke Wagner”**

Eine Gescheiterte Existenz das Verbogene Kind
ISBN: 978-84-9015-688-9
Eine Gescheiterte Existenz das Leiden der Kinder
ISBN: 978-84-9015-689-6
Eine Gescheiterte Existenz die Zukunft ist Ungewiss
ISBN: 978-84-9015-690-2
United p.c. Verlag Neckenmarkt Österreich und Berlin
Die Trilogie ist überall im Buchhandel erhältlich und erfreut sich einem großen Interesse,für alle bis zum 31.1.2012 Verkauften Exemplare, gehen 25% des Autorenhonorar an die Aktion Herzenssache des SWR

Sonntag, 9. September 2012


Eine Gescheiterte Existenz ? oder die Lösung liegt in der Pubertät


Im Zusammenhang mit Trennung/Scheidung ist immer wieder von den Scheidungsfolgen für die Kinder die Rede. Das legt den Schluß nahe, Scheidung sei etwas Negatives, etwas, was im Interesse des Kindes vermieden werden sollte.
Es ist aber nicht die mit dem Trennungsentschluß unweigerlich verbundene Tatsache, daß die Eltern künftig in getrennten Haushalten leben, die solche Folgeschäden verursacht, sondern die Art und Weise, wie mit der Situation “getrennt lebende Eltern” umgegangen wird.
Bei getrennt lebenden Eltern entsteht meist eine Situation, in der der zweite Elternteil (meist ist es der Vater) sein Kind nur noch alle 14 Tage und die Hälfte der Ferien sieht. Das wird für ausreichend gehalten für die Aufrechterhaltung einer emotional tragfähigen Vater-Kind-Beziehung. Dabei wird von Kindern etwas erwartet, was die meisten Erwachsenen nicht schaffen. Den wenigsten Paaren gelingt es, unter solchen Bedingungen eine von emotionaler Nähe geprägte Beziehung zu leben.
Ünberücksichtigt bleibt, daß auch ganz kleine Kinder die Gelegenheit brauchen, eine vertrauensvolle Beziehung zum zweiten Elternteil zu entwickeln. Das Zeitempfinden kleiner Kinder entwickelt sich aber erst nach und nach. Für sie ist ein Zeitabstand von 14 Tagen ein unüberbrückbarer Zeitraum, indem sie immer wieder der Ungewissheit ausgesetzt sind, daß der andere Elternteil sie jetzt verlassen hat. Das aber steht dem Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung entgegen.
Auch Übernachtungen beim zweiten Elternteil tragen zu dieser Vertrauensbildung bei. Oft haben Eltern in der Trennungs-/Scheidungssituation Vorbehalte, das Kind beim anderen Elternteil schlafen zu lassen. Sie glauben, das Kind werde dadurch überfordert. Die gleichen Vorbehalte haben Eltern oft nicht, wenn es darum geht das Kind einem Babysitter oder den Großeltern oder auch Bekannten zu überlassen. Der zweite Elternteil bekommt in der Trennungs-/Scheidungssituation von den Erwachsenen schnell den Status eines “Fremden” zugeschrieben. Es wird leicht übersehen, daß er/sie bisher schon die Rolle des Vaters/der Mutter innehatte.
Scheidungsfolgen resultieren deshalb in erster Linie daraus, daß in der Nachscheidungsphase eine enge (manchmal sogar eine überenge) Beziehung und nur noch eine schwach ausgebildete zweite Elternbeziehung entsteht.
Meist wird der Fehler gemacht, die Rolle/Aufgabe, die die Eltern im täglichen Leben übernommen hatten oder die Menge an Zeit, die sie mit dem Kind verbracht haben, gleichzusetzen mit der Bedeutung des Elternteils für das Kind.
Die Bedeutung von Vater und Mutter für das Kind ergibt sich aber nicht aus der Aufgabenverteilung zwischen Vater und Mutter, sondern aus deren Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung.
Forschungsergebnis ist, daß zu wenig oder fehlende Vaterschaft das Selbstwertgefühl, die Identitätsentwicklung, die Leistungs- und die Beziehungsfähigkeit eines Kindes beeinträchtigt.. Die Beziehung Mutter-Kind/Vater-Kind sind zwar von unterschiedlicher Qualität, sie sind aber nicht besser oder schlechter/wichtiger oder unwichtiger, sondern einfach nur anders. Die Bedeutung dieser Andersartigkeit wird in ihrer ergänzenden Funktion gesehen. Erkenntnis ist auch, daß für einen adäquaten Ablösungsprozeß zwei emotional tragfähige Elternbeziehungen notwendig sind.
Eine Gescheiterte Existenz das Verbogene Kind
ISBN: 978-84-9015-688-9
Eine Gescheiterte Existenz das Leiden der Kinder
ISBN: 978-84-9015-689-6
Eine Gescheiterte Existenz die Zukunft ist Ungewiss
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Es sind aber diese Fragestellungen, die geeignet sind, die Eltern zu Konkurrenten ums Kind zu machen. Und es sind diese Entweder-/Oder-Haltungen, die zur Polarisierung innerhalb der Familie und damit zu Loyalitätskonflikten und Verunsicherung beim Kind führen.
Klarheit in Scheidungsfamilien kann deshalb nicht durch Entweder/Oder-Entscheidungen herbeigeführt werden. Klarheit für Eltern und Kindern in Trennungsfamilien besteht dann, wenn allen Familienmitgliedern klar ist, daß die Kinder künftig Mitglied zweier Haushalte sind. Scheidungseltern müssen ein Bewußtsein dafür entwickeln, daß zwar ihre beiden Haushalte unabhängig von einander funktionieren können müssen, aber über die Kinder, das Geld und die Vergangenheit miteinander verbunden bleiben. Diese Klarheit ist es, die einer Verunsicherung der Kinder, was den Umgang mit der neuen Situation betrifft, entgegenwirkt.
Aber auch den Eltern hilft es, unnötigen Streit zu vermeiden. Denn sie haben nicht mehr darüber zu entscheiden, wo das Kind künftig lebt und wer künftig alleine entscheidet, sondern lediglich darüber, wann sich die Kinder wo aufhalten.
Viele Eltern fürchten sich vor der gemeinsamen elterlichen Sorge, oft wird auch von den Fachleuten die Auffassung vertreten, diese Rechtsform überfordere die Eltern, weil sie zuviell Gemeinsamkeit von den geschiedenen Partnern fordere. Tatsächlich erfordert sie lediglich ein friedliches Nebeneinander der Eltern. Die Gemeinschaftlichkeit kann innerhalb der gemeinsamen elterlichen Sorge sehr unterschiedlich ausgeprägt sein, je nach Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit der Eltern.
Meist spielt Angst eine große Rolle. Die Angst, das Kind an den anderen Elternteil zu verlieren, lässt Eltern ihr Kind festhalten und versuchen, den anderen aus dem Leben des Kindes auszugrenzen.
„Hilfe mein Kind kommt in die Pubertät: Augen zu und durch! Vom täglichen Überlebenskampf Eltern pubertierender Teenager“
ISBN 978-3-86268-972-9 Engelsdorfer Verlag
Die Amerikaner nennen dieses Phänomen PAS (Parental-Alienation-Syndrom). Kennzeichnend für dieses Phänomens ist, daß das Kind die Kontakte oder gar die andere Elternperson ablehnt, obwohl bisher zu ihm eine ganz normale Eltern-Kind-Beziehung bestanden hat. Die Ursache für die ablehnende Haltung liegt nicht in Ereignissen, die diese Eltern-Kind-Beziehung betrifft, sondern im Verhalten des festhaltenden Elternteils.
Dem Kind fehlt die Freiheit, auch den zweiten Elternteil lieben zu dürfen. Es glaubt, vom verbliebenen Elternteil nur dann geliebt (oder versorgt) zu werden, wenn es empfindet wie dieser. Das Kind nimmt an, wenn es sich nicht verhalte wie der Elternteil und den anderen ebenso ablehne, dann riskiere es selbst, abgelehnt zu werden.
Effekt ist: Das Kind verläßt sich nicht mehr auf seine eigenen Gefühle, sondern lebt die Gefühle des festhaltenden Elternteils. Was Kinder in solchen Situationen brauchen, ist Hilfe dabei, wieder ihre eigenen Gefühle wahrzunehmen , sich selbst wieder vertrauen zu können. Es nutzt den Kindern nichts, sich an ihrem geäußerten Willen zu orientieren. Deshalb sollten Entscheidungen nicht auf den Willensbekundungen des Kindes aufgebaut werden. Eltern und Scheidungsprofessionen sollten sich stattdessen an den objektiven Interessen des Kindes, nach Erhalt zweiter emotional tragfähiger Beziehungen orientieren.
Im Interesse des Kindes läge es, das Kind aus dem Elternkonflikt zu entlassen, anstatt durch Versuche, seinen Willen zu erkunden, in den Konflikt einzubeziehen.
Wie die Trotzphase ist die Pubertät eine Ablösungsphase von den Eltern. Die Jugendlichen entfernen sich von ihren Eltern, deren Einstellungen und Sichtweisen. Dies ist ein notwendiger und normaler Vorgang, ohne den die eigene Identitätsfindung nicht möglich ist. Er bedeutet nicht, dass die Jugendlichen Sie als seine Eltern jetzt weniger mögen oder nicht mehr respektieren.
Die Kinder und Jugendlichen müssen und wollen sich neue Freiräume innerhalb und außerhalb der Familie erkämpfen. Das bedeutet auch, dass sie sich und ihre Grenzen ausprobieren. Dabei machen sie Fehler, entdecken aber gleichzeitig auch eigene Stärken und Schwächen, und sie lernen dabei sich und ihre Grenzen kennen.
In dieser schwierigen Phase gibt es bei den Jugendlichen sehr unterschiedliche Bedürfnisse. Auf der einen Seite setzen sie den Eltern Widerstand entgegen, wo es nur geht. Auf der anderen Seite aber benötigen sie die Eltern als Halt und Unterstützung in dieser schwierigen Entwicklungsphase, die den Abschied von der Kindheit, von Gewohntem und Vertrautem bedeutet.
Schrill, provokant und lautstark oder zurückgezogen, träumerisch und unerreichbar. So kann sich Ihr Kind in der Pubertät präsentieren. Denn so unterschiedlich Menschen sind, so unterschiedlich äußert sich der Loslösungsprozess von den Eltern.
Häufig ist jedoch Streit ein Ausdruck der Ablösung vom Elternhaus. Dabei wird mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil meist heftiger gestritten. Mütter und Töchter, Väter und Söhne sind sich besonders nahe, sie erkennen sich gegenseitig in dem anderen wie in einem Spiegel. Es entsteht auf der einen Seite Abgrenzung, denn in der Pubertät stellen viele Jugendliche das Frauen- bzw. Männerbild des gleichgeschlechtlichen Elternteils in Frage. Auf der anderen Seite entsteht Konkurrenz, die häufig für die Eltern ein größeres Problem darstellt, da sie die wachsende Stärke der Jugendlichen und damit das eigene Älterwerden deutlich spüren.
Die Loslösung muss sich aber nicht immer in Streit, Gebrüll und Wutausbrüchen (Konflikt in der Familie) äußern. Manche Jugendliche ziehen sich in eine Welt der Phantasie und Träume zurück und scheinen nicht mehr erreichbar zu sein. Auch diese Variante stellt Sie als Eltern auf eine harte Probe, bei der Sie sehr viel Geduld und Verständnis für Ihr Kind aufbringen müssen.
Wie aber letztendlich der Prozess der Loslösung verläuft, hängt sehr von der Haltung der Eltern ab. Die einen versuchen das Kind festzuhalten, die andern geben das Kind frei und kümmern sich nicht mehr darum, was es macht und wohin es geht. Beide Haltungen haben negative Auswirkungen auf den Entwicklungsprozess. Besser ist es, wenn Sie als Eltern auch in der Pubertät weiterhin Bezugsperson und Autorität bleiben und eine unterstützend-kontrollierende Haltung einzunehmen. Wichtig ist der Spagat zwischen Grenzen setzen und Freiraum lassen.
Eltern, denen dies gelingt, können damit rechnen, dass sich ihr positives Eltern-Kind-Verhältnis fortsetzt und der Jugendliche die Beziehung zu den Eltern als Hilfe und Orientierung erlebt. Diese Jugendlichen brauchen dann auch nicht extreme und teilweise gefährliche Wege wählen, um sich von den Eltern abzulösen.
Das Kind beim Loslösungsprozess zu unterstützen, ist keine leichte Aufgabe für Eltern. Häufig löst dieser Prozess eigene Ängste aus. Zum einen verdeutlichen das langsame Erwachsenwerden der Kinder und ihre zunehmende Stärke das eigene Älterwerden und damit auch ein Stück eigene Schwäche. Diese Ängste haben durchaus ihre Berechtigung, dürfen aber nicht Anlass dafür sein, dass Eltern den normalen Prozess der Loslösung durch übertriebene elterlichen Fürsorge oder Umklammerung behindern. Auch wenn es schwer fällt, sollten Eltern loslassen, damit die Beziehung zu ihren Kindern in eine andere – deswegen aber nicht weniger intensive Beziehung – auf gleichberechtigter Ebene treten kann.
Für die heranwachsenden Kinder ist „Freiheit“ ein zentrales Thema. Die Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen und wegen oder trotz dieser Entscheidungen anerkannt und ernst genommen zu werden, unterstützt den Weg zum Erwachsen werden.
Müssen sich Eltern in dieser schwierigen Phase alles gefallen lassen?
Nein! Rebellion gehört zwar zum Ablösungsprozess und ist dafür notwendig. Eltern sollten aber immer die eigenen Grenzen verdeutlichen. Grenzüberschreitungen wie etwa verbale und nonverbale Beleidigungen, die sie verletzen, müssen sie nicht hinnehmen.
Lassen Sie sich auf Ihr rebellierendes Kind ein. Das ist manchmal sehr anstrengend. Aber nur so kann es lernen, dass auch Eltern Rechte, Freiräume, Werte haben, die es zu respektieren hat. Auch wenn es sich gerade in einer schwierigen Entwicklungsphase befindet.
Zunächst ist wichtig, dass Sie die Aufsässigkeit Ihres Kindes als normalen Abschnitt in seiner Entwicklung annehmen. Als Eltern fällt Ihnen dabei die Aufgabe zu, neue Grenzen abzustecken. Das führt zwangsläufig zu teilweise heftigen Auseinandersetzungen. Ihr Kind ist dabei vielleicht nicht sehr wählerisch in seiner Wortwahl. Es wirft Ihnen Beleidigungen an den Kopf und die verletzen Sie. Dann müssen Sie ihm deutlich machen, dass es sich daneben benimmt und Sie durch sein Verhalten verletzt.
Wenn Sie es schaffen, schreien Sie ihm das nicht während der Auseinandersetzung entgegen. Wirkungsvoller ist es, wenn Sie mit Ihrem Kind ein Gespräch suchen, nachdem sich alles wieder beruhigt hat. Das heißt nicht, dass Ihr Kind Sie in Zukunft nicht mehr anschreien, beleidigen, verletzen wird. Sie müssen ihm zeigen, dass es Sie durch sein Verhalten verletzt hat und Sie dort eine Grenze ziehen.
Ich erlebe dieses nun zum Wiederholten male und habe das Gefühl, dass es immer anstrengender wird. Ist es mein Alter ? Eigentlich sollte man Glauben im Jugendlichen Alter von gerade einmal 49 Lenzen, dürfte es nicht das Alter sein. Ist es der Unterschied in der Generation also Sichtweisen, eigene Erziehung oder erhaltene Wertvorstellungen ?
Hier liegt ein teil der Antwort vergraben, die es gilt freizulegen, ein anderer teil ist dann doch die eigene Vorstellung, mein Kind soll meine Wertvorstellungen annehmen oder zumindest selbst Praktizieren.
Doch auch hier liegt eine nicht ganz unerhebliche Frage im argen, welche Werte will ich denn meinem Kind Vermitteln?? sind es die der Allgemein gültigen Normen unserer Gesellschaft oder doch wirklich eigene Wertvorstellungen?? Ich selbst muss zugeben noch keine Adäquate bzw. befriedigende Antwort darauf gefunden zu haben.
Wichtig erscheint mir dass ich meinem Kind meine Liebe , meine Zuneigung und mein Vertrauen in dieses deutlich machen kann.
Denn schnell könnte es ein Liebloser, oder Gefühlsarmer Mensch werden, was ich in keinem Falle gut heißen kann.
Denn eines ist für mich deutlich geworden, ein Liebloser, Gefühlsarmer Mensch ist in der Tat eine Gescheiterte Existenz.

Er gilt als einer der wirkungmächtigsten und zu gleich heftig umstrittenen zeitgenössischen Justizkritiker, die rede ist von Christian Lu...