Dienstag, 5. April 2011

Lässt der Staat die Armen im Stich?

Armut in Deutschland

Lässt der Staat die Armen im Stich? Hat der Staat die Armut erschaffen?

Aus gegebenem Anlass, muss hier nochmals intensiv auf die Frage eingegangen werden, ob der Staat, arme Menschen im Stich lässt?! 

Am 12.05.09 gab es in der Sendung, Menschen bei Maischberger, eine interessante Gesprächsrunde. In dieser, wurde ebenfalls, über die Frage diskutiert. Gäste waren: 
  1. Uschi Glas (Schauspielerin, Gründerin "brotZeit e.V.")
  2. Martina Wagner (Mutter von 5 Kindern und Hartz4 Empfängerin)
  3. Sahra Wagenknecht (Linke, Europaabgeordnete)
  4. Hugo Müller-Vogg (Journalist)
  5. Hans Wall (Unternehmer)
  6. Marianne Sladky (Rentnerin)
Frau Marianne Sladky machte den Anfang und legte ihre Berechnung, der Einnahmen und Ausgaben, offen und zeigte damit, wie sehr man als Rentnerin bzw. als Rentner, am Existenzrand leben muss. Es bleiben der älteren Dame maximal 230 Euro, im Monat, für Essen, Medikamente und Freizeitaktivitäten. Oft kommt sie in die Situation, dass sie sich, zwischen Medikamente und Essen, entscheiden muss.Freibeträge gibt es wohl, aber keine Zahlung von „Medikamenten“ welche nicht verschreibungspflichtig sind. Gerade diese sind jedoch oft effektiver und unschädlicher.

Bestandsaufnahme der Armut

Eine Frau, welche mit 75 Jahren noch ehrenamtlich in der Altenpflege und anderen Maßnahmen tätig ist und daher sogar ein Monatsticket selbst bezahlt, um die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen zu können, muss in Kauf nehmen, dass ihre Gesundheit nichts mehr „Wert“ ist und Freizeitaktivitäten zum Luxusgut werden. 

Ein Mensch, welcher über Jahrzehnte hart gearbeitet und mit 50 Jahren noch eine zusätzliche Ausbildung gemacht hat, Schwierigkeiten gemeistert hat und indirekt viel für den Staat geleistet hat, kann sich keine entspannte Altersruhe gönnen?! Ein reicher Staat, wie Deutschlandlässt jene Menschen im Stich, welche viel geleistet und Anspruch, auf sorgenfreie Tage, im Alter, haben. 
Frau Marianne Sladky, ist kein Einzelfall, denn schon lange ist in Deutschland das Wort „Altersarmut“ kein Fremdwort mehr. Die junge, nachfolgende Generation, kann es jeden Tag sehen, was Sie für eine Zukunft erwartet. Also ist es kein Wunder, dass sich hier, über viele Jahre hinweg, bereits Resignation, breit gemacht hat. Die Sicherung, unseres Lebens im Alter, ist unsere Aufgabe, vor dem Rentenalter und die Pflichtaufgabe des Staates, ab dem Rentenalter. Viele Faktoren beeinflussen die Alterssicherung und nicht jeder Mensch, hat immer die Möglichkeit, jedes Jahr, vor dem Rentenalter, in die staatliche Kasse einzuzahlen.

Trotzdem hat der Staat, die menschliche Pflicht, hier eine ausreichende Absicherung, im Alter, zu gewährleisten. Warum sonst, brauchen wir ein Sozialsystem, im Alter? 

Gehen wir davon aus, dass diese Generation, zwischen 35 Jahre bis 45 Jahre lang, in die Rentenkasse eingezahlt hat und welche Renten real ausgezahlt werden und das viele Rentner die Rente nicht länger als 20-25 Jahre in Anspruch nehmen können, dann bleibt hier ein großer Überschuss. Zum einen aus dem Vergleich zwischen Einzahlungsjahre und die Jahre der Inanspruchnahme und zum anderen, aus dem zum Teil, ungerechtfertigten, geringeren Auszahlungen, nur weil man die Rente krankheitsbedingt, oft einige Jahre früher, in Anspruch nehmen muss. Alleine aus dem Rentensystem, wären also genug Gelder vorhanden, um auch Menschen, eine ausreichende Rente zu zahlen, welche aus verschiedenen Gründen, nicht über ein so langen Zeitraum in die Kasse einzahlen konnten. Auch muss man an jene Frauen denken, welche ihren Erziehungsauftrag wahrgenommen haben und nach dem alten System, als Hausfrau tätig waren bzw. sind. Die Leistungen im Haushalt, in der Familie, der Erziehung, müssen ebenfalls im angemessenen Maße, berücksichtig werden. Hier wäre sogar, eine gute, gesetzliche Mindestrente, von Nöten. Ein Rentensystem stützt sich auch immer, durch den Nachwuchs und daher muss es wieder ins Bewusstsein rücken, dass Kindeserziehung, eine sehr wichtige Tätigkeit ist, in unserer Gesellschaft. Das Rentensystem wurde auf eine Solidargemeinschaft aufgebaut und sollte auch in diesem Sinne angewendet werden. Ansonsten könnte auch jeder Bürger, für sich selber sparen und hätte dann vermutlich noch mehr. Mit der Einzahlung in die Staatskassen, bekunden wir unser Vertrauen, in den Staat. Dieser ist daher verpflichtet, mit unserem Kapital so zu arbeiten, dass das Sozialsystem, über Jahre hinweg, angeglichen und gestärkt wird. Jede Arbeit, die wir leisten, bringt dem Staat Einnahmen und zwar über viele Jahrzehnte hinweg. Eine gute Altersabsicherung, ist das wohl das Mindeste, was von den Regierenden für uns getan werden kann. Großkonzerne fahren Milliardengewinne ein, durch unsere Arbeitskraft. Und so zieht sich eine lange, schwarze Bahn, durch unser System. Vom Säugling bis zum Rentner. 

Kinder können oft keine vernünftige Ausbildung absolvieren, obwohl die Fähigkeiten gegeben sind, weil die Eltern evtl. arbeitslos sind und Hartz4 nicht ausreicht, für eine vernünftige Schulbildung. Die Kinder werden bereits ab der Geburt, in etwas hineingezogen, was Sie gar nicht zu verantworten haben. Eine Perspektive ist hier nicht in Sicht. Auch eine gut gemeinte „Brotzeit e.V.“ ist hier nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Es geht ja auch darum, dass es große Unruhen gibt, in Familien, in denen keine Perspektive mehr herrscht und in welcher die Armut, jeden Tag aufs neue, Narben hinterlässt.

Das Kinder, in Deutschland, hungern müssen, ist schlimm genug und hinterlässt, bereits Schmerzen, in der jungen Seele. Die Probleme, welche durch Armut, zu Hause entstehen, verhindern jedoch ebenfalls, jede positive Entwicklung. Die Lernfähigkeit und der Ehrgeiz entwickeln sich, wenn man sorgenfrei aufwächst und ab und an mal Schwierigkeiten lösen muss, welche zum Leben gehören. Von einem Leben in „Dauerproblematik“ darf hier nicht die Rede sein, bei Kindern und Jugendlichen. Leider ist es aber Realität. In der Diskussion, hat man diesen Aspekt, gar nicht berücksichtigt. Die Kinder sind also genauso wenig „Wert“ wie ältere Menschen und so schließt sich der Kreis, der Generationen.

Von Kinderarmut bis Altersarmut und dazwischen eine Generation, welche die Staatsfehler alleine korrigieren soll. In der Sendung kam es noch zu folgender Umfrage: 

Könnten sie mit 800 Euro auskommen? 

Antworten: Sicher schwierig Das auf jeden Fall Ich glaube ja, wenn ich mir das richtig einteilen würde Wenn man muss, geht es, aber im Prinzip ist es sehr schwer damit auszukommen

Definitiv Nein Ich musste das, ich habe teilweise so gelebt, auch mit weniger Wenn es sein müsste, dann könnte ich das auch An dieser Umfrage stört ein wenig, dass man von 800 Euro spricht. Viele Menschen haben weniger Geld zu Verfügung.

Es ist erschreckend, dass der Bürger sich scheinbar damit abfindet und mit dem versucht klarzukommen, was der Staat Ihnen gibt. Ohne zu hinterfragen und dabei zu erkennen, dass wir dieses Sozialsystem aufgebaut haben, als Gemeinschaft und so auch, als eine Einheit, unsere Ansprüche geltend machen müssen. Herr Wall hat es hier schon richtig erkannt. In einem reichen Land wie Deutschland, darf es solche Armutssituationen nicht geben. Dem muss man einfach hinzufügen, dass jeder Arbeiter, jeder Angestellte, jeder Mensch, am Erfolg der BRD beteiligt war und ist. Durch harte Arbeit wurden Strukturen aufgebaut und jeder Bürger dachte, wenn er treu seiner Arbeit nachgeht oder sogar Arbeitsplätze schafft, wird für seine Sicherheit, in Krisenzeiten, gesorgt sein. 

Eine Frage der Verteilung

Das der Staat von uns allen verlangt, in solch bitteren Verhältnissen zu leben, ist eine Schande. Natürlich ist es auch eine Frage der richtigen Verteilung. Es kann nicht angehen, dass die kleine, reiche Schicht, eine Jacht nach der nächsten kauft und das Volk vor Armut nicht in den Schlaf kommt. Auch darf es nicht sein, dass mal ebend 480 Milliarden Euro in kaputte Bankensysteme investiert werden, um Fehler der Oberschicht zu korrigieren, während der Bürger alleine zusehen muss, wie er klar kommt. Schließlich sind es Volksgelder, welche hier lustig verteilt werden. Alleine eine Millionärssteuer von 5% auf das Privatvermögen, der Reichen, würde hier 80 Milliarden Euro in die Staatskassen bringen und schon wären die Probleme kleiner.

Stattdessen, wird der kleine Mann weiter belastet und muss mehr und mehr Steuern zahlen. Man ist von Staatsseite, nicht mit der Zeit gegangen. Immer wieder verlässt man sich auf alte Regelungen, ohne diese den aktuellen Situationen anzupassen.

Ein Beispiel an welchem man merkt, dass die Regierungen in den letzten Jahrzehnten, geschlafen haben. Wir leiden nun für die Fehler des Staates. Immer wieder wird davon gesprochen, dass wir alle es selber in der Hand haben und es auch bei uns liegt. Wir haben aber schon über mehrere Generationen unsere Pflicht wahrgenommen und haben uns immer gesteigert, wenn es von uns gefordert wurde, doch jetzt ist die Politik gefragt. Wofür haben wir Sie gewählt, wenn man sich für solch wichtige Staatsangelegenheiten nicht der Verantwortung gewachsen fühlt? Der Staat hat uns alle in Stich gelassen und nicht nur die Armen.

Nun ist es an der Zeit, daran zu erinnern, was wir alle geschaffen haben und was wir vom Staat erwarten. 

1 Kommentar:

Alle Kommentare werden zunächst auf deren Inhalt geprüft, es bleibt vorbehalten eine Veröffentlichung zurückzuweisen.

All comments are first checked on their content, it is reserved to reject a publication.

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.

erlange Verfahrensdauer oder Hauptverhandlungen sind Normalität gleiches gilt für Ermittlungsverfahren die nicht selten 2 Jahre übersteige...